Nach einer Sitzungsunterbrechung und Beratung schmetterte der Triberger Gemeinderat zum zweiten Mal ein Baugesuch im vereinfachten Verfahren ab. Das sind die Gründe.
Zuerst grummelte Klaus Wangler von der CDU über die veränderten Baupläne, die dem Gemeinderat in seiner jüngsten Sitzung im Kurhaus Triberg erneut vorgelegt wurden. Seine Fraktion sei eigentlich gar nicht begeistert. Der Gemeinderat habe schließlich etwas anderes gefordert und mit den neuen Plänen werde diese Forderung umgangen. Dem stimmte Klaus Nagel von den Freien Wählern zu.
Das, was jetzt vorliege, passe überhaupt nicht zum „Nebendran“. Schließlich wurde die Sozialdemokratin Ute Maier überdeutlich: „Wir fühlen uns ein bisschen veräppelt“, sagte sie. „Wir sagen: Das passt nicht. Und jetzt wird eine Dachterrasse draus“, ärgerte sie sich. Klaus Wangler bekannte nach diesem Schulterschluss einhelliger Kritik, seine Fraktion werde dann die neuen Vorschläge geschlossen ablehnen. Und weil sich der Unmut damit auf breiter Front so deutlich gezeigt hatte, gab es das, was man im Handball als Spielunterbrechung oder Time out bezeichnet.
Bürgermeister Sven Ketterer ließ die Gemeinderatssitzung auf Wunsch seiner Räte für einige Minuten zur Pause und Beratungszeit unterbrechen. Das kommt nicht allzu oft vor im kommunalpolitischen Sitzungsgeschäft und deutet meist auf eine Konfusion hin. Nicht so in Triberg. Die ehrenamtlichen Kommunalpolitiker zogen sich für ihre Beratung nicht einmal – wie sonst üblich – in ein Hinterzimmer zurück. Sie steckten statt dessen fraktionsübergreifend die Köpfe gleich im Robert-Gerwig-Tagungsraum, dem Sitzungssaal an diesem Tag, zusammen. Und sie wurden sich schnell einig, wie sie weiter vorgehen sollten.
Der Fall ist tatsächlich etwas pikant, denn das Baugesuch war den Räten – samt Empfehlung des Bauamtes und der Verwaltung – schon am 21. Januar dieses Jahres vorgelegt worden. Es ging um die Genehmigung eines Anbaues mit Garagen in der Clemens-Maria-Hofbauer-Straße – im vereinfachten Verfahren.
In der Januar-Sitzung war dem Bauherren aufgetragen, worden, das Flachdach, dass er für seinen Neubau vorgesehen hatte, an die Dachform des bereits bestehenden Gebäudes anzupassen und auch für den Neubau ein Satteldach vorzusehen. Was sie nun als endgültige Version vorgelegt bekamen, war irgendwie kein Flachdach mehr, aber eine flache Dachterrasse, die mit neckischem Sonnenschirm und luftigem Geländer auf den überarbeiteten Plänen des Anbaues prangte. Bei der Abstimmung zu dem Baugesuch jedenfalls gab es nur aus den Reihen der SPD zwei Enthaltungen. Der Rest schmetterte die Vorlage geschlossen ab.
Für den Bauherren aus der Clemens-Maria-Hofbauer-Straße in Triberg heißt das: Er und sein Architekt müssen noch einmal ran. Das sollte eigentlich nicht all zu langwierig sein. Denn der Bauherr unterliegt ja bereits einem vereinfachten Baugenehmigungsverfahren.