Die Schopfheimer Genossen haben den Antrag für ein Böllerverbot in der Markgrafenstadt gestellt. Foto: Pixabay

Die Schopfheimer Genossen zielen mit ihrem Antrag auf ein „komplettes Verbot“ der Knallerei zum Jahreswechsel ab.

Am Für und Wider von Feuerwerksraketen, Böllern und Kanonenschlägen entzündet sich seit langem ein nicht enden wollender Streit. Was für die einen zum Jahreswechsel dazugehört wie Sekt und Bleigießen, ist für die anderen vor allem gleichbedeutend mit Lärm, Qualm und tonnenweise Müll auf den Straßen.

 

Mit diesen unschönen Begleitumständen soll in der Markgrafenstadt jetzt Schluss sein. Denn die SPD-Fraktion nimmt die Silvesterböllerei ins Visier – und strebt für Schopfheim ein „komplettes Böllerverbot“ an. Einen entsprechenden Antrag habe sie bereits vor ein paar Tagen bei der Stadtverwaltung eingereicht, erklärte Fraktionschef Peter Ulrich jüngst im Gemeinderat. Die Genossen zielen nach seinen Worten dabei auf eine „gesamthafte Diskussion“ ab, bei der alle Aspekte von der Vermüllung und dem Lärm bis hin zur „Verletzungsgefahr“ zu berücksichtigen seien.

Empörung über Hinterlassenschaften

Ulrich verwies in der Sitzung auf den unlängst eingereichten SPD-Antrag, nachdem Jürgen Brüderlin in der Bürgerfragestunde zusätzliche Munition für eine Böllerverbot geliefert hatte. Was an Neujahr als Hinterlassenschaft der Silvesterböllerei auf den Straßen herumlag, sei „weit über jedes erträgliche Maß“ hinausgegangen, empörte sich der Bürger.

„Vermüllung allgemein ein Problem“

Zerbrochene Flaschen, haufenweise Reste von Feuerwerkskörpern und Raketenbatterien: „Was sich einzelne Gruppen erlauben, wird von der Mehrheit der Bevölkerung abgelehnt – aber die Allgemeinheit muss die Kosten für die Beseitigung des Unrats bezahlen“, ärgerte sich Brüderlin.

In anderen Städten suche man längst nach Möglichkeiten, dem Treiben Einhalt zu gebieten, sagte er und wollte von der Stadtverwaltung wissen, ob und welche Lösungen sie für das Problem habe. „Denn Nichtstun“, so Brüderlin, „ist keine Lösung“. „Die Vermüllung an Silvester ist ein massives Problem“, räumte Bürgermeister Dirk Harscher ein. Man dürfe dabei das Augenmerk aber nicht allein auf die Knallerei zum Jahreswechsel richten, vielmehr sei die Stadt das ganze Jahr über auch an Grillplätzen und anderen beliebten Treffpunkten mit dem Thema konfrontiert. Jedes Mal den Bauhof zum Beseitigen des Unrats loszuschicken, könne jedenfalls nicht die Lösung sei, betonte das Stadtoberhaupt und versprach, der SPD-Antrag werde demnächst Thema im Gemeinderat sein.

Gemeinderat soll im April beraten

Zwischenzeitlich hat sich der Termin konkretisiert: Das Antrag soll in der April-Sitzung des Gemeinderats behandelt werden. Die Info findet sich in einer Mitteilungsvorlage für die März-Sitzung, in der darauf hingewiesen wird, dass der Antrag aufgrund der derzeitigen personellen Lage in der betreffenden Fachgruppe erst für die Gemeinderatssitzung am 18. April aufbereitet und zum Beschluss vorgelegt werden kann.