Dass jeder Gemeinderat sein Päckchen mit allen Unterlagen erhält und zur Sitzung mitbringt, gehört demnächst der Vergangenheit an. Dann wird mit Tablets gearbeitet. Foto: Schweizer

Mit Einführung der E-Akte zur Digitalisierung aller Daten auf dem Straßberger Rathaus steigt auch der Gemeinderat auf das papierlose System um. Künftig wird mit Tablets gearbeitet.

Straßberg - Die Zeiten, dass die Gemeinderäte ihre Unterlagen einige Tage vor der Sitzung in ihrem Briefkasten finden, gehören bald der Vergangenheit an. Am Dienstagabend haben die Gemeinderäte einstimmig entschieden, die "Zettelwirtschaft" künftig bleiben zu lassen und die Unterlagen digital anzuschauen. Dafür braucht es auch digitale Endgeräte und wo wurde entschieden, Tablets, die der populären Marke mit dem Apfel als Logo – anzuschaffen. Die Ipads

Bürgermeister Markus Zeiser rief die Gemeinderatssitzung des 27. Julis vorigen Jahres in Erinnerung, als das Gremium die Einführung des Ratsinformationssystems der Firma comundus regisafe befürwortet hat. Damit, man spricht von der sogenannten E-Akte, soll Zug um Zug die Digitalisierung auf dem Rathaus erfolgen.

Sukzessive Umstellung

"Mit dem Projekt wurde im ersten Schulungstermin am 7. April begonnen, seither konnte ein großer Teil der Vorgänge umgestellt und die Verwaltungsabläufe angepasst werden", informierte der Schultes das Gremium. Mittlerweile sei man bereits so weit vorangekommen, dass mit der Einführung des Ratsinformationssystems gestartet werden konnte, so die Verwaltung. Die Installation des notwendigen Moduls erfolgt am 12. Dezember, drei Tage später werde die Verwaltung geschult. Sobald alle Umstellungsprozesse abgeschlossen sind, könne auch der Sitzungsdienst digital erfolgen.

Die Gemeinderäte entschlossen sich bei der Auswahl der Tablets um ein relativ einfaches Ipad, da die Systemanforderungen von regisafe recht gering seien. Die Gemeinde Straßberg wird von der Firma all4it GmbH aus Bad Saulgau in allen EDV-Angelegenheiten betreut. Bei Bedarf, so signalisierte die Firma, wrde sie auch die grundsätzliche Systembetreuung übernehmen. Dementsprechend legte "all4it" auch ein Angebot vor.

Spart eine Menge Papier ein

Die Beschaffung von zwölf Apple iPads mit entsprechenden Schutzhüllen sowie Software und Schulungen kostet die Gemeinde rund 9500 Euro. Doch stellt man die monatlichen Sitzungsunterlagen in mehrfacher Ausführung dem gegenüber, die gedruckt, kopiert und verteilt werden müssen, hätten sich die Kosten in absehbarer Zeit amortisiert. Zusätzlich leiste die Papiereinsparung auch einen Teil zum Umweltschutz.

Gemeinderat Gerhard Teufel schlug vor, ein oder zwei Tablets als Ersatz zu bestellen, doch seine Idee stieß auf weniger offene Ohren. Darüber hinaus erkundigte er sich nach dem Versicherungsschutz, falls ein Tablet zu Bruch geht. Kämmerin Jutta Seßler versprach, das abzuklären.

Tobias Gut erkundigte sich, ob das Ausleihen der Tablets über einen Leasingvertrag, sodass die Geräte nach vier Jahren automatisch ausgetauscht werden, nicht sinnvoller wäre. Dem hielt der Schultes entgegen, dass die Ipads durchaus acht Jahre benützt werden könnten.