In Binsdorf soll es auch weiterhin eine gemeinsame Grundschule für Binsdorf und Erlaheim geben. Einige der Initiatorinnen für die Unterschriftenaktion verfolgten am Montag die Sitzung des Ortschaftsrates, in der über den aktuellen Sachstand berichtet wurde. Foto: Volker Schweizer

Eltern machen mobil: An die 90 Unterschriften wurden für einen gemeinsamen Schulstandort in Binsdorf gesammelt. Die finale Entscheidung fällt erst im Januar.

Eigentlich sollte der Geislinger Gemeinderat in seiner heutigen Sitzung darüber entscheiden, wie die Grundschule in Binsdorf umgebaut wird oder ob eventuell die Kinder aus Erlaheim künftig die Schulbank in Geislingen drücken.

 

Wie am Montag im Ortschaftsrat in Binsdorf zu erfahren war, wurde der Beschluss auf den Januar vertagt. Einige Räte hätten eine längere Bedenkzeit erbeten, nannte Ortsvorsteher Andreas Bonaus als Grund.

90 Eltern sprechen sich für die Grundschule in Binsdorf aus

Die Schule scheint gerade das Topthema in Geislingen und seinen beiden Stadtteilen zu sein. Nachdem die Pläne für die verschiedenen Optionen bekanntgeworden waren, gründete sich schnell eine Whatsapp-Gruppe, die in eine Unterschriftenaktion mündete. Einige der Initiatorinnen waren in der jüngsten Sitzung anwesend.

Sie berichteten, dass sich an die 90 Eltern von Kindergarten- und Schulkindern aus Binsdorf und Erlaheim für einen gemeinsamen Schulstandort in Binsdorf ausgesprochen hätten.

Nicht nur, weil dadurch die Zukunft der Schule gesichert sei, sondern auch aus Sorge vor überfüllten Bussen nach Geislingen. Zwischenzeitlich habe es auch ein Gespräch mit Hauptamtsleiter Christian Volk gegeben.

Drei Optionen gibt es, um der Platznot Herr zu werden

Weil sich die Schülerzahlen fast verdoppeln, geht an der Grundschule in Binsdorf, einer Außenstelle der Geislinger Schule am Schlossgarten, der Platz aus. Aktuell besuchen 53 Kinder aus Binsdorf und Erlaheim die Schule, in sechs Jahren werden es wohl über 90 sein.

Um der Platznot Herr zu werden, ist als erste Option angedacht, das Gebäude in der Hinteren Gasse 13 umzubauen. Ins Erdgeschoss soll ein weiteres Klassenzimmer kommen, ins Obergeschoss die Kernzeitbetreuung.

Durch die Entfernung einer Zwischenwand eines Klassenzimmers in der Schule wäre es darüber hinaus möglich, einen größeren Raum zu schaffen. Zusätzlich kämen ab dem Schuljahr 2027/28 Container hinter die Schulturnhalle. Die Gesamtkosten belaufen sich auf 324 000 Euro.

Die zweite Option sieht vor, dass die Erlaheimer Kinder künftig in Geislingen zur Schule gehen. Damit es in Binsdorf trotzdem nicht zu eng zu geht, soll auch bei dieser Variante die Zwischenwand weichen und die Kernzeitbetreuung verlagert werden – allerdings nicht ins Dachgeschoss, das bliebe ungenutzt.

Die Aufwendungen werden auf 90 000 Euro geschätzt. Allerdings bräuchte man für das Schuljahr 2027/28 noch einen Container.

Neu ist die dritte Option für 238 000 Euro. Denn mittlerweile steht fest, dass im Schuljahr 2027/28 der Klassenteiler ein weiteres Klassenzimmer erfordert, und auch dafür soll das Gebäude in der Hinteren Gasse herhalten.

Die Erlaheimer würden in Geislingen unterrichtet, allerdings sieht die Planung ebenfalls den Abbruch der Zwischenwand und den Umzug der Kernzeitbetreuung vor, dann aber ins Dachgeschoss.

Zumutbare Schülerbeförderung muss gewährleistet sein

Die Binsdorfer Ortschaftsräte sprachen sich Mitte November für die erste Variante aus – und auch der Erlaheimer Ortschaftsrat priorisiere klar die erste Variante, um den Schulstandort für die Zukunft zu festigen und weiterhin eine gemeinsame Grundschule für Binsdorf und Erlaheim anbieten zu können, heißt es im Sitzungsprotokoll.

Sofern der Gemeinderat zu dem Entschluss komme, dass die Finanzlage der Stadt Geislingen die Investition in den Schulstandort Binsdorf absolut nicht zulasse, komme nur Variante zwei in Betracht, da nur hier signifikante Einsparungen erzielt werden können.

Diese Entscheidung, schreibt Ortsvorsteher Steffen Welte weiter, könnte durch den Ortschaftsrat nur mitgetragen werden, wenn entsprechende Rahmenbedingungen, wie zum Beispiel eine zumutbare Schülerbeförderung, gewährleistet seien.

Und weiter: „Egal, welche Variante zum Einsatz kommt, erwartet der Ortschaftsrat, dass sowohl für die Kinder aus Binsdorf als auch aus Erlaheim eine zeitgemäße und kindgerechte Beschulung gewährleistet ist.“

Bonaus: Auch die Stadtkapelle nimmt einen Bildungsauftrag wahr

In der Binsdorfer Grundschule ist bislang auch die Stadtkapelle untergebracht, ein Raum deshalb dauerhaft belegt. Eine schnelle Abhilfe werde es nicht geben, vor allem nicht mit Blick auf die Haushaltslage, bedauerte Ortsvorsteher Andreas Bonaus. Der Ausbau des Dachgeschosses würde wohl eine halbe Million Euro kosten.

Um andere Vereine nicht benachteiligen, befürwortet Bonaus auch nicht einen Umzug in die Schulturnhalle. Ortschaftsrat Hans-Jürgen Weger stellte sich klar hinter die Stadtkapelle: „Sie nimmt schließt auch einen Bildungsauftrag wahr.“