Einen ausführlichen Einblick in die Entwicklung der offenen Jugendarbeit in Waldachtal erhielt der Gemeinderat am vergangenen Dienstag.
Tanja Noder ist seit Beginn des Jahres 2023 als erste Jugendsozialarbeiterin in der Gemeinde Waldachtal tätig und arbeitet nach den Grundsätzen der „Akademie Eigensinn“. Diese beinhalten die Schlagworte Respekt, Aufmerksamkeit und Disziplin.
Die offene Jugendarbeit hat sich auf die Fahnen geschrieben, dass Jugendtreffs als sicherer Ort zur Geltung kommen sollen. Inner- und außerhalb der Jugendtreffs werden ferner offene Angebote zur Freizeitgestaltung gemacht. Die offene Jugendarbeit erstreckt sich derzeit über sechs Standorte in Oberwaldach, Tumlingen und Salzstetten. So wurde der Jugendraum Oberwaldach an 23 Terminen in 2024 geöffnet, was insgesamt 354 Kinder und Jugendliche anlockte. Den „Club der coolen Socken“ in der Grundschule Salzstetten besuchten 391 Teilnehmer bei gleicher Zahl an Öffnungstagen.
Outdoor Jugendtreff besteht seit dem Jahr 2023
Das Freizeitangebot in und um die Sporthalle der Waldachtalschule nutzen 384 Sportbegeisterte an 24 Öffnungstagen, während das Mittagspausenangebot 522 Kinder und Jugendliche 23 Mal nutzten. Zusätzlich wurde im Mai 2023 an der Waldachtalschule der „Outdoor Jugendtreff“ (OJ) Tumlingen eingerichtet, der in den Wintermonaten „Indoor“ - in der Sporthalle – stattfand. Insgesamt 27 Mal fand der „OJ“ in 2024 statt, was von 376 jungen Menschen genutzt wurde. Der „JuSa23“ (Jugendraum) Salzstetten hatte an 30 Tagen geöffnet, wodurch sich 428 Kids und Jugendliche trafen.
Beachtlich war auch die Liste der sonstigen Geschehnisse und weiteren Angebote der Jugendarbeit. Unter anderem wurden Angebote im Ferienprogramm, Panoramabad auf den Schulhöfen beider Schulen und am Hörschweiler See geschaffen. Darunter weitere sportliche Events, wie Beachvolleyball am See, Bowling und das Night-Soccer-Turnier, welches jedes Jahr im Herbst in Waldachtal stattfindet.
Die offenen Angebote und weitere Events wurden von 654 Personen in Anspruch genommen. Ende 2023 verzeichnete Noder insgesamt 1029 Kinder und Jugendliche, welche seit Beginn der Jugendarbeit die unterschiedlichen Angebote wahrnahmen. Innerhalb einem Jahr hat sich die Zahl der Teilnehmenden verdreifacht. So berichtete Noder, dass in 2024 in Summe 3109 Kinder und Jugendliche teilnahmen.
Noder sei es wichtig, tragfähige Beziehungen zu schaffen sowie für die Kinder und Jugendlichen als Gesprächspartner, Vorbild und Wegbegleiter zu fungieren. Dies weiß die Zielgruppe auch sehr zu schätzen. „Du bringst so viel Licht und Freunde in mein Leben und vor allem in die dunklen Tage“, soll ein 16-jähriges Mädchen ihr mitgeteilt haben. Dies sei kein Einzelfall.
In ihrer Arbeit mit den Kids setzt sich Noder auch mit dem psychischen Zustand ihrer Klienten auseinander und schafft eine gute Vertrauensbasis, so dass sich die Jugendlichen ihr anvertrauen und öffnen können. So komme es auch vor, dass Noder bei vereinzelten Jugendlichen suizidale Gedanken oder den Drang zur Selbstverletzung feststellt. Dass die offene Jugendarbeit hierbei Abhilfe schaffen kann, zeigt sich dann, wenn Betroffene neuen Lebensmut bekommen und im Wesen eine positive Veränderung aufzeigen.
Grassi würdigt Tanja Noder als richtige Besetzung
Dem konnte Bürgermeisterin Annick Grassi nur zustimmen. „Ich bin nach wie vor der Meinung, dass es damals die richtige Entscheidung war und sie die richtige Besetzung sind“, konstatierte Grassi.
In ihrem Ausblick gab Noder bekannt, dass neben den bestehenden Angeboten die Erarbeitung und Umsetzung eines neuen Projekts auf der Agenda steht. So soll das „SAM-Projekt“ für Mädchen die Themen „Selbstfürsorge, Achtsamkeit und Mut“ aufgreifen.