Der Gemeinderat Seewald war beim Waldbegang unterwegs. Foto: Monika Braun

Das erfreuliche Ergebnis des Waldhaushalts 2022 nahm der Gemeinderat Seewald beim Waldbegang zur Kenntnis. Fabian Kiefer, Geschäftsbereichsleiter Betreuungsreviere West vom Kreisforstamt, informierte über einen Gewinn von rund 109 000 Euro.

„Das ist natürlich toll. Wir haben nicht so viel Wald, aber das Ergebnis freut uns sehr“, sagte Bürgermeister Gerhard Müller.

Zunächst ging Fabian Kiefer vom Kreisforstamt auf den Waldwegehaushalt ein. Dort standen rund 30 000 Euro für Instandsetzungen zur Verfügung. Mit Ausgaben in Höhe von rund 31 000 Euro liege man knapp über den Vorgaben. Gemeinderat Jochen Bier (Vereinigter Seewald) bat darum, die Wege zügig wieder in einen ordentlichen Zustand zu bringen. „Wir sind dran, aber der Winter hat uns einen Strich durch die Rechnung gemacht“, führte Revierleiter Thomas Pröschl aus.

Steigende Holzpreise

Kiefer führte für den Waldhaushalt 2022 Einnahmen von rund 245 000 Euro auf. Dagegen hatte die Gemeinde Kosten in Höhe von rund 136 000 Euro zu decken, sodass ein gutes Plus für den Gemeindehaushalt übrig blieb. Kiefer sprach von konstanten Preisen und von steigenden Holzpreisen, die mit zu dem guten Ergebnis beigetragen hätten.

Der Einschlag lag bei 2965 Festmetern und der durchschnittliche Holzpreis bei rund 85 Euro pro Festmeter. Neben den Kosten für die Holzernte in Höhe von 90 000 Euro drückten auch die Verwaltungskosten Nichtstaatswald mit 27 600 Euro das Ergebnis nach unten. „Wir können insgesamt von einem sehr guten Ergebnis sprechen“, so Kiefer.

Gemeinderat Karl Lutz (Vereinigter Seewald) fragte nach der Zukunft des Waldes und wies auf die fehlende Schlagpflege hin. „Wenn wir den Wald nicht sauber wieder aufforsten, sieht es in Zukunft schlecht aus.“ Revierförster Pröschl erklärte, dass immer weniger Privatleute so eine Schlagpflege übernehmen wollten, seitens des Kreisforstamts sei man dabei, einige Stücke nachzuholen. Einstimmig segnete der Gemeinderat den Vollzug des Jahres 2022 ab. Als weiterer Punkt des Waldbegangs stand die Geschwindigkeitsbegrenzung auf der öffentlichen Straße zwischen unterer Pfeiflesbrücke und Sägewerk Pfeifle im Bereich des Nasslagers auf der Tagesordnung.

Beschluss fällt einstimmig

Einstimmig beschloss der Gemeinderat, dem Anliegen des Kreisforstamts zu folgen und auf dieser Straße eine Begrenzung auf 50 Stundenkilometer zu beantragen. Hintergrund ist das gelagerte Holz entlang der Straße. Dieses müsse bei einer zulässigen Geschwindigkeit von maximal 50 Stundenkilometern nur 1,5 Meter Abstand zur Straße haben und nicht wie bisher laut Richtlinie 7,5 Meter. Die bisher gültige Geschwindigkeit liegt in dem Bereich bei 100 Stundenkilometer.

Jeremias Müller von der Holzverkaufsstelle des Kreisforstamts ging auf die Verkäufe des vergangenen Jahres ein. Hier sei der Großteil aus dem Gemeindewald Seewald an die Holzwerke Hermann Keller GmbH und Dölker aus Altheim verkauft worden. Der Holzpreis sei aktuell mit einem Durchschnittspreis von 100 Euro sehr gut. „Er wird in Zukunft in ähnlicher Größenordnung bleiben.“

Eine Solidarlösung

Stefan Krämer vom Kreisforstamt nahm zum Nasslager Stellung. Der Gewinn für das Nasslager lag im vergangenen Jahr bei rund 4500 Euro, die größten Ausgaben seien die Stromkosten gewesen. Eine sogenannte Solidarlösung, bei der 1,50 Euro pro Festmeter vom Verkaufspreis abgezogen werden, soll in Zukunft einen Beitrag zur Kostendeckung für die Nasslager liefern.