Das Thema rund um die Erweiterung des Gewerbegebiets „Kalkhof II“ dominierte die jüngste Sitzung des Gemeinderats Tuningen.
Angrenzend an das jetzige Gewerbegebiet Neuneck/Vor der Gasse will die Gemeinde Tuningen eine Erweiterung um rund zwei Hektar in die Wege leiten.
Das Büro Christ wurde beauftragt, die planungsrechtlichen Voraussetzungen für die Entwicklung im Anschlussbereich an die bestehenden Gewerbeflächen zu schaffen. Bereits im Jahr 2016 hatte man eine Erweiterung des Bestandsgebietes aufgestellt, diese jedoch nicht zur Rechtskraft gebracht, da der damalige Investor einen Rückzug machte.
In der Sitzung vom 15. Februar 2024 wurden die ersten Weichen gestellt, und die Stellungnahmen verschiedener Behörden galt es jetzt aufzuarbeiten.
Bürgermeister unzufrieden
Bürgermeister Ralf Pahlow zeigte sich zu Beginn erbost über die vielen Steine, welche das Regierungspräsidium für die kleine Erweiterung in den Weg lege. „Diese Verhinderungspolitik möchte ich mir nicht gefallen lassen, die Entscheidungen und Vorgaben des Regierungspräsidiums haben nichts mit einer kommunalen Unterstützung zu tun.“ Das Land schieße mit allem, was es kann, gegen solche Erweiterungsvorhaben.
So müsse aufgrund eines möglichen Starkregens eine Entwässerungsmulde geschaffen werden. Außerdem sei ein Teil des Geländes bei einem möglichen hundertjährigen Hochwasser gefährdet und es müssten zusätzliche Maßnahmen ergriffen werden.
Schallschutzfenster wären notwendig
Aufgrund der Nähe zur Autobahn A81 entsteht eine Anbauverbotszone von 40 Metern zur Autobahnzufahrt, was bedeutet, dass von einem östlichen Grundstücksteil eine Teilfläche abgegrenzt wird. Lärmschutztechnisch müssen die Gebäudeteile Maßnahmen zur Verhinderung von Lärm im Gebäude ergreifen – so beispielsweise Schallschutzfenster in Richtung Autobahn.
Flachdach wird diskutiert
Eine große Diskussion ergab das Thema Flachdach mit einer Dachbegrünung. Das würde der Gemeinde rund 100 000 Ökopunkte bringen. Hiermit konnte sich insbesondere Gemeinderat Heinz Schulz nicht anfreunden. Man müsse froh sein, wenn kleinere Tuninger Betriebe sich im Gewerbegebiet ansiedeln und hier müsse man auch gewisse Freiheiten lassen, zumal die Flachdachvariante deutlich teurer kommt als ein Schrägdach.
Knappes Ergebnis bei Abstimmung
Rainer Christ sah das jedoch kritisch, da so aufgrund eines größeren Wasseranfalls mit weiteren Auflagen und insbesondere Verfahrensverlängerungen zu rechnen sei. Bei der Abstimmung lehnte man schließlich die Dachbegrünungsvariante mit sechs zu fünf Stimmen ab.