Viel wurde im Vöhringer Gemeinderat über das Holz aus dem Gemeindewald gesprochen.Symbol-Foto: pixabay Foto: Schwarzwälder Bote

Wald: Auf Weiterverkauf hat der Förster keinen Einfluss / Johannes Moch informiert den Gemeinderat

Wohin wird das Holz aus dem Vöhringer Gemeindewald verkauft? Hintergrund der Frage von Gemeinderat Andreas Haberer war, dass das einheimische Handwerk kaum noch Bauholz beziehen kann und die Materialknappheit in den Betrieben schon zu Kurzarbeit geführt hat.

Vöhringen. Revierförster Johannes Moch erläuterte am Montag bei der Gemeinderatssitzung in der Wittershauser Halle die derzeitige Situation.

Der Holzeinschlag beschränkte sich 2020 hauptsächlich auf die Aufarbeitung von Käfer- und Sturmholz. Bei Preisen unter 70 Euro pro Festmeter habe sich der Verkauf nicht gelohnt. Doch dann zogen die Preise auf dem Holzmarkt an. "Wir sind voll eingestiegen", sagte Moch. Von den geplanten 7500 Festmetern seien bereits 5800 Festmeter eingeschlagen worden. Dabei wurden Forstunternehmen eingesetzt. Die restlichen 1700 Festmeter werden die Waldarbeiter der Gemeinde übernehmen. Moch versicherte: "Wir verkaufen das Holz an die regionalen Sägewerke, nicht in die USA oder nach Asien".

Doch wohin diese dann das Schnittholz weiter verkaufen, das, bedauerte Moch, "wissen wir nicht. Das können wir auch nicht steuern". Haberer sah die Gemeinde als Waldbesitzer in der Verantwortung, dass auch die heimischen Betriebe mit Holz bedient werden. Ob ein Einschlagstopp möglich wäre, wollte er daher wissen.

Bürgermeister Stefan Hammer sah dies auch unter dem Blickwinkel der Nachhaltigkeit. Sei es sinnvoll, zusätzliches Holz herauszunehmen, wenn der Wald ohnehin unter Stress stehe? "Wir geben nicht Gas", versicherte Moch. Dem Wald werde entsprechend dem Zehn-Jahres-Plan grundsätzlich auch nur so viel Holz entnommen, wie nachwachse.

Momentan sieht er beim Holzeinschlag durchaus Luft nach oben, nachdem im vergangenen Jahr 2000 Festmeter weniger aus dem Gemeindewald geholt worden waren als geplant. Da sei der Preis im Keller gewesen. Jetzt könnte er aber ein Niveau erreichen, dass sich ein verstärkter Einschlag lohne. Dafür müssten jedoch wieder Unternehmen beauftragt werden.

Die zusätzlichen "Sachkosten" würden durch höhere Holzerlöse abgedeckt. Die eigenen Waldarbeiter seien mit dem restlichen Planhieb, der Kultursicherung und Jungbestandspflege ausgelastet. Auch könnte wieder mehr Käferholz anfallen, das verarbeitet werden müsse. Bessere Preise werden, so Moch, derzeit nur fürs Leitsortiment – Stämme mit einem Durchmesser von 25 bis 30 Zentimetern – erzielt. Das restliche Holz, das unter anderem für die Papierherstellung genutzt wird, könne so gut wie nicht verkauft werden. "Wir kriegen es nicht los. Es ist verrückt", beschrieb Moch die Lage auf dem Holzmarkt. "Es wäre unmoralisch, wenn die Gemeinde die Dollarzeichen in den Augen hätte".

"Die goldene Nase verdienen sich die Sägewerke", meinte Angelika Stirle. Sie wäre mit einem höheren Einschlag einverstanden, wenn das Holz die örtlichen Zimmereien bekämen. Es sollte aber nicht nach Amerika exportiert werden, "nur damit unsere Kasse klingelt".

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