Die EnBW-Tochter Netze BW betreibt unter anderem das Verteilnetz für Strom und Gas zum Verbraucher. Foto: Netze BW

Die Gemeinde Glatten erhöht ihre bisherige Beteiligung an „EnBW vernetzt“ ab Mitte 2025 von bisher 800 000 auf knapp über 1,5 Millionen Euro und bekommt dafür für fünf Jahre jährlich eine feste Ausgleichszahlung von 4,38 Prozent.

Lukas Wissenbach, Leiter der Personal- und Finanzverwaltung, stellte dem Glattener Gemeinderat in dessen jüngster Sitzung die Sachlage vor und wies darauf hin, dass es sich bei diesem Beteiligungsangebot um eine Unternehmensbeteiligung handle.

 

Für Informationen war auch der Kommunalberater der Netze BW GmbH, Simon Speiser, in die Gemeinderatssitzung nach Glatten gekommen.

Aus Sicht des Gemeindetags Baden-Württemberg sei das Beteiligungsmodell „EnBW vernetzt“ eine interessante Option für Gemeinden, um die Energiewende mitzugestalten und auch wirtschaftlich an dieser zu partizipieren, führte Kämmerer Wissenbach aus. Die Höhe der möglichen Beteiligung sei sowohl von der Größe der Kommune als auch vom Stromverbrauch abhängig.

Rat stimmt Verlängerung und Erhöhung zu

Für Glatten ergibt sich laut Wissenbach demnach eine mögliche Beteiligung von maximal 1,51 Millionen Euro – der Mindestbetrag für die Beteiligung liegt bei 200 000 Euro.

Bisher war Glatten mit 800 000 Euro an der Beteiligungsgesellschaft „EnBW vernetzt“ beteiligt. Diese Beteiligung läuft nach fünf Jahren zum 30. Juni kommenden Jahres aus.

Die Glattener Gemeindeverwaltung schlug vor, diese Beteiligung nun zu verlängern und auf die Maximalsumme zu erhöhen. Der Gemeinderat sprach sich daraufhin für die Erhöhung und die Verlängerung bis zum 30. Juni 2030 aus. Der jährliche Ertrag von 4,38 Prozent wird dann bei 66 138 Euro liegen. Davon sind noch die Kosten der kommunalen Beteiligungsgesellschaft von jährlich rund 1500 Euro abzuziehen.

Im Haushalt schon eingeplant

Im Rahmen des Haushaltsplanentwurfs für das kommende Jahr wurde die Erhöhung der Beteiligung bereits berücksichtigt und im Etat eingeplant.

Aktuell sind 214 Kommunen mittelbar mit 307 Millionen Euro an der Netze BW GmbH beteiligt. Im Landkreis Freudenstadt halten aktuell neben Glatten noch Empfingen, Dornstetten, Pfalzgrafenweiler und Wörnersberg entsprechende Beteiligungen.

Die Gemeinde Empfingen, die Stadt Dornstetten und nun auch die Gemeinde Glatten haben der Fortsetzung der Beteiligung an „EnBW vernetzt“ mit entsprechenden Gemeinderatsbeschlüssen bereits zugestimmt.

Wie Städte und Gemeinden profitieren können

Der Schlüssel
In der neuen Runde des Projekts „EnBW vernetzt“ können Kommunen zum 1. Juli 2025 nach einem festgelegten Schlüssel und abhängig von der abgesetzten Energiemenge sowie von der Einwohnerzahl Anteile an der Beteiligungsgesellschaft erwerben. Diese darf in Summe höchstens 24,9 Prozent an der Netze BW halten und bekommt jährlich Ausgleichszahlungen. So können die Städte und Gemeinden am wirtschaftlichen Erfolg der Netze BW teilhaben.

Der Anteil insgesamt
Den 214 (37,7 Prozent der berechtigten 568) Kommunen gehören bislang knapp 14 Prozent an der EnBW-Tochter, die unter anderem das Verteilnetz betreibt – die Leitungen, die Strom oder Gas vom Fernleitungsnetz zum Verbraucher bringen.