Eine Ergänzung des Jugendhearings um mehrere projektbezogene Jugenddialoge hat der Sulzer Gemeinderat beschlossen.
Den Stimmen junger Menschen soll künftig mit projektbezogenen Jugendanhörungen mehr Gewicht verliehen werden.
Das beschlossen die Stadträte in der vergangenen Sitzung des Gemeinderates. „Ab 16 Jahren können sich Jugendliche in den Gemeinderat wählen lassen – da ist die Jugendbeteiligung ein mögliches Format, das auf die politische Arbeit vorbereitet“, erklärte Stadtjugendpflegerin Gertrud Teller.
50 Jugendliche ausgewählt
Dabei handle es sich jedoch keinesfalls um ein „Wunschkonzert“, sondern um eine gezielte Anhörung bei der Planung von Projekten, die dezidiert Jugendliche beträfen.
Dabei würden 50 zufällig ausgewählte Jugendliche entsprechende Einladungen, schriftliche Informationen zum jeweiligen Projekt und eine entsprechende Rückmeldemöglichkeit erhalten.
Von Parkgestaltung bis Hochwasserschutz
„Es soll keine Frontalveranstaltung zu vier Themen, sondern dialogisch gestaltet sein – etwa in Form von Thementischen“, sprach Bürgermeister Jens Keucher über eine künftige Umsetzung.
Den Grundstein dafür bildet das Jugendhearing, an dem im vergangenen Jahr 198 Schüler teilgenommen haben. Dabei wurde über zukünftige Themen wie die Neugestaltung des Wöhrd-Parks oder Hochwasserschutz gesprochen.
Die Beteiligung ist enorm
Weitere Bereiche seien jugendgerechte Eintrittspreise ins Susolei oder das Schülercafé, führte Teller aus. „Die Rückmelde-Quote liegt bei 91 Prozent“, kam sie auf die starke Beteiligung der Jugendlichen zu sprechen.
Und auch die Teilnahme an der Rückmelde-Konferenz sei überdurchschnittlich hoch. „Manchmal wollen sogar bis zu 70 Prozent einer Klasse daran teilnehmen“, hob sie hervor.
Drei Projekte sind machbar
„Den Schülern ist das Jugendhearing sehr wichtig“, stellte Barbara Klaussner (CDU) fest. Da sei der Jugenddialog eine gute Ergänzung und ein erfolgversprechendes Konzept.
„Mit den aktuellen Stellen sind nur zwei bis drei Projektbeteiligungen machbar“, erklärte die Stadtjugendpflegerin. Denn schließlich müssten das Kinderfest und die Jugendräume ebenso organisiert werden wie das Mädchencafé.
Stadträte stimmen zu
„Wenn Sie so viel Input bekommen, dass wir mehr machen wollen, braucht es mehr Stellen“, brachte sie es auf den Punkt. „Im Vergleich zu anderen Kommunen haben wir bei der Jugendbeteiligung ganz schön viel“, lobte Keucher das bisherige Prozedere – das nichtsdestotrotz ausgebaut werden könne.
Das sahen auch die Stadträte so, die einstimmig die Weiterentwicklung der Kinder- und Jugendlichenbeteiligung zum Jugendpolitikdialog befürworteten.