Der aktuelle Holzpreis lässt selbst Förster Alfred Heinzelmann staunen. Er rechnet mit 420 000 Euro Ertrag. Dem Käfer sagen die Waldbesitzer den Kampf an – mit Erfolg.
Positive Nachrichten aus dem Vöhrenbacher Forstamt: Förster Alfred Heinzelmann konnte bei den Beratungen über den Forstwirtschaftsplan 2026 berichten, dass im aktuellen Jahr der Ertrag mit rund 370 000 Euro um etwa 50 000 Euro höher ausfällt als im ursprünglichen Plan. Für das neue Jahr hat er aufgrund der Zahlen sogar einen Gewinn von 420 000 Euro einkalkuliert.
Ein großer Dank von Bürgermeister Wehrle galt dabei Förster Heinzelmann für seinen engagierten Einsatz für den Vöhrenbacher Stadtwald.
Auch bisher habe er den Gewinn immer sehr vorsichtig kalkuliert und häufig bessere Zahlen erreicht, was sich im städtischen Haushalt natürlich immer positiv bemerkbar mache. Auch der Leiter des Forstamtes Schwarzwald-Baar, Frieder Dinkelaker betonte, dass Alfred Heinzelmann sich sehr intensiv um den Wald kümmere und vor allem bei der Bekämpfung der Käferplage hervorragende Arbeit leiste.
Dinkelaker ging auf allgemeine Entwicklungen in Forst und Wald ein. Er machte deutlich, dass keine Waldflächen für Photovoltaik zur Verfügung gestellt werden können. Bei der Windkraft dagegen sei der Flächenverbrauch sehr gering.
Gute planmäßige Nutzung
Anhand der vergangenen Jahre zeigte er auf, dass die Belastung durch Sturm oder Käfer im Schwarzwald-Baar-Kreis aktuell relativ gering seien und damit der Anteil der planmäßigen Nutzung in den Wäldern relativ hoch liege. Vor allem bei der Käferplage seien die Waldbesitzer aktiv gewesen. Außerdem würden die Käfer im Lauf der Jahre scheinbar etwas schwächer. In Vöhrenbach sei der Anteil an planmäßiger Nutzung noch deutlich höher. Er hoffe auch auf ein so entspanntes Jahr 2026 mit guten Preisen auf dem Markt.
Neue EU-Bestimmungen
Sorgen bereiten den Waldbesitzern neue EU-Bestimmungen, die zum Schutz von Gebieten im Regenwald sorgen sollen, aber im Rahmen der Gleichbehandlung auch für Deutschland gelten.
Für den Stadtwald berichtete Alfred Heinzelmann, dass es im vergangenen Jahr wieder 48 000 Euro an Fördermitteln für verschiedene Bereiche gab. Der Holzpreis steige weiter und sei mit 132 Euro so hoch wie er es selbst noch nie erlebt habe. Auch für das neue Jahr sei er zuversichtlich.
Nässe drängt Käfer zurück
Auf Anfrage aus dem Gemeinderat erläuterte er die Bedeutung nasser Zeiten im Wald, wodurch der Käfer zurückgedrängt werde. Auch im vergangenen Jahr gab es im Frühjahr zwei sehr trockene Monate, dann aber auch wieder Nässe. Albert Schwörer (BWV) merkte an, dass der Preis für Bauholz zwar hoch sei. In der aktuellen Lage werde aber weniger gebaut, der Preis könne schnell wieder sinken. Aus solchen Gründen, so Heinzelmann, kalkuliere er den Gewinn immer sehr vorsichtig, um die Zahlen nicht später senken zu müssen. Entscheidend sei es, rechtzeitig die Käferbäume zu entdecken. Dies sei mit viel Zeitaufwand verbunden, denn nur bei einem Gang durch den gesamten Wald könne man die einzelnen kleinen Warnzeichen entdecken und reagieren.
Im Forstwirtschaftsplan 2026 kalkuliert der Förster mit 11 000 Euro Einnahmen aus Jagdpacht und 1,1 Millionen Euro aus dem Holzverkauf. Demgegenüber stehen die Kosten, unter anderem für die Holzernte mit 760 000 Euro und neue Baumkulturen mit 95 000 Euro. Der Gemeinderat stimmte dem Plan mit den geschätzten 420 000 Euro Gewinn zu.