Die Holzpreise sind gestiegen, und so steigen auch die Erlöse durch den Holzverkauf aus dem Straßberger Gemeindewald. Foto: Schweizer

Im Gemeindewald Straßberg ist im Forstjahr 2022 ein Holzeinschlag von 3305 Festmetern geplant. Stabile Preise vorausgesetzt könnte ein Gewinn von rund 11 000 Euro erzielt werden.

Straßberg - Wald – genauer: die Forstwirtschaft – beschäftigte in der jüngsten Gemeinderatssitzung das Gremium. Klaus Richert, Leiter der Forstamtsaußenstelle Albstadt, und Eugen Seyboldt, Abteilungsleiter Forst der Stadtkämmerei Albstadt, hatten gemeinsam mit dem Straßberger Revierleiter Wolfgang Maier ein umfangreiches Zahlenwerk parat, das sie den Räten anschaulich erläuterten.

Der Hiebs- und Kulturplan 2022 ist in einer zehnjährigen Einrichtung festgelegt und sieht einen jährlichen Holzeinschlag von 3650 Festmetern vor. Im kommenden Jahr wird etwas weniger eingeplant. Die Gesamtnutzung sieht 3305 Festmeter vor, davon entfallen circa 2945 Festmeter in die Haupt- und rund 360 Festmeter in die Vornutzung.

Bauboom und hohe Nachfrage in China und den USA

Der Holzmarkt habe sich derweil etwas entspannt aus Verkäufersicht. "2018, 2019 und 2020 waren schlechte Jahre", erklärte Klaus Richert. "Durch Stürme, Käfer und Umwelteinflüsse fuhren die Preise  in den Keller." Durch den Bauboom und die starke Nachfrage in den USA und in China könnten 2021 sehr gute Preise erzielt werden. Das Jahr 2022 sei die große Unbekannte, ein Nachlass beim Absatz sei bereits feststellbar. Derzeit gehe man aber auf dem Markt von stabilen Preisen aus.

Im kommenden Jahr sieht der Plan von Revierleiter Wolfgang Maier keine Neupflanzungen vor. "Wir werden mit der Naturverjüngung arbeiten und schauen, dass wir oben starkes Holz bekommen", so Richert. Auf Pflanzen aus dem heimischen Wald zurückzugreifen, sei der kostengünstigste Weg.

"Wenn man nichts nachpflanzt, dauert es dann nicht zu lange mit dem Wachstum?", erkundigte sich Susanne Gschwind. Straßberg habe einige nennenswerte Flächen mit Naturverjüngung, überwiegend Buche, damit werde man arbeiten und habe keinen Nachteil, antwortete Richert. Allerdings brauche man da auch die Jägerschaft dazu.

Schlagpflegearbeiten sind im kommenden Jahr auf 5,2 Hektar in den Gebieten "Hintere Braunhalde", "Hinterer Hau" und "Hausstatt" vorgesehen.

Was das alles finanziell bedeutet, erklärte Eugen Seyboldt im Entwurf des Forst-Haushaltsplanes 2022. Seit Juli sei ein Holzmangel festzustellen, bei Preisen mit bis zu 125 Euro je Festmeter habe es eine heftige Entwicklung gegeben. Zwar sei derzeit eine Stagnation oder ein leichter Rückgang feststellbar, aber 110 oder 115 Euro seien immer noch sehr gute Preise. "In Spitzenzeiten hatten wir bisher Höchststände zwischen 93 und 95 Euro", erklärte Seyboldt. Die Sägeindustrie habe stark investiert, der Fertighausbau benötige zunehmend mehr Holz, da zwischenzeitlich mehrstöckig gebaut werden dürfe.

Das laufende Jahr wird voraussichtlich gut abschließen

Bei dem festgelegten Gesamteinschlag von 3305 Festmetern seien Holzerlöse von 203 280 Euro zu erwarten. Weitere Einnahmen resultieren aus Anteilen der Jagdverpachtung und der Waldarbeiterhütte. Gesamt sieht der Ergebnishaushalt Einnahmen von 214 600 Euro vor. Dagegen stehen Gesamtausgaben von 196 800 Euro.

Die größten Investitionen sind die Bereiche Holzernte sowie Revierleitung und Wirtschaftsverwaltung. Dazu kommen Ausgaben über 8000 Euro aus den Sozialfunktionen, was im Gemeindewald Straßberg einen Gewinn von rund 11 000 Euro ergeben werde.

Noch besser werde das laufende Jahr abschließen. Gerechnet wurde mit einem Defizit von 18 000 Euro, stattdessen zeichnet sich nun ein Gewinn für die Gemeinde von zirka 45 000 Euro ab. Das liege zum einen an den hohen Preisen auf dem Holzmarkt, zum anderen an der Nachhaltigkeitsprämie: 46 000 Euro.

In den vergangenen Jahren habe Straßberg einen durchschnittlichen Gewinn von 14 700 Euro verzeichnet, "für einen Betrieb mit diesen Baumarten ein gutes Ergebnis", resümierte Seyboldt abschließend. Der Gemeinderat erteilte zum Hiebs-, Kultur- und Haushaltsplan sein einstimmiges Plazet.