Der Gemeinderat Unterkirnach beschloss die Änderung des Bebauungsplans Ortsmitte-Tal, damit das Grundstück mit dem evangelischen Gemeindehaus künftig zu Wohn- und Gewerbezwecken genutzt werden kann. Foto: Ulrich Schlenker

Der Gemeinderat Unterkirnach stimmte einer Änderung des Bebauungsplans für das kirchlich ungenutzte Grundstück zu.

Mit dem Beschluss zur Bebauungsplanänderung Ortsmitte-Tal ist der Weg nun endgültig frei für eine neue Nutzung zu Wohn- und Gewerbezwecken.

 

Bereits in seiner Sitzung vom Mai dieses Jahres hatte der Gemeinderat beschlossen, den Bebauungsplan im Bereich des evangelischen Gemeindehauses für eine Nutzung durch Wohnen und das Wohnen nicht störendes Gewerbe zu ändern. Die Kirche will das Gebäude verkaufen.

Der Unterkirnacher Dominic Krezalek will das Grundstück zum Wohnen und zur Unterbringung seiner Elektrotechnikfirma nutzen.

Anliegen aus dem Rat

In der Beschlussvorlage für die Änderung des Bebauungsplans blieben aber nun zwei Punkte nicht berücksichtigt, die das Ratsgremium zuvor verlangt hatte. Nämlich der Verzicht auf die Freizügigkeit für die Dachform und die Begrenzung der maximalen Gebäudehöhe.

Laut Rathausmitarbeiter Werner Rosenfelder hatten die beratenden BIT-Ingenieure davon abgeraten, um den Gebäudeumbau nicht zu erschweren. Die Gemeinde könne unerwünschte Bauvorhaben später immer noch durch eine Veränderungssperre stoppen, begründete Rosenfelder die Zurücknahme des Anliegens aus dem Gemeinderat. Bei Klaus Kuhnt kamen da Zweifel auf. „Müssen wir uns am Schluss gefallen lassen, dass hierüber geklagt wird?“, warf er in die Runde.

Ist das rechtssicher?

Auch für Thomas Rauer war die Rechtssicherheit ein Thema. „Wir vertrauen auf die Expertise von Werner Rosenfelder, dass wir rechtssicher sind“, hielt Martin Kuberczyk dagegen. Er selbst war es, der zunächst mit einer Begrenzung der Bauhöhe und einer Vorschrift für die Dachform ein in Zukunft mögliches Bauvorhaben für ein im Wohngebiet nicht passendes Gewerbegebäude verhindern wollte.

Kirche im Dorf lassen

„Es müsste im Fall der Fälle eine Täuschung von allen Beteiligten geben“, versuchte Schultes Andreas Braun die Gemütslage zu beruhigen. „Lassen wir die Kirche im Dorf“, schlug Jürgen Weißer in dieselbe Kerbe.

Der Gemeinderat beschloss bei zwei Enthaltungen von Klaus Kuhnt und Cornelia Ries mit großer Mehrheit die Änderung zur Nachnutzung des evangelischen Gemeindehauses im Bebauungsplan Ortsmitte-Tal. Der Weg für den geplanten Gebäudeumbau ist frei.