In der Gemeinde Zimmern gibt es für den Bauhof keine Reglementierung bei der Bepflanzung von öffentlichen Flächen. Ein Antrag der Grünen-Fraktion auf Festlegung einer Pflanzliste wurde im Gemeinderat abgelehnt. Foto: Weisser

Im Gemeinderat Zimmern scheitert der Antrag der Grünen zur Pflanzliste für heimische Bäume und sorgt weiter für Diskussionen über Ökologie und Bürokratie

Ein Antrag der Grünen-Fraktion zur Festlegung einer verbindlichen Pflanzen- und Baumliste für Neupflanzungen auf kommunalen Flächen ist in der jüngsten Sitzung des Gemeinderats Zimmern gescheitert.

 

Bei der Abstimmung ergab sich ein Patt. Neun Ratsmitglieder stimmten für den Antrag, neun votierten dagegen und sieben enthielten sich - somit war der Vorschlag abgelehnt. Dieser zielte darauf ab, die Auswahl geeigneter heimischer Bäume und Gehölze unter Berücksichtigung ökologische Kriterien und Aspekte festzulegen. Der Bauhof hatte nach Eingang des Antrags eine Pflanzliste erarbeitet. Diese sollte als Grundlage für künftige Pflanzmaßnahmen dienen.

Ökologisch wertvolle Pflanzen - so der Tenor im Antrag – förderten die Artenvielfalt von Insekten, Vögeln und anderen Nützlingen. Die Gemeinde müsse ein Zeichen für die Ökologie setzen und mit gutem Beispiel vorangehen, meinte Gemeinderätin Sandra Scheller. Es sei nicht entscheidend, dass der Baum „toll aussieht“, sondern dass er ökologisch passe. Für Elke Müller ist die Pflanzliste „ein kleiner Schritt in die richtige Richtung“.

Die Diskussion

Ganz anders die Auffassung von Gemeinderätin Beate Engler. Sie sieht in der beantragten Satzung „einen weiteren Bürokratie-Baustein.“ Bisher habe man „das auch ganz gut ohne Satzung hingekriegt“, sagte sie. Der Nutzen sei überschaubar. Für Bürgermeisterin Carmen Merz ist die Liste dagegen „kein größeres Bürokratie-Monster“. Marcel Kammerer befürwortete grundsätzlich den Antrag der Grünen-Fraktion. Es sei sinnvoll, heimische Pflanzen zu berücksichtigen. Kammerer sprach sich dafür aus, „dem Bauamt Flexibilität an die Hand zu geben“. Eine Liste würde nicht gebraucht, merkte seine Ratskollegin Ingrid Balke an. Diese will sich auf die Landschaftsgärtner verlassen.

Liste bleibt geheim

Denn: Diese wüssten, „was für den Boden gut ist“. Man müsse sich – so sagte Balke - nach den Gegebenheiten richten. Es sei nicht immer einfach, dem Standort den passenden Baum zuzuordnen, deutete Andreas Schobel an. „Wir behalten die Liste für uns, wir wissen, dass wir sie haben“, fasste Merz nach dem ablehnenden Votum zusammen.