Alleine an Weihnachten? Das muss nicht sein. Die Spittelmühle organisiert mit der katholischen Kirchengemeinde in Rottweil eine Feier. Wir blicken hinter die Kulissen.
An Weihnachten dürfen Plätzchen, gutes Esses, Musik und auch ein Baum in vielen Haushalten nicht fehlen. Doch für einsame Menschen lohnt sich der Aufwand meist nicht. Gerade an den Feiertagen sollten aber auch sie ein schönes Fest feiern können und ihre Sorgen vergessen, finden die Spittelmühle und die katholische Kirchengemeinde Heilig Kreuz in Rottweil.
Deshalb veranstalten sie jedes Jahr ein Weihnachtsfest für Bedürftige und Alleinstehende im Adolph-Kolping Gemeindehaus nahe der Innenstadt in Rottweil. Diese Veranstaltung steht ganz unter dem Motto: „Offene Tür – komm herein“.
Ab 18 Uhr stehen die Tore zur Weihnachtsfeier offen. Gemeinsam wird gesungen, gegessen und eine besinnliche Zeit verbracht. Die Menschen können einfach Gast sein und müssen sich um nichts kümmern, so das Organisationsteam. Außerdem gibt es einen Impuls mit einer Bildergeschichte. Eine Bescherung für die Gäste fehle ebenfalls nicht.
Idee entstand im Jahr 1996
Begonnen hat das Projekt bereits im Jahr 1996. Damals saß der Sozialausschuss der katholischen Kirchengemeinde Heilig Kreuz mit Bärbel Wagner von der Spittelmühle beisammen und man überlegte, wo es in Rottweil noch Bedarf gebe. So entstand die Idee zur Weihnachtsfeier für Bedürftige und Alleinstehende, erzählt Sigrun Mei. Sie ist Gemeindereferentin und organisiert und gestaltet den Abend mit.
Personengruppen haben sich geändert
Früher seien besonders Wohnungslose, die auf der Straße gelebt hätten, die Zielgruppe gewesen. Später änderte sich das aber. Über Corona musste die Feier zum Bedauern des Teams zweimal ausfallen. Im ersten Jahr nach der Pandemie hätten dann viele Geflüchtete aus der Ukraine teilgenommen.
Inzwischen würden auch Menschen kommen, die sonst keine sozialen Kontakte hätten. Darunter seien viele ältere Menschen, aber auch Alleinerziehende. Mei erinnert sich an einen Abend, da sei eine Studentin mit ihrer Mutter gekommen. Falls jemand Interesse habe, aber nicht mobil genug sei, um selbstständig zur Feier zu kommen, würde sich immer eine Lösung finden, ist das Team zuversichtlich.
Über die Jahre hat sich die Weihnachtsfeier im Adolph-Kolping Gemeindehaus fest etabliert. Viele der Gäste würden immer wieder kommen, erzählt Alysha Leibold von der Spittelmühle. Inzwischen gebe es Kapazitäten, um 50 Menschen einen besonderen Abend zu bieten. Im Hintergrund und am Abend selbst arbeiten insgesamt über 20 Helfer. Geschenke würden gepackt, der große Saal dekoriert, das Essen vorbereitet und die Lieder geprobt werden.
Familie für den Abend
So würden sich viele verschiedene Menschen an einem Ort treffen. Und die kommen durchaus auch von außerhalb, berichtet Patrick Münch von der Spittelmühle. „Zusammen ergibt es eine gemütliche Gruppe, die an dem Abend die Familie ist“, beschreibt es Mei.
Es sei ein Ort an dem sich die Menschen sicher fühlen könnten und sich keine Sorgen machen müssten. Die Leute würden es genießen Gast zu sein und umsorgt zu werden. „Die Sache an sich ist Weihnachten“, ist sich die Gemeindereferentin sicher.
Weitere Informationen
Zugang
Das Adolph-Kolping Gemeindehaus ist auf Grund von Treppen nicht barrierefrei zugänglich.
Helfer und Spenden
Die Spittelmühle und die katholische Kirchengemeinde Heilig Kreuz freuen sich über Spenden und Unterstützung. Menschen, die den Abend mitgestalten und tragen möchten, können sich an das Münsterpfarramt unter 0741/94235-11 oder an Sigrun Mei unter 0741/8692-4222 oder sigrun.mei@drs.de wenden.