Susanne Muschal wird von Bürgermeister Gallus Strobel bei ihrem freiwilligen Ausscheiden aus dem Triberger Stadtrat nach 21 Jahren mit der Bürgermedaille in Silber geehrt. Foto: Hans-Jürgen Kommert

Stadträtin Susanne Muschal scheidet nach 21 Jahren auf eigenen Wunsch aus dem Gemeinderat aus. Nicht nur ihre Expertise wird dem Gremium fehlen.

Die SPD-Stadträtin Susanne Muschal zieht sich aus persönlich und beruflich bedingten Gründen aus dem Gremium zurück. Mit Schreiben vom 23. November habe sie dies der Verwaltung mitgeteilt.

 

21 Jahre lang war die Architektin in der SPD-Fraktion ein wichtiges Mitglied, das vor allem auch durch fachliche Expertise den Sitzungen ihren Stempel aufdrücken konnte. Unbeantwortet blieben allerdings ihr stetigen Anmahnungen, alternative Energien – sprich Photovoltaik auf den gemeindeeigenen Dächern zu installieren.

Im Juni 2004 wurde sie erstmals in den Gemeinderat gewählt – und seither viermal wiedergewählt. In der Fraktion nahm sie schnell wichtige Funktionen wahr: So wurde sie 2009 stellvertretende Fraktionsvorsitzende, ab Oktober 2011 war sie dann – bis zum offiziellen Ausscheiden aus dem Stadtrat am 31. Dezember 2025 - Fraktionsvorsitzende der SPD und zugleich Mitglied im Ältestenrat.

Sie steht der Triberg Entwicklungs AG seit dem Jahr 2010 als Aufsichtsrätin zur Verfügung und ist dort seit November 2017 stellvertretende Aufsichtsratsvorsitzende, daneben gehört sie bis zu ihrem offiziellen Ausstieg dem Gutachterausschuss der Stadt an.

Vom Städtetag geehrt

Bequem war sie nie, setzte sich aber stets voll zum Wohle der Stadt ein, war auch bei der umfangreichen Sanierung des Amtshausschopfs maßgeblich beteiligt – wofür sie beim Ehrenamtsempfang 2020 ausgezeichnet wurde. Im Juli 2024 wurde sie für 20 Jahre Gremienmitgliedschaft mit dem silbernen Verdienstabzeichen des Städtetags ausgezeichnet.

Mehr „weibliche Gene“ bei Entscheidungen erwünscht

Sie selbst wünsche sich bei so mancher Entscheidung des Gemeinderates mehr „weibliche Gene“, oft sei sie trotz ihrer fachlichen Expertise nicht wirklich wahrgenommen worden – und das, obwohl sie ihren Kolleginnen und Kollegen eine stets vertrauensvolle und faire Zusammenarbeit bescheinigt.

„Wenn wir fachlich gestritten haben, konnten wir uns am Ende doch immer wieder in die Augen schauen“, betonte sie abschließend.

Viel Respekt erarbeitet

Seitens ihrer Kollegen äußere Klaus Wangler (CDU) das Bedauern seiner Fraktion zu diesem Schritt. Susanne Muschal sei stets eine wichtige Stütze im Gemeinderat gewesen, die sich viel Respekt erarbeitet habe. Man lasse sie ungern gehen, doch werde man ihren Wunsch respektieren.

Die SPD stimmt mit „zwei weinenden Augen“ zu

Dem schloss sich Michael Hummel für die Freien Wähler an. Auch er habe ihre Professionalität und ihre offene Art immer geschätzt. Für Patrick Nock (SPD) war es etwas emotionaler: „Wir verlieren eine verdiente, erfahrene Frau, werden aber mit zwei weinenden Augen zustimmen“, betonte er.

Für ihre langjährige Tätigkeit wurde sie durch Bürgermeister Gallus Strobel mit der Bürgermedaille in Silber inklusive der Verleihungsurkunde und einem Blumenstrauß geehrt. Am 31. Dezember um Mitternacht ist ihre Zeit im Ehrenamt des Triberger Gemeinderats dann endgültig abgelaufen. An ihre Stelle tritt Angela Nock als Nachrückerin – sie sei allerdings kein SPD-Mitglied.