Die Stadt Vöhrenbach will 750 000 Euro in die Sanierung des Freibads Schwimmi investieren. (Archivbild) Foto: Marc Eich

Der Haushaltsplan 2026 der Stadt Vöhrenbach zeigt ein Defizit von 794 300 Euro, hohe Investitionen und neue Kredite – der Gemeinderat muss nun nach Lösungen suchen.

In der jüngsten Gemeinderatssitzung wurde der Haushaltsplan 2026 durch den Kämmerer Armin Pfriender eingebracht. Es wurden die verschiedenen Eckdaten vorgestellt und die Unterlagen dann an den Gemeinderat zur weiteren Beratung überwiesen.

 

Pfriender machte deutlich: Die Haushaltsplanung 2026 erfolgt unter sehr schwierigen Rahmenbedingungen und mit hohen Anmeldungen und Wünschen. Um einen halbwegs ausgeglichenen Haushaltsplan zu bekommen, seien viele Ansätze auf ihre Notwendigkeit, Finanzierbarkeit und auf mögliche Kürzungen, Streichungen oder Verschiebungen zu überprüfen. Dies sei nun die Aufgabe des Gemeinderates.

Weitere Details erfolgen dann in der nächsten Sitzung, wobei Pfriender wieder auf entsprechende Vorschläge aus dem Gremium wartet. Der Entwurf des Ergebnishaushalts weist mit 12 474 800 Euro an Aufwendungen gegenüber Erträgen, also Einnahmen von 11 680 500,01 Euro und einem Defizit von 794 300 Euro auf.

Eigentlich sollte der Ergebnishaushalt mindestens mit einer schwarzen Null und keinesfalls mit einem negativen Ergebnis abgeschlossen werden. Wesentlich für die effektive Haushaltsplanung wäre die Eröffnungsbilanz zu Beginn des neuen kommunalen Haushaltsrechts zum Januar 2020.

Dies sei aktuell eine der dringendsten Aufgaben in der Kämmerei. Erst wenn diese Bilanz vorliegt, können dann die Haushaltsabschlüsse der folgenden Jahre endgültig festgestellt werden.

Zahlungsmittelüberschuss von 125 000 Euro

Nach dem vorläufigen Ergebnissen der letzten Jahre geht Pfriender aber von Ertragsüberschüssen aus, die im Planungsjahr 2026 noch für einen Ausgleich des Ergebnishaushalts genutzt werden können. Im Finanzhaushalt ergibt sich noch ein Zahlungsmittelüberschuss von 125 000 Euro. Dieses positive Ergebnis kann allerdings noch geringer werden.

Im Finanzhaushalt müssen aber auch die Gelder für Zins und Tilgung der Kredite erwirtschaftet werden. Wenn diese notwendigen Gelder nicht erwirtschaftet werden können, stellt sich die Frage, ob der Haushalt noch genehmigt werden kann.

Einzahlungen und Auszahlungen

Beim Thema Investitionen 2026 geht man von Einzahlungen von 1,7 Millionen Euro aus. Dies wären Zuschüsse, Einnahmen aus Grundstücksverkäufen und Erschließungsbeiträge für weitere Grundstücke. Demgegenüber stehen allerdings 2,7 Millionen Euro an Auszahlungen.

Dazu gehört die im kommenden Jahr geplante Fertigstellung der Sanierung des Rathauses mit etwa 350 000 Euro, der Kauf eines Hauses als Flüchtlingsunterkunft für 300 000 Euro, die beschlossenen Maßnahmen in der Wasserversorgung und auf den Friedhöfen und ganz besonders die erste Rate für Planungen bei der Sanierung des Freibades Schwimmi mit 750 000 Euro.

Zusätzlicher Finanzmittelbedarf von einer Million Euro

Diese Zahlen ergeben einen zusätzlichen Finanzmittelbedarf von 1 033 000 Euro. Fördermittel wurden hier schon berücksichtigt, weitere Fördermittel wären mehr als notwendig, so Pfriender. Mit Abrechnung der weiteren Zahlen ergibt sich die Notwendigkeit, weitere Kredite von 1 290 000 Euro aufzunehmen und damit die Schulden der Stadt Vöhrenbach erneut deutlich anzuheben.

In der kommenden Sitzung wird der Gemeinderat nun versuchen, dieses Ergebnis noch einmal etwas zu verbessern, gerade auch mit Kürzungen und Streichungen.