Die Gemeinde Ringsheim spart bei den ersten Auftragsvergaben für die Sanierung des ehemaligen Pfarrhauses deutlich. Zudem wurden weitere Umbauten beschlossen.
Die dritte Sitzung des Ringsheimer Gemeinderats in diesem Jahr stand vor allem im Zeichen der Beschlüsse über die Vergabe diverser Bauleistungen bei der Sanierung des ehemaligen Pfarrhauses sowie den nötigen Umbauten an der Karl-Person-Schule infolge der Erweiterung der Schulbetreuung. Letztendlich wurden beide Beschlussvorschläge vom Rat einstimmig angenommen.
In diesem Jahr wird Ringsheim 800 Jahre alt. Das Pfarrhaus hatte die Gemeinde zum Jahreswechsel 2024/2025 von der katholischen Kirchengemeinde erworben. Der fällige Umbau soll rechtzeitig zum Jubiläumswochenende im August fertig sein.
In Bezug auf die nötigen Geldmittel war erst vor rund einer Woche vom Land Baden-Württemberg mitgeteilt worden, dass weitere 500 000 Euro Sanierungszuschüsse nach Ringsheim fließen. Bürgermeister Pascal Weber meinte dazu: „Auf dieser Basis möchte uns das Land auch bei den neuen von uns eingereichten Projekten unterstützen.“
Pfarrhaus wird wie gewünscht saniert
Das betrifft unter anderem das Pfarrhaus. Die Verwaltung habe sich bei der Sanierung laut Bürgermeister Pascal Weber „intensiv Gedanken gemacht“ und sich mit dem Denkmalamt darüber ausgetauscht, wie Form und Fassade im Sinne der aktuellen Zeit umgebaut werden könnten. Mit der Antwort habe sich das Amt sieben Monate Zeit gelassen, doch jetzt sei klar: Im Prinzip könne alles so umgesetzt werden, wie die Verwaltung sich das vorgestellt habe – lediglich das Vordach könne nicht wie ursprünglich geplant angebracht werden.
Bauamtsleiter Nico Karschewski berichtete, die ersten fünf Gewerke seien ausgeschrieben worden – die Angebote seien erfreulicherweise alle deutlich unter dem Schätzpreis gewesen. Vor allem bei den Malerarbeiten an der Fassade war der Unterschied groß: Statt der geschätzten knapp 45 000 Euro gab die Malerei Schilli aus Kappel-Grafenhausen ein Angebot für rund 24 800 Euro ab und bekam dafür auch den Zuschlag. Die Schätzung der Gemeinde sei aber nicht „aus der Luft gegriffen“ gewesen, vergleichbare Maßnahmen aus Rust seien für die Kalkulation herangezogen worden. „Ein sehr gutes Ergebnis bei allen Ausschreibungen“, lautete das Fazit des Bürgermeisters.
Auch bei dem Auftrag für die Lieferung einer Fettabscheider-Anlage und die Herstellung eines Abwasseranschlusses für die Küche der Schulbetreuung an der Karl-Person-Schule gab es eine einstimmige Beschlussfassung des Rats: Die Offenburger Firma Burg wurde mit den Arbeiten beauftragt. Die Kosten belaufen sich auf knapp 25 700 Euro, hinzu kommt eine jährliche Wartung von circa 1200 Euro.
Zur Vorgeschichte erläuterte die Verwaltung: Früher gab es eine Lehrküche, inzwischen wird jedoch deutlich mehr gekocht, da die Betreuungszahlen stetig steigen. Zudem ist die Hebeanlage sehr alt. Beim Spülen sammele sich immer mehr Fett in der Anlage, es komme immer wieder zu Verstopfungen – eine Lösung sei daher dringend nötig, erklärte Weber. Weil die Mahlzeiten in großen Behältern geliefert werden und nicht in Einzelportionen, müssen diese Behälter gereinigt werden, der Fettanteil sei enorm. Die Alternative sei lediglich, das Geschirr in die Kahlenberghalle zu bringen und dort zu spülen, das sei jedoch auch in Absprache mit dem Essenslieferdienst schnell verworfen worden.
Bauhof soll Schächte ausheben
Der allgemeine Rat der Fachfirmen sei gewesen, einen Durchbruch nach außen zu machen und einen direkten Anschluss von der Küche an die Abwasserleitung herzustellen, die direkt außen am Schulgebäude verläuft. Dazu ist eine Anlage notwendig, die Fette entfernt, bevor das Abwasser in die Kanalisation fließt. Der Bauhof soll die beiden Schächte selbst ausheben, sodass die Maßnahme nicht ganz so teuer wird. Auf Nachfrage von Ratsmitglied Thomas Maurer (CDU), ob es dafür auch Zuschüsse geben könnte, antwortete Weber, für eine solche Anlage allein seien keine Fördermittel möglich.
Kita-Neubau
Der Rat hat die Erd-Mauer-Beton-Arbeiten am Neubau der Kita „Dorfhopser“ einstimmig beschlossen. Der Auftrag geht an die Firma Heinz Kiesel aus Mahlberg für rund 420 500 Euro. Die ursprüngliche Kostenschätzung lag bei rund 500 000 Euro.