Die Tiefbrunnen in Effringen können derzeit gar nicht oder nur auf niedrigem Niveau genutzt werden. Foto: Priestersbach

Eckart Stetter zeigte dem Wildberger Gemeinderat mit einem Strukturgutachten eine "zukunftsfähige Gesamtlösung" für die Wassserversorgung auf.

Wildberg. Die Wasserversorgung im Land unterliegt derzeit einem Wandel: Neue Vorschriften und veränderte Rahmenbedingungen wie der Klimawandel sorgen dafür, dass sich die Wasserversorger anhand von Strukturgutachten zukunftsorientiert aufstellen.

Vor diesem Hintergrund hatte auch der Wildberger Gemeinderat ein Strukturgutachten für die Wasserversorgung in Auftrag gegeben – dessen Ergebnisse in der jüngsten Sitzung präsentiert wurden. "Das ist ein ganz wichtiger Punkt für die Stadtentwicklung", stellte Bürgermeister Ulrich Bünger einleitend fest. Zwar seien das jetzt noch keine endgültigen Ergebnisse, doch zeige das Gutachten, wohin die Reise gehen werde. Erfreulich fand es der Rathauschef, dass es dem Büro Dreher und Stetter aus Empfingen gelungen war, dieses komplexe Thema verständlich zu Papier zu bringen.

Ziel sei eine sichere Wasserversorgung in der Zukunft unter wirtschaftlichen Rahmenbedingungen, wie Eckart Stetter dem Gemeinderat bei der Vorstellung seiner Präsentation erläuterte. Derzeit gebe es in der Gesamtstadt sechs Eigenwasservorkommen aus zwei Tiefbrunnen und vier Quellen. Während in Schönbronn ausschließlich Wasser von der Schwarzwaldwasserversorgung bezogen wird, erfolgt die Versorgung in Sulz bislang aus eigenen Quellen und über den Zweckverband Buchenwasserversorgung – ebenso in Wildberg und Gültlingen. Im Stadtteil Effringen beziehen die Einwohner Mischwasser aus zwei Tiefbrunnen und von der Schwarzwaldwasserversorgung. Die Härtegrade schwanken dabei zwischen 3,2 in Schönbronn bis 21,7 in Sulz.

Während in Effringen die beiden Tiefbrunnen zurzeit nicht mehr oder nur auf niedrigem Niveau genutzt werden können, schwanken die Quellschüttungen in Sulz ebenfalls. So seien hier wie auch in Schönbronn strukturelle Maßnahmen und Anpassungen erforderlich.

Investitionen können in dieMillionen gehen

Mit Blick auf die fachliche Beurteilung der Bausubstanz und Technik, stellte Eckart Stetter fest: "Ein Lob an Wassermeister Schanz und seine Mannschaft – alle Anlagen sind trotz des teilweise hohen Alters in einem gepflegten Zustand." Dank der ständigen Anpassungen und Ertüchtigungen in der Vergangenheit stünden nur wenige dringende Maßnahmen an.

Ziel in Sachen Wasserversorgung müsse es nun sei, so der Planer, das Wildberger Stadtgebiet in drei Gebiete mit möglichst gleicher Wasserqualität aufzuteilen. Dafür müsse die Buchenwasserversorgung das Eigenwasser entsprechend aufbereiten, damit es uneingeschränkt mit Wasser der Bodenseewasserversorgung gemischt werden kann.

Wie aus der Präsentation ebenfalls ersichtlich wurde, sind zur Umsetzung der strukturellen Anpassungen und Ertüchtigungen der Bestandsanlagen bauliche Investitionen in Millionenhöhe erforderlich – die je nach Ausbauvariante unterschiedlich hoch ausfallen. Abschließend sprach Eckart Stetter von einer "zukunftsfähigen Gesamtlösung".

In der folgenden Diskussion fand es SPD-Gemeinderat David Mogler wichtig, die Bevölkerung bei Thema Wasserverbrauch dafür zu sensibilisieren, dass es sich dabei um ein wertvolles und rares Gut handele. Für Rolf Dittus von den Freien Wählern ist es bedeutsam, die Wasserversorgung der Schäferlaufstadt "auf mehrere Standbeine zu stellen", wobei er in dem Strukturgutachten sehr gute Ansätze sah. Rolf Weik (CDU) fand in diesem Zusammenhang die Prüfung wichtig, inwieweit die Wasserversorger die Bezugsquoten für Wildberg erhöhen können. "Wir können beim Strukturgutachten mitgehen", erklärte Regina Schröder (Bündnis 90/Grüne). Allerdings befürchtet sie durch das Bohren weiterer Brunnen neue Probleme. "Da hätte ich auch gerne andere Quellen mehr untersucht", so Regina Schröder beispielsweise mit Blick auf die Nutzung von Regenwasser bei Neubauvorhaben.

Land gewährtFörderquoten bis zu80 Prozent

Bei Förderquoten bis zu 80 Prozent stellte Bürgermeister Bünger fest, dass die Wasserwirtschaft "auch vom Land als wichtige Sache angesehen wird". Kämmerer Andreas Bauer will jetzt die einmalige Chance nutzen und zeitnah die entsprechenden Förderanträge für die dringlichen Maßnahmen in Effringen und Schönbronn einreichen.