Der Hang hinter dem Pfarrhaus wird nicht durch einen Fußweg erschlossen, im Hintergrund das Schulhaus. Foto: Schönfelder

Abstimmung: Gemeinderat kippt Beschluss des Ortschaftsrates / Mehrkosten schrecken ab

Das war denkbar knapp. Mit acht gegen sieben Stimmen lehnte der Dunninger Gemeinderat den Bau einer Fußwegverbindung zwischen dem Baugebiet Stockäcker/Bösinger Weg und der Ortsmitte in Lackendorf ab. Der Ortschaftsrat hatte zuvor einstimmig dafür votiert.

Dunningen-Lackendorf. Gemeinde- und Ortschaftsräte waren teilweise aus den Ferien gekommen, um mitzuentscheiden, und am Ende war klar, dass jede Stimme wichtig war, so knapp ging’s aus. Wo liegt das Problem?

Noch in diesem Jahr soll die Erschließung des Baugebiets Stockäcker/Bösinger Weg weitere Fortschritte machen. Allerdings drängt die Zeit, da Winfried Baiker vom Rottweiler Ingenieur- und Planungsbüro umplanen musste. Der Verlauf des Regenwasserkanals aus dem Baugebiet in die Eschach musste geändert werden. Ursprünglich sollte er westlich der Kirche verlaufen. Im Zuge des Kanalverlaufs sollte auch eine fußläufige Verbindung von Baugebiet in die Dorfmitte angelegt werden. Der Hang werde sowieso für den Kanal aufgerissen, so könne man auch gleich einen Fußweg anlegen. Ein Anwohner hatte jedoch massivste Bedenken gegen den geplanten Verlauf ins Feld geführt. Er fürchtete, dass bei starkem Regen Waser in sein Haus eindringen könnte. Ortsvorsteher Hermann Hirt zeigte sich im Gespräch mit unserer Zeitung allerdings überzeugt, dass diese Lösung funktioniert hätte.

Nun soll der Kanal jedoch vom Baugebiet Richtung Süden führen, der geplante Fußweg soll nun in Richtung Altes Schulhaus und Altes Rathaus angelegt werden. Gedacht ist er hauptsächlich für die ganz jungen Lackendorfer, die noch in den Kindergarten gehen. Dies würde die Sicherheit in diesem Bereich, erhöhen. Ein Argument, das Martin Benner mit Blick auf einen landwirtschaftlichen Betrieb, der die Lindenstraße regelmäßig benutzt, besonders wichtig war. Die Gegner plädieren dafür, die Treppe wegzulassen, da der Nutzen in keinem Verhältnis zu den hohen Kosten stehe.

Also traf man sich am Montagabend auf dem Kirchenvorplatz, um noch einmal vor Ort zu diskutieren. Bürgermeister Peter Schumacher führte zunächst die Kosten ins Feld, wenn der Fußweg an der neuen Trasse angelegt wird. Die Verwaltung rechnet mit Mehrkosten in Höhe von rund 75 000 Euro. Hermann Hirt machte dagegen darauf aufmerksam, dass der Schwerlastverkehr, der durch die Lindenstraße rausche, für Fußgänger sicher nicht unproblematisch sei. Wenn die Kinder den sicheren Fußweg benutzten, hätten sie nur noch 20 Meter bis zum Kindergarten.

Christian Stemplinger versuchte die Bedeutung eines Fußwegs mit Zahlen zu verdeutlichen. Wenn das Gebiet vollständig bebaut sei, habe Lackendorf überschlägig rund 200 Einwohner mehr. Das bedeute, dass rund ein Viertel der Bevölkerung von der Ortsmitte abgeschnitten sei, wenn der Weg nicht kommt. Deshalb sei er notwendig. Lege man die Kosten auf alle möglichen 70 Bauplätze um, so sei der Weg erschwinglich. Die Kosten für die Retensionsfläche zur Sammlung des Regenwassers werde ja auch auf alle umgelegt.

Peter Schumacher lenkte den Blick in die weitere Zukunft. Irgendwann werde die Lindenstraße ausgebaut, natürlich mit Gehweg. Spätestens dann sei der Fußweg überflüssig. Wolfgang Gerst fand, dass die Mehrkosten nicht zu vermitteln seien und sprach sich gegen den Weg aus.

Bei der Abstimmung stimmten Gemeinde- und Ortschaftsräte bis auf die Enthaltung von Rainer Pfaller für die Verlegung des Regenwasserkanals auf eine Trasse zwischen Pfarr- und Altem Schulhaus. Acht gegen sieben Gemeinderäte lehnten am Ende den Fußweg ab, obwohl sich der Ortschaftsrat einstimmig dafür ausgesprochen hatte.

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