Wer künftig nach Kirnbach fährt, soll schon am Ortsschild schwarz auf gelb ablesen können,dass er in einer Bollenhutgemeinde ist. Für den Austausch der drei Ortsschilder nach dem Ja des Innenministeriums rechnet die Verwaltung mit rund 1000 Euro. Foto: Münnich (Archivfoto)

Auf Initiative aus dem Wolfacher Stadtteil Kirnbach soll künftig die Herkunft der Schwarzwaldtracht mit einem Namen wie „Bollenhutgemeinde“ betont werden.

Der Bollenhut zieht – und künftig will man auch in Wolfach stärker mit der Herkunft der Tracht werben, die zum internationalen Symbol für den ganzen Schwarzwald wurde. Auf Vorstoß aus den Reihen der Kirnbacher Bürger soll der Stadtteil künftig einen formellen Namenszusatz führen dürfen. Den entsprechenden Antrag ans Innenministerium brachte der Gemeinderat auf den Weg.

 

Nicht öffentlich sei das Gremium schon vor einiger Zeit über den Vorstoß aus Kirnbach informiert worden, erläuterte Bürgermeister Thomas Geppert. Wie berichtet, gab es vorab auch schon Abstimmungsgespräche mit dem baden-württembergischen Innenministerium: Bollenhutdorf oder Bollenhutgemeinde seien „mit sehr guten Erfolgsaussichten“ beschieden worden, der ebenfalls vorgeschlagene Begriff Bollenhuttal werde in den Stuttgarter Amtsstuben dagegen kritisch gesehen: Eine solche Bezeichnung beziehe sich laut Beratungsvorlage aus Ministeriumssicht für Außenstehende „eher auf einen Landstrich und nicht explizit auf den Ortsteil“.

Die Dopplung mit Gutach sei kein Problem

Doch wäre es überhaupt möglich, dass zwei Gemeinden die gleiche Zusatzbezeichnung tragen, wollte Michael Schamm (CDU) wissen. Und wenn ja: Habe man sich vorab mit Gutach unterhalten? Schließlich darf die Nachbargemeinde den Titel Bollenhutgemeinde bereits seit Dezember 2025 offiziell führen. „Nein, mit Gutach direkt ist nicht über das Thema gesprochen worden“, erwiderte Geppert. Selbstbewusst dürfe man fragen: „Warum auch? Wir sind ja Bollenhut, genauso wie Gutach und Reichenbach.“ Bei aller guter Nachbarschaft: „Gutach sagt uns auch nicht alles“, stellte Geppert fest.

Bollenhutgemeinde treffe im rechtlichen Sinn nicht wirklich zu, denn schließlich sei Kirnbach ein Stadtteil, resümierte Peter Ludwig (CDU). „Bollenhuttal trifft’s eigentlich ziemlich genau, so wie’s ist in Kirnbach.“ Er werde den Vorstoß so oder so unterstützen, schlug aber vor „mal einen vom Innenministerium herzuholen. Vielleicht hätten wir dann bessere Chancen.“

Kordula Kovac (CDU) sah in der Titel-Gleichheit einen Vorteil und warb für Reichenbach als dritte offizielle Bollenhutgemeinde im Bunde. So könne man auch in der überörtlichen Vermarktung gemeinsam auftreten, etwa nach dem Vorbild der Fachwerkstraße.

„Ich als Kirnbacher, ich hätte das gar nicht gebraucht – aber da Gutach vorgezogen ist …“, warf Markus Wöhrle (FWV) ein. Ob Kirnbach, Gutach oder Reichenbach: „Für mich ist das eine Tracht.“ Auch er plädierte daher für den Einheitszusatztitel Bollenhutgemeinde.

Gemeinderat stimmte geschlossen mit Ja

Für die Beantragung einer Zusatzbezeichnung für das gelbe Ortsschild fordere das Innenministerium einen qualifizierten Mehrheitsbeschluss, erläuterte Geppert dem Gremium. Im Fall des Wolfacher Gemeinderats mit seinen 18 Ratsmitgliedern plus Bürgermeister wären damit mindestens 15 Ja-Stimmen nötig gewesen, sowohl für die generelle Frage nach einem Zusatztitel als auch nach der konkreten Benennung. Der Rat ließ keinen Zweifel an seiner Unterstützung für das Ansinnen aus Kirnbach aufkommen und stimmte in Abwesenheit der entschuldigten Nicole Oberle (FWV) geschlossen mit 18 Stimmen für die Beantragung des Titels Bollenhutgemeinde.