In den Ortsdurchfahrten von Vöhrenbach und Hammereisenbach wünscht sich der Gemeinderat Geschwindigkeitsreduzierungen. Foto: © Björn Wylezich – adobe.stock.com

Ein wichtiges Anliegen ist dem Gemeinderat und der Stadtverwaltung eine Reduzierung der Geschwindigkeit sowohl bei der Ortsdurchfahrt Hammereisenbach wie in Vöhrenbach. Immer wieder beklagen sich Bürger, dass dort viel zu schnell gefahren wird.

Der Gemeinderat plädierte nun mit großer Mehrheit dafür, in beiden Bereichen eine Geschwindigkeitsreduzierung anzustreben. Man ist sich allerdings bewusst, dass die Realisierung aufgrund der Vorgaben relativ schwierig ist.

 

Die Behörde hat schon beispielsweise bei Verkehrsschauen deutlich gemacht, dass die gesetzlichen Vorgaben auf einer Landstraße eine Geschwindigkeitsbeschränkung unter 50 Stundenkilometern nur unter strengen Bedingungen möglich machen.

Möglich wäre dies in Kur- oder Erholungsorten, in Bereichen mit Altenheim, Kindergarten und ähnlichen Einrichtungen oder aufgrund nachgewiesener übermäßiger Lärmbelastung. Doch diese Vorgaben, so die Verwaltung, treffen weder in Hammereisenbach noch in Vöhrenbach zu. Daher werde es schwierig sein, weitere Anträge beim Straßenverkehrsamt genehmigt zu bekommen. Der Ortschaftsrat Hammereisenbach hat aber nun eine Reduzierung der Geschwindigkeit in der Ortsdurchfahrt auf 40 Stundenkilometern beantragt.

Pflanz-Inseln und Straßenteiler haben Vor- und Nachteile

Man könne nun über Maßnahmen nachdenken, die die Geschwindigkeit reduzieren wie die Pflanz-Inseln in der Villinger Straße. Solche Inseln sind aber auch wieder Hindernisse für den Winterdienst. Auch der Straßenteiler beim „Felsen“ wird dazu beitragen.

Eine weitere Möglichkeit, ein Tempolimit zu bekommen, wäre über eine Lärmaktionsplanung. In das offizielle Programm des Landes kam Vöhrenbach aufgrund zu geringer Verkehrsdichte nicht. Eine solche aufwendige Erfassung von Verkehr und Lärm müsste auf Kosten der Stadt erfolgen. Im Blick auf das Risiko, dass die vorgegebenen Werte gar nicht überschritten werden und damit keine Geschwindigkeitsbegrenzung angeordnet wird, verursache dieses Verfahren zu hohe Kosten.

Ortsvorsteher Patrick Hellenschmidt (CDU) hielt aber eine Reduzierung der Geschwindigkeit trotzdem mit Blick auf die Sicherheit für dringend notwendig. Bei einer angeordneten Geschwindigkeit von 30 Stundenkilometern sei ein drohendes Fahrverbot wesentlich effektiver.

Sicherheit der Fußgänger im Blick

Rüdiger Hirt (CDU) machte deutlich, dass es nicht um eine Lärm-Reduzierung geht, sondern um die Sicherheit für die Fußgänger. Dies müsste auch deutlich nach außen getragen werden. Bei diesem Thema müsse man am Ball bleiben und auch im Zentrum von Vöhrenbach die Begrenzung auf 30 Stundenkilometer anstreben. Es gebe zwar kein Altenheim, aber das Pfarrzentrum werde regelmäßig von Mutter-Kind-Gruppen oder Senioren besucht, also eine ähnliche Situation. Vor allem aber seien Schilder das eine, Kontrollen das andere. Hier müsste man auch das Landratsamt auffordern, deutlich häufiger zu kontrollieren.

Bei einer Enthaltung und einer Gegenstimme wurde der Beschlussvorschlag der Verwaltung angenommen: Die Stadt soll für Hammereisenbach den Antrag auf 40 Stundenkilometer stellen zwischen Landmarkt und Hammerwirtshaus sowie für Vöhrenbach auf 30 Stundenkilometer vom Netto bis zur Bushaltestelle beim Anwesen Wolfer. Regelmäßig sollen wieder Geschwindigkeitskontrollen beim Landratsamt angefordert werden. Im Gespräch mit der Straßenbauverwaltung sollen außerdem weitere Geschwindigkeit-reduzierende Maßnahmen beraten und dem Gemeinderat vorgelegt werden.