Neuweiler verdient mit seinem Wald Geld: Trotz anderer Befürchtungen lief der Holzverkauf bisher gut.
Ein Wald braucht Zeit. Um ihn zu bewirtschaften, gibt sich der Forst einen Zehn-Jahres-Plan: die sogenannte Forsteinrichtung. „Wir sind im neunten Jahr“, erklärte Jan Heckmann von der unteren Forstbehörde im Landratsamt den Neuweiler Gemeinderäten. 2025 werden sie sich folglich ausführlich mit dem Gemeindewald und seiner Zukunft befassen.
In der jüngsten Sitzung des Gremiums indes ging es erst einmal um die Erlöse 2024 und 2025 und die fürs kommende Jahr geplanten Maßnahmen. Eines nahm der Neuweiler Bürgermeister Martin Buchwald dabei vorweg: „Auch das Jahr 2025 ist ja ganz ordentlich gelaufen“, sagte er. Die Holzpreise seien ordentlich gewesen, der Wildverbiss bleibe ein Problem, und „von großer Bedeutung ist unser Gemeindewald auch in touristischer Hinsicht“ sowie als Naherholungsgebiet für die Bevölkerung.
Widrigkeiten Dann übernahm Heckmann und erläuterte die Auswirkungen des Wetters auf die Wälder. Das vergangene, trockene Frühjahr „hat den Bäumen schon Probleme bereitet“.
Der Sommer wartete dann mit Hitze auf, aber auch mit starkem Regen. Diese ungleiche Verteilung „ist für Schädlinge ein willkommenes Wirtsgeschehen“. Denn angeschlagene Bäume sind leichte Beute – etwa für den Borkenkäfer.
Dennoch berichtete Heckmann: „Wir haben in diesem Jahr Glück gehabt.“ Im Frühjahr sei eine Massenvermehrung des Borkenkäfers prognostiziert worden, die Sägewerke hatten – in Erwartungen von viel Holz durch Käferbefall – ihre Lager leer gelassen.
Doch der Käferbefall blieb aus. Weil die Vorräte leer und damit das Holz gefragt war, erzielte Neuweiler gute Preise beim Verkauf. „Insgesamt lief’s gut“, zog Jan Heckmann ein Fazit.
Einschlag aktuell Im laufenden Jahr wurden im Gemeindewald bisher 10 113 Festmeter Holz geschlagen, durchschnittlich seien es pro Jahr 11 032. Damit sei Revierförster Stefan Rückert „sehr gut unterwegs“.
Das trifft auch auf die Einnahmen zu.
Wie Rückert, der nun übernahm, schilderte, wurde laut Plan ein positives Ergebnis von 230 000 Euro erwartet. Derzeit seien es bereits knapp 377 600 Euro, bis zum Jahresende könnten es sogar 422 000 Euro werden.
Anmerkung Anschließend meldete sich Gemeinderat Reinhard Kussack (FWU) zu Wort. Er wollte wissen, ob im Haushalt auch aufgeführt werde, was Ausgleichsmaßnahmen kosten – auch mit Blick auf die Arbeit, die Stefan Rückert damit hat. Hintergrund ist, dass durch den Bau der Hermann-Hesse-Bahn Ausgleichsmaßnahmen erforderlich sind.
Auch in Neuweiler: So sollen durch den Bahn-Bau betroffene Fledermausarten im Gemeindewald gefördert werden. Für ihn wäre eine entsprechende Auflistung – „was wir da alles aufgebrummt bekommen“ – interessant gewesen, merkte er an.
Ausblick Auch im kommenden Jahr sind 14 700 Festmeter Holzeinschlag geplant, 300 davon dürften als Käfer- oder Sturmholz anfallen. 3500 Festmeter sollen die drei Waldarbeiter der Gemeinde allein schlagen, den Rest in Zusammenarbeit mit Unternehmern oder alleine durch Letztere.
Die geplante Einschlagmenge ist deshalb so hoch, weil in den vergangenen Jahren der Forsteinrichtungsperiode – sie dauert von 2017 bis 2026 – nicht so viel Holz geerntet wurde wie vorgesehen. In Summe wurden seit dem Jahr 98 000 Festmeter geschlagen, dies entspricht 80 Prozent der eigentlich geplanten Menge.
Darüber hinaus sollen im Herbst 2026 Bäume auf einer Fläche von einem Hektar – verteilt auf sechs Standorte – gepflanzt werden. Auf einer Fläche von 13,1 Hektar soll außerdem Verbissschutz an Bäumen angebracht werden.