Klaus Richert (Bildmitte) mit Eugen Seyboldt (rechts) stellten dem Winterlinger Gemeinderat das Zahlenwerk rund um den Gemeindewald vor. Foto: Gauggel

Der Wald und seine wirtschaftlichen Zahlen standen im Fokus der jüngsten Gemeinderatssitzung des Winterlinger Gremiums.

Winterlingen - Mit Blick auf das Zahlenwerk des Hiebs- und Kulturplans des zurückliegenden Jahres im Winterlinger Forst sprach Bürgermeister Michael Maier von einem guten Jahr. Gleiches erwartet er für das zu Ende gehende Jahr. Aller Voraussicht nach könne man dieses mit einem außergewöhnlich guten Ergebnis abschließen.

Klaus Richert, Leiter der Forstamtsaußenstelle Albstadt und Eugen Seyboldt von der Holzverkaufsstelle in Albstadt berichteten, dass vor allem im Sommer vergangenen Jahres infolge des weltweiten Baubooms und angetrieben durch eine enorme Holznachfrage in China und den USA, Bestpreise bei nahezu allen Schnittholzsortimenten erzielt wurden.

17000 Festmeter Holz

Richert berichtete, dass im Winterlinger Forst mit den beiden Forstrevieren Winterlingen-Nord und Winterlingen-Süd planmäßig 17000 Festmeter Holz eingeschlagen worden sind, elf Prozent davon stammen aus sogenannter "zufälliger Nutzung", sprich Schadholz.

Im Gemeindewald haben fünf gemeindeeigene Waldarbeiter etwa 12 600 Festmeter Holz geerntet, rund 4300 Festmeter wurden vollmechanisch von der Firma Hohenzollern Forst eingeschlagen. Abzüglich der anfallenden Kosten steht unter dem Posten Holzwirtschaft ein Plus von 456 000 Euro.

3400 Bäume gepflanzt

2021 sind im Winterlinger Gemeindewald, in dem nach wie vor großer Wert auf Naturverjüngung gelegt wird, insgesamt 3400 Bäume überwiegend Fichten, Douglasien und Kiefern gepflanzt worden. 800 davon sind Laubbäume, darunter Baumhasel und Esskastanie.

Einen Wald zu unterhalten und zu pflegen bedeutet neben Arbeitsaufwand auch Geldeinsatz. Wanderwege müssen unterhalten werden, Maßnahmen zur Verkehrssicherung durchgeführt werden und auch die Müllbeseitigung kostetet. Insgesamt wurden unter dem Punkt Sozialfunktionen dafür rund 67 600 Euro ausgegeben. Insgesamt 2700 Euro wurden in den Waldwegebau investiert.

Das Plus fällt größer aus

Im Endergebnis für 2021 steht unter dem Strich ein Plus von 385 000 Euro – ursprünglich wurden 114 600 Euro anvisiert. Klaus Richert gab jedoch zu bedenken, dass zu diesem außerordentlich guten Ergebnis auch die in 2021 einmalig vom Bund gezahlte Nachhaltigkeitsprämie von 180 000 Euro für den Winterlinger Wald hineingerechnet wurde.

Viele Unwägbarkeiten

Dann blickten Richert und Seyboldt noch in die Zukunft: Der Waldwirtschaftsplan für das kommende Jahr sieht einen Holzeinschlag von 17000 Festmeter vor. Allerdings, so Klaus Richert, ist diese Planung mit vielen Unwägbarkeiten behaftet. Etwa die Auswirkungen des Ukrainekrieges, die hohe Inflation und eine sich abzeichnende Rezessionen verbunden mit dem Klimawandel hätten direkte Auswirkungen auf Wald und Holzmarkt.

Trotz vieler Fragezeichen geht man im Winterlinger Forst auch im kommenden Jahr von einem Überschuss in Höhe von 87 760 Euro aus.