Die Initiatoren der „Nagolder Suppe“ (von links): Klaus Schnepf, Gerda Rudolf, Ralf Benz und Bärbel Reichert-Fehrenbach Foto: Heiko Hofmann

Am 23. September soll sie erstmals ausgeben werden: die „Nagolder Suppe“. Das Projekt basiert auf Spendenbasis. Jeder gibt, was er kann.

„Etwas Warmes braucht der Mensch“ – mit diesem Slogan schrieb in den 1980ern ein großer Suppenhersteller einst Werbegeschichte. Die bewusste Doppeldeutigkeit macht den Spruch so ikonisch. Es geht nämlich um mehr als eine Suppe, es geht auch um Wärme – also um Nähe und Geselligkeit.

 

Den vier Initiatoren der „Nagolder Suppe“ ist diese „Wärme“ besonders wichtig. „Gemeinsam – nicht einsam“ – unter dieses Motto stellten sie ihr Projekt. „Essen verbindet“, heißt es weiter auf dem Flyer zur Aktion.

Kurz zu den Fakten: Serviert wird die „Nagolder Suppe“ ab 23. September, immer dienstags und donnerstags. Von 11.30 bis 13.30 Uhr kann das Essensangebot wahrgenommen werden. Dafür hat die Initiative den Seniorentreff Mohren mit seinen gut erreichbaren Räumen mitten in der Stadt für sich gewinnen können.

Vom Profikoch zubereitet

Und im Gegensatz zum oben angeführten Suppenhersteller mit dem genialen Werbespruch, wird in Nagold natürlich auf eine frische, vom Profikoch zubereitete Suppe gesetzt. Die bereitet Burg-Wirt Florian Merkle zu. Und zu den Suppen, die in eigens dafür angefertigten Terrinen serviert werden, gibt es auch ein Getränk und Brot.

Das Angebot ist kostenlos, wer also nichts geben kann, darf die Suppe umsonst genießen. Ansonsten gilt: „Jeder gibt, was er kann.“ Das Suppenprojekt basiert auf Spendenbasis. Und auf der starken Säule einer Stiftung.

Vier Nagolder Köpfe

Die Köpfe hinter dem Projekt sind Ralf Benz, Klaus Schnepf, Bärbel Reichert-Fehrenbach und vorne dran Gerda Rudolf. Die ehemalige Nagolder Unternehmerin steht mit ihrer Stiftung als offizielle Initiatorin hinter dem Projekt. Und sie hatte auch die Idee mit der Suppe.

Um die Idee reifen zu lassen, brauchte es nicht viel – außer ein wenig Geselligkeit. Am Rande des Dreikönigsessens der Sannwald-Stiftung des Gewerbevereins kam man ins Gespräch. Und im Gegensatz zu vielen anderen Runden, in denen viel geredet wird, ließen die vier Initiatoren den Worten Taten folgen.

Offen für alle Leute

„Die Nagolder Suppe ist offen für alle Leute“, ist Ralf Benz wichtig zu betonen. Es geht auch, aber nicht nur, um Themen wie Bedürftigkeit. Wichtig sind zudem die geselligen Aspekte, dass Menschen zusammenkommen – „es ist auch ein Angebot für einsame Leute“. Dabei ist die „Nagolder Suppe“ nicht auf ältere Menschen beschränkt. „Für Jung und Alt“ – betonen die Organisatoren. „Wir wollen viele an einen Tisch bringen“, sagt Bärbel Reichert-Fehrenbach.

Dass man mit der „Burg“ einen kompetenten Partner gewonnen hat, ist dem Nagolder Unternehmer Klaus Schnepf wichtig. „Das wird eine kräftige Suppe“, prophezeit er eine bunte Vielfalt an hochwertigen Mahlzeiten. Dabei übernimmt das Team von Florian Merkle nicht nur die Zubereitung der Suppe. Auch die gesamte Logistik wie die Terrinen, das Besteck und die Suppe selbst wird angeliefert und danach wieder abgeholt und in der „Burg“ gespült.

Immer dienstags und donnerstags

Gerda Rudolf betont, dass die „Nagolder Suppe“ niemandem Konkurrenz machen wolle. „Das war uns wichtig“, erzählt sie. Und so ist das Angebot der „Nagolder Suppe“ dienstags und donnerstags. Der Mittagstisch im Gümbelhaus am Mittwoch bleibt davon also unberührt.

Den Seniorentreff Mohren als Ort brachte Nagolds OB ins Spiel. „Wir sind hier auf offene Ohren gestoßen“, erzählt Schnepf. Und das Gebäude biete gute Voraussetzungen.

Das liegt auch daran, dass möbeltechnisch bereits aufgerüstet wurde. Brauereichef Eberhard Haizmann hat die bisherige Gastro-Bestuhlung aus dem VfL-Sportheim angeboten. Der Seniorentreff und die Suppen-Initiatoren nahmen dankbar an. Die modernen hochwertigen Möbel frischen das gemütliche Ambiente weiter auf.

Gerda-Rudolf-Stiftung

Finanziell ist die Initiative dank der Gerda-Rudolf-Stiftung abgesichert. „Ein Jahr ziehen wir das auf jeden Fall jetzt mal durch. Dafür stehen wir Vier mit unseren Namen“, sagt Schnepf.

Die Idee der Stiftungs-Gründung kam Gerda Rudolf, als sie in den Ruhestand eintrat. „Ich wollte nicht in ein Loch fallen“, erzählt sie. Wie sich das Projekt der Nagolder Suppe entwickelt hat, und dass es am 23. September losgehen soll – „da bin ich jetzt ganz glücklich drüber“.