Der Rudolf-Maschke-Platz im Zentrum Trossingens soll umgebaut und damit attraktiver werden. Dafür sind 1,6 Millionen Euro eingeplant, die Bauphase soll aber erst in den Jahren 2026 und 2027 sein, nächstes Jahr werden nur 50 000 Euro für die Bürgerbeteiligung benötigt. Foto: Hans-Jürgen Eisenmann

Manche Vorhaben können in der Musikstadt nicht so schnell umgesetzt werden wie geplant. Das betrifft beispielsweise die Umgestaltung des Rudolf-Maschke-Platzes.

Manche Vorhaben können doch nicht so schnell umgesetzt werden wie geplant. So waren ursprünglich für die Umgestaltung des Rudolf-Maschke-Platzes im kommenden Jahr 600 000 Euro vorgesehen. Diese Investition hat man auf das Jahr 2027 verschoben, wobei für die Bürgerbeteiligung im nächsten Jahr 50 000 Euro benötigt werden und für die eigentliche Investition zwei Jahre später 550 000 Euro.

 

Aufwertung – aber wie?

Im Mai und Juni hatte die Stadtverwaltung zusammen mit der Werbegemeinschaft „Trossingenactiv“ die Bürger aufgerufen, ihre Ideen und Vorstellungen zum Maschke-Platz zu äußern. Der Maschke-Platz ist der zentrale Platz in der Stadt, doch nach Ansicht der Gewerbetreibenden „leider nicht belebt genug“. Da er beim Pfingstmarkt für die Bewirtung und den Rummel genutzt wird, sehen außerhalb von größeren Veranstaltungen viele Bürger in dem Platz nur eine große gepflasterte Fläche, die man aufwerten sollte.

Vorgeschlagen werden zum Beispiel ein Spielplatz, der Umbau des Brunnens (ohne Wasserbecken, dafür aber mit Wassersäulen) und die Ansiedlung weiterer Gastronomiebetriebe. Auch Pflanzen, Sitzbänke und Sonnensegel könnten den Platz aufwerten. Die Gesamtinvestitionen für den „neuen“ Maschke-Platz belaufen sich auf 1,6 Millionen Euro, denn neben den jetzt aufgeteilten 600 000 Euro steht noch für das Jahr 2026 eine Verpflichtungsermächtigung über eine Millionen Euro im Etat, sodass schon im übernächsten Jahr mit dem Umbau begonnen werden kann.

„Aber wir brauchen noch ein Förderprogramm“, sagt Stadtkämmerer Axel Henninger. Er hofft, dass sich da noch etwas kurzfristig auftut. Im Rahmen eines offiziellen Stadtsanierungsprogramm kann der Platzumbau nicht mitfinanziert werden, denn da sind schon die Löhrstraße mit dem Birkareal und die Rathaussanierung aufgenommen.

Weniger Photovoltaik

Ursprünglich war außerdem geplant, im nächsten Jahr Photovoltaikanlagen auf acht städtischen Gebäuden zu installieren, unter anderem in der Troase zur Duschwassererwärmung. Inzwischen wurde das Photovoltaik-Programm abgespeckt, bei manchen Dächern laufen jetzt nächstes Jahr erstmal die Planungen, danach wird gebäudegenau festgelegt, wo investiert wird. Durch die Verschiebung von Investitionen sinkt der Kreditbedarf für das nächste Jahr auf unter vier Millionen Euro.

Muss das sein?

Zum Teil können Vorhaben ganz gestrichen werden, etwa bei einem Weg an der Freizeitanlage Gaugersee. Dort war es zu einer Hangrutschung gekommen. Der Weg ist momentan für den Fahrzeugverkehr gesperrt, nur noch Fußgänger dürfen ihn benutzen. Die Stadtverwaltung hatte deshalb 150 000 Euro in die Sanierung des für Fahrzeuge (landwirtschaftliche Fahrzeuge und Anliegerverkehr) zugelassenen Weges eingesetzt. Gustav Betzler (Freie Wähler) plädierte in der jüngsten Sitzung des Gemeinderates aber dafür, den Weg nicht richten zu lassen, denn die Landwirte oder auch die Nutzer des Kolpingheimes könnten alternative Routen benutzen.

Frank Zepf von der Tiefbauabteilung des Rathauses berichtete allerdings, dass dort auch schwere landwirtschaftliche Fahrzeuge wie Traktoren mit Anhängern verkehren würden, was Fotos belegten. Auch Radfahrer hätten der Stadt schon Fotos von Rissen in dem Weg zugeschickt. Dagegen bezweifelte Ingo Hohner (Freie Wähler), ob 150 000 Euro überhaupt für eine Wegesanierung reichen würden. „Ich erinnere mich, dass der Hang schon gerutscht ist, als ich ein Kind war“, sagte er und fügte hinzu: „Wenn man das vernünftig machen will, braucht man mehr als 150 000 Euro“.

Weg zum Gaugersee

Förster Klaus Butschle (CDU) schlug vor, mit dem Fahrweg fünf Meter Richtung Hang zu rücken, dort sei der Untergrund stabiler. Am Ende beschloss der Gemeinderat einstimmig, 140 000 Euro erstmal aus dem Haushalt für 2025 raus zu nehmen und lediglich 10 000 Euro für Planungen stehen zu lassen. Ob und wie der Weg am Gauger dann saniert wird, soll nächstes Jahr beschlossen werden. Günstiger wird außerdem die geplante neue Obdachlosenunterkunft Trosselbach. Anfang des Jahres wurde von der Stadtverwaltung eine große Lösung für 600 000 bis 700 000 Euro vorgestellt, nun soll im nächsten Jahr eine abgespeckte Version für 360 000 Euro umgesetzt werden, die aber erweiterbar ist.

Unterkunft für Obdachlose

Da sich der Bedarf an Obdachlosenunterkünften laut Auskunft der Stadtverwaltung immer kurzfristig ergibt, will man zunächst auf Vorrat bauen. Gegebenenfalls würde die Stadt dann Bewohner umquartieren, damit die bestehenden Tinyhäuser für neue Bewohner genutzt werden können. Eventuell können von der Stadt auch freie Zimmer im ehemaligen Dr.-Karl-Hohner-Heim belegt werden. Dann ist ein Neubau gar nicht nötig. „Falls notwendig, bauen wir dann“, so Stadtkämmerer Axel Henninger.