Hochwasser in Deutschland Foto: Thomas Madel

Die Firma SWECO argumentierte für eine Retentionsbodenfilteranlage. Wie es nun weitergeht.​

Dotternhausen ist verpflichtet, das Regenüberlaufbecken 12 durch eine Retentionsbodenfilteranlage zu erweitern, um wasserrechtliche Vorgaben zu erfüllen und die Gewässerqualität zu verbessern. Aufgrund der Lage im Gebiet „Kleiner Heuberg und Albvorland bei Balingen“ und der notwendigen Waldumwandlung sei das Projekt laut allen Beteiligten komplex und erfordere sorgfältige Genehmigungsprozesse.

 

Die Kosten werden von dem mit der Entwurfsplanung beauftragten Büro SWECO auf rund 1.845.300 Euro brutto geschätzt. Laut Dotternhausens Bürgermeisterin Marion Maier seien Förderungen mit bis zu 50 Prozent möglich. Den Löwenanteil dieser Summe machen Rohbauarbeiten in Höhe von etwa 1.141.450 Euro aus. Maschinen- und elektrotechnische Ausrüstungen und Schlosserarbeiten werden mit 191.950 Euro veranschlagt, die Nebenkosten in Form von Bodengutachten, Statik, Vermessung, Umweltplanung und Ingenieurleistungen belaufen sich zirka auf 202.260 Euro. Aufgrund der wirtschaftlichen Situation auf dem Bausektor und der Abhängigkeit der Auslastung der Firmen sei laut SWECO eine Abweichung von 20 bis 25 Prozent möglich.

Prinzip des Mischsystems

Izabela Winkler und Daniel Mignant von SWECO erörterten bei der Dotternhausener Gemeinderatssitzung am Donnerstagabend vergangene Woche den geplanten Bau, der ökologisch einen wichtigen Beitrag zum Schutz der Gewässerqualität, zur Verbesserung des Hochwasserschutzes und zur Anpassung an den Klimawandel leistet.

Anfangs erläuterte Mignant das bisher vorliegende Prinzip des Mischsystems, bei dem „Schmutz-, Niederschlags- und Fremdwasser in einem Kanal abgeleitet werden. Das würde die Problematik mit sich bringen, dass bei Starkregen und langen Regenperioden die Wassermenge nicht vollständig behandelt werden kann, sodass durch die Überfüllung des Systems Mischwasser in Gewässer wie in diesem Fall die Steinach eingeleitet werden“. Eine Retentionsbodenfilteranlage biete laut Mignant die Möglichkeit der Zwischenspeicherung und Filtration, führe zur Elimination von organischen Stoffen, Phosphor und Stickverbindungen und diene zur Keimreduktion. „Würde nicht auf eine Retentionsbodenfilteranlage zurückgegriffen werden, dann müsste ein 700 bis 900 Quadratmeter großes Regenüberlaufbecken hergestellt werden, das jedoch mit einer weitergehenden Abwasserreinigung beispielsweise mittels Lamellenabschneider ausgestattet werden müsste, sodass sich diese Baukosten auf geschätzte 2,2 bis 2,4 Millionen Euro belaufen würden“, sagte Mignant.

Kostenschätzung von 1,8 Millionen Euro

Die von SWECO empfohlene und laut Mignant „absolut genehmigungsfähige und zukunftssichere“ Variante soll linksseitig des Baches auf einem 3700 Quadratmetern großem Flurstück entstehen, aufgrund der geringen Geländesteigung sei eine Erweiterung auf ein weiteres Flurstück möglich. „Die aktuelle Variante mit einer Filterfläche von etwa 3700 Quadratmetern sieht einen schmalen und langen Bau vor, durch den wenig Bodenaushub entsteht und somit die Kosten reduziert werden können“, erörterte Winkler.

Der Dotternhausener Gemeinderat beschloss, dass mit der Fortführung der Entwurfsplanung weiterhin die Firma SWECO betraut wird, das eine Kostenschätzung von 1,8 Millionen Euro als Arbeitsgrundlage akzeptiert wird und dass um die Vorlage einer Kosten- und Risikoanalyse einschließlich der langfristigen Betriebs- und Unterhaltskosten gebeten werde. Die Rohbauarbeiten sollen 2027/2028 durchgeführt werden, um die technische Ausrüstung soll sich 2028, wo auch die Inbetriebnahme erfolgen soll, gekümmert werden.