Die Satzung des Straßberger Friedhofs soll überarbeitet werden: Das ging aus einer Besichtigung vor der Gemeinderatssitzung hervor. Den Anwesenden mangelte es indes nicht an Ideen und Vorschlägen – zum Beispiel für einen kleinen Waldfriedhof.
Der Friedhof in Straßberg bietet Platz für eine Vielzahl von Bestattungsformen an. 14 davon hat die Gemeinde in ihrer Satzung festgelegt, deutlich mehr als auf vergleichbaren Friedhöfen.
„Ich habe eine Stunde für die Besichtigung angesetzt, um jedes einzelne Grabfeld anzuschauen und zu diskutieren“, so Bürgermeister Markus Zeiser am Dienstagabend vor der sich anschließenden Sitzung im Rathaus. Ausgereicht hat seine Zeit nicht ganz, so groß war das Einbringen von Ideen und Vorschlägen des komplett anwesenden Gemeinderates samt einiger Bürger.
Zeiser wies eingangs auf die Broschüre zu den verschiedenen Grabformen hin. Diese sei buchstäblich ein Renner, viele Familien könnten so im Vorfeld klären, wie die Bestattung einmal erfolgen sollte. „Der Trend geht hin zu der einfachsten Grabform mit wenig Pflegeaufwand“, informierte der Rathauschef.
Kommt bald ein „kleiner Waldfriedhof“ in Straßberg?
Beliebt seien auch sogenannte Wahlgräber, einst als Familiengrab bekannt. Vor allem nachgefragt seien jedoch Urnenstelen. Daher müsse in den nächsten Jahren eine Erweiterung mit drei Stelen erfolgen, welche zu den bestehenden in Pyramidenform aufgestellt werden.
Als weitere Bestattungsform könne sich die Verwaltung im oberen rechten Bereich des Friedhofes nahe dem Wald künftig eine Art „kleiner Waldfriedhof“ vorstellen, sagte Zeiser.
Als eine weitere Ergänzung könnte auf einer großen Rasenfläche eine Art Begegnungsstätte entstehen. „Wir haben dafür einen Luxus auf dem Friedhof dieser Größe“, so Zeiser.
Vorstellbar wären vier Bänke, die sich gegenüber stehen und von Hecken eingerahmt wären. Doch werde es bei den Beratungen auf die finanzielle Haushaltssituation ankommen, ob dafür Mittel bereitstehen werden.
Wege und Grabsteine geben Anlass zu Debatte
Was zu unterschiedlichen Ansichten führte, waren die Wege zwischen den Gräbern der verschiedenen Felder. Teilweise sind diese mit sogenannten Waschbetonplatten belegt, in der jüngeren Form auch mit kleineren Betonplatten.
Aus Sicht eines Ratsmitglieds wäre Splitt vollkommen ausreichend. Das jedoch würde dazu führen, dass an Gräbern ohne Einfassung Splitt – auch wetterbedingt – in die Grab-Erde gelangt.
Daher können sich einige Gemeinderäte vorstellen, eine Einfassung, ausreichend in einfacher Form, bei den folgenden Beratungen in die neue Satzung aufzunehmen.
Ein Thema war auch die Größe der flachen Grabsteine der Rasengräber. Aus Sicht von Angehörigen sei die derzeit festgelegte Abmessung zu klein. Auch darüber wird der Gemeinderat beraten müssen.
Für einen Mähroboter ist das Gelände zu uneben
Der parkähnlich angelegte Friedhof weist sehr viel freien Platz auf. Allerdings, informierte der Bürgermeister, sei die gesamte Fläche bereits einmal mit Gräbern belegt gewesen. Eine Nachbelegung könne erst nach circa 50 Jahren erfolgen.
Bei der offenen Aussegnungshalle erfuhren die Gemeinderäte, dass der Motor der Glocke erneuert wurde.
Tobias Gut erkundigte sich, wie lange Bauhofmitarbeiter für die Pflege auf dem Friedhof beschäftigt wären. Alle zwei Wochen werde gemäht, antwortete Zeiser. Dazu kämen Baumschnitt oder sonstige Arbeiten, „ist aber immer zu wenig“.
Mark Herre brachte einen Mähroboter ins Spiel – doch, so die einhellige Meinung, könne ein solcher auf den unebenen Flächen nicht eingesetzt werden.