Der Tuninger Gemeinderat erhält Einblick in Holzvermarktung, Waldzustand und Planzahlen – mit Fokus auf regionale Abnehmer, CO2-Bindung und langfristige Strategien.
Revierleiter Matthias Berger und der stellvertretende Forstamtsleiter Matthias Schupp gaben in der jüngsten Tuninger Gemeinderatsitzung einen Einblick in die aktuellen Zahlen des Waldes und insbesondere auch in die vorläufigen Planzahlen für das nächste Jahr.
Vorab gab es einen Einblick in die Vermarktung der Tuninger Hölzer. Der Großteil wird von regionalen Abnehmern gekauft, davon in 2025 annähernd 2000 Festmeter Stammholz und 400 Festmeter Palettenholz, welche an regionale Sägewerke verkauft werden.
Der Bereich Energieholz für Brennholz oder Hackschnitzel macht lediglich rund 12 Prozent aus. „Im Sinne der Nachhaltigkeit verkaufen wir aktuell keine Hölzer nach China oder USA“, so Schupp. Wohin allerdings die Sägewerke ihr bearbeitetes Holz verkaufen, hierauf habe man als Forstbehörde keinen Einfluss.
Entfernung von befallenen Bäumen
Ein großes Augenmerk wird auf die Entfernung von befallenen Bäumen gerichtet, um einen Übergriff auf gesamte Waldflächen zu vermeiden.
Diese „zufällige Nutzung“ erschwert jedoch die planerische Waldarbeit, da oftmals nur punktuell gearbeitet werden kann, was oftmals nicht wirtschaftlich ist. Aber der Tuninger Wald ist aktuell in einem insgesamt guten Zustand und sorgt für eine sehr hohe CO₂ Bindung.
Zu den endgültigen Zahlen 2025 könne man aktuell noch keine definitive Hausnummer geben, meint Kämmerin Anina Renner. Der Zahlungseingang liege aber bereits über den Planzahlen. Der Holzpreis 2025 sei derzeit auf einem guten Niveau und man sei optimistisch, dass sich dieser auch 2026 fortsetze, so Renner.
Die langfristige Planung
Mathias Berger plant für 2026 einen Einschlag von rund 2000 Festmetern. Das führe zu Planerträgen von rund 155 000 Euro. Dagegen stünden jedoch die Kosten für die Holzfällung und Aufbereitung von 69 000 Euro, Unterhalt der Waldwege von 33 000 Euro, Verwaltungskosten von 40 700 Euro sowie der Waldkulturkosten von 21 000 Euro.
Unter dem Strich stehen insgesamt 191 700 Euro Kosten den Planerträgen gegenüber, so dass mit einem vorläufigen Verlust von 36 000 Euro gerechnet wird. Allerdings, so Berger, können sich diese Zahlen durch die nicht planbaren Einschläge noch verändern.
Als Grundlage einer langfristigen Planung steht nach wie vor der Zehnjahresplan, wo man trotz des geplanten Verlustes noch mit rund 51 000 Euro im Gesamtsaldo im Plus steht.