Mit dem Bebauungsplan "Sondergebiet Freizeitgelände Braunjörgen" soll das seit fast 40 Jahren bestehende Freizeitgelände des Sulzer CVJM planungsrechtlich gesichert werden. Foto: Priestersbach

Einstimmig fasste der Wildberger Gemeinderat den Aufstellungsbeschluss für den Bebauungsplan "Sondergebiet Freizeitgelände Braunjörgen" in Sulz am Eck.

Wildberg - "Es geht darum, im Außenbereich den Bestand für die Vereine zu sichern", erklärte Bürgermeister Ulrich Bünger, dass man in diesem Fall einen ähnlichen Weg beschreiten wolle, wie zuvor bereits beim Vereinsgelände des MSC "Falke" Sulz am Eck.

Seit Mitte der 80er-Jahre betreibt der CVJM Sulz am Standort Braunjörgen ein Freizeitgelände, das auch von der Sulzer Gesamtgemeinde sowie Kindergartengruppen oder Schulklassen genutzt wird. Vor Corona wurden jährlich rund 11 000 Übernachtungen gezählt, zumal auf dem Braunjörgen auch Groß-Camps mit bis zu 500 Teilnehmern aus ganz Baden-Württemberg stattfinden. Dabei ist die heutige Bestandssituation nach und nach gewachsen – samt Lager- und Sanitärbereich, Spiel- und Sporteinrichtungen, einer Schutzhütte und einem Kleinspielfeld.

Bebauung im Außenbereich ist schwierig

"Der Braunjörgen hat sich zu einem viel genutzten und multifunktionalen Freizeitgelände entwickelte“, machte Till Brieger aus dem Fachbereich Bauen und Planen im Wildberger Rathaus deutlich. Doch sei eine Bebauung im Außenbereich grundsätzlich schwierig, und nachdem bislang keine verbindliche Bauleitplanung existiert, empfehle sich die Aufstellung eines Bebauungsplanes mit der Ausweisung des Freizeitgeländes als Sondergebiet. Dies besonders vor dem Hintergrund baulicher Modernisierungswünsche sowie einer perspektivischen Weiterentwicklung auf dem Braunjögen. So wurde vom Sulzer CVJM ein Konzept zur baulich-infrastrukturellen Zukunftsentwicklung erarbeitet, das jedoch nur durch die Aufstellung eines Bebauungsplanes sowie einer Änderung des Flächennutzungsplanes realisiert werden kann.

"Wir sind auf einem guten Weg"

"Das sind sehr komplexe Zusammenhänge, aber wir sind da auf einem guten Weg", stellte Bürgermeister Bünger mit Blick auf den aktuellen Stand fest. Denn Ziel des aufzustellenden Bebauungsplanes sei es, dort eine geordnete bauliche Entwicklung sicherzustellen, die sich gut in das landschaftlich sensible Umfeld einbindet. Der Geltungsbereich des Bebauungsplanes umfasst eine Fläche von rund dreieinhalb Hektar, wobei die Kosten des Verfahrens und der Umsetzung vom CVJM getragen werden. Die Details sollen in einem städtebaulichen Vertrag geregelt werden, und die Stadt Wildberger hat sich im Rahmen der Leader-Förderung bereits dazu verpflichtet, einen zehnprozentigen Investitionszuschuss der Gesamtkosten zu leisten.

Räte signalisieren Zustimmung

In der anschließenden Diskussionsrunde signalisierten die Räte ihre Zustimmung zu den Plänen des Sulzer CVJM und zur Aufstellung eines Bebauungsplanes. Der Braunjörgen werde vor allem von Jugendlichen und Heranwachsenden genutzt, wobei der "CVJM hier eine sehr gute Arbeit leistet", betonte SPD-Rat Dieter Dannenmann. Für die CDU machte Gerhard Ostertag deutlich, dass seine Fraktion die Absicht unterstützt, "das Gelände zukunftsfähig zu machen". In den Augen des Fraktionsvorsitzenden der Freien Wähler und Sulzer Ortsvorstehers Rolf Dittus ist es wichtig, das Freizeitgelände durch eine Bauleitplanung abzusichern. "Allerdings müssen wir auch die Interessen des Naturschutzes im Auge behalten", so Dittus.