Der Haushalt der Gemeinde Straßberg für das laufende Jahr ist unter Dach und Fach. Eingeplant sind ordentliche Erträge von rund 7,5 Millionen Euro – die Aufwendungen sind jedoch größer und das bedeutet eines: Der Haushalt kann nicht ausgeglichen werden.
„Die Beratung des diesjährigen Haushalts ist unser wichtigster Tagesordnungspunkt heute Abend“, so Bürgermeister Markus Zeiser in der jüngsten Sitzung des Gemeinderates. Zumal es aus seiner Sicht für das laufende Haushaltsjahr noch mehr Fragezeichen als bisher gebe – das Jahre sei von vielen Unsicherheiten begleitet.
Die finanzpolitische Situation sei neu, die Kommunen müssten mit dem Steueranteil auskommen, den ihnen Bund und Land übrig ließen. „Auch die im Bund fehlenden 60 Milliarden Euro werden die Gemeinden künftig belasten“, ist sich der Schultes sicher.
Kämmerin Jutta Seßler und ihr Team haben ein Mammutwerk erstellt
Dass dennoch das Jahr 2024 für die Gemeinde mit 2498 Einwohnern noch einigermaßen gut kalkulierbar gewesen sei und die Verwaltung dem Gemeinderat einen soliden Haushaltsplan vorlegen könne, sei auch das große Verdienst von Kämmerin Jutta Seßler und ihrem Team.
„Dem Gemeinderat und der Bevölkerung ist so nicht bewusst, was da alles dahinter steckt“, betont Zeiser. Zudem gebe es einfach Mehrarbeit durch die Umstellung von Kameralistik auf Doppik, weil mit diesem Verfahren keine Haushaltsreste mehr gebildet werden könnten.
Bürgermeister-Stellvertreter Gerhard Teufel schloss sich den Dankesworten Zeisers für das Team der Kämmerei an. Denn hinter diesem Mammutwerk an Zahlen stecke wie jedes Jahr viel Fleißarbeit. Der Straßberger Gesamtergebnishaushalt sieht ordentliche Erträge von 7 524 095 Euro vor. Dem stehen ordentliche Aufwendungen über 7 872 535 Euro gegenüber, was zu einem Minus von 348 440 Euro führt – es fällt jedoch über 200 000 Euro geringer aus als im Vorjahr.
Der Straßberger Haushalt bleibt unausgeglichen
„Ein Haushaltsausgleich entsprechend Paragraf 24 nach der Gemeindehaushaltsverordnung kann trotz Ausnutzung aller Sparmöglichkeiten und Ausschöpfung aller Ertragsmöglichkeiten somit nicht erreicht werden“, sagte der Schultes zu den Gemeinderäten.
Der negative Betrag lässt sich noch verschmerzen, da das Gemeindesäckel zum Jahresende, wenn alles nach Plan läuft, mit 1,48 Millionen Euro liquiden Mitteln gefüllt sein wird. Zu den größten ordentlichen Ausgaben gehören Personalaufwendungen, die mit insgesamt 2 358 515 Euro zu Buche schlagen, was auch auf den neuen Tarifverträgen beruht, sowie Sach- und Dienstleistungen über 1 756 365 Euro.
Größter Ausgabenposten sind die Tiefbauarbeiten im „Alten Heutäle“
Bürgermeister Zeiser ging auf die geplanten Investitionen im nächsten Jahr ein, die sich zu einer Summe von 2 133 180 Euro addieren. Dazu gehört der weitere Grunderwerb im geplanten Neubaugebiet „Bölle“ in Kaiseringen, für den 188 000 Euro veranschlagt sind. Dort fehlen der Gemeinde noch zwei Grundstücke, um das geplante Neubaugebiet anzugehen. Eines davon werde zügig ebenfalls in den Besitz der Kommune kommen.
Die Ersatzbeschaffungen für den Unimog kosten 171 500 Euro, der Bereich Brandschutz mit dem neuen Feuerwehrfahrzeug schlägt mit 401 100 Euro zu Buche. Ein stetiger Ausgabenbereich sind die Wasserversorgung und Abwasserbeseitigung, die im nächsten Jahr bei 647 000 Euro liegen. Im Bereich „Altes Heutäle“ sind größere Tiefbauarbeiten geplant – der Ansatz liegt bei 1 160 000 Euro.
Der Gemeinderat erteilte dem Haushaltsplan 2024 einstimmig sein Plazet.