Die Pro-Kopf-Verschuldung in Schömberg liegt aktuell bei einem Höchststand wie zuletzt 1985, erklärte Kämmerer Marcel Seid. Foto: Jennifer Dillmann

Der Schömberger Gemeinderat verabschiedete jüngst den Haushalt 2026. Die Mindestanforderung der Genehmigungsfähigkeit wurde erreicht.

Schömberg hat es geschafft und nach anfänglichen Hürden einen genehmigungsfähigen Haushalt für das Jahr 2026 verabschiedet. Sowohl dieser als auch der Wirtschaftsplan Eigenbetrieb Wasserversorgung wurden am Mittwochabend einstimmig vom Gemeinderat bestätigt.

 

Zuletzt befasste sich das Gremium Mitte Januar mit dem Haushalt 2026. Die gefassten Beschlüsse wurden zwischenzeitlich eingearbeitet.

„Zuletzt war der Haushalt 2009 in der Aufstellung ähnlich herausfordernd“, brachte Bürgermeister Karl-Josef Sprenger seine Anerkennung der Stadtkämmerei gegenüber zum Ausdruck.

Weniger Gewerbesteuer

Eindrücklich in der Präsentation von Kämmerer Marcel Seid war die Folie zur Pro-Kopf-Verschuldung – die zuletzt 1985 einen entsprechenden Höchststand hatte.

Außerdem wurde darauf hingewiesen, dass der Ansatz für die Gewerbesteuereinnahmen aufgrund von Mitteilungen des Finanzamts von 2,75 auf 2,5 Millionen Euro reduziert werden musste, was zudem eine Anpassung der Gewerbesteuerumlage als Ausgabe von 275.000 auf 250.000 Euro nach sich zog.

Thema Mindestliquidität

Letztlich weist der vorliegende Plan im Ergebnishaushalt ein Minus von rund 558.700 Euro auf, welches gleichzeitig das Gesamtergebnis darstellt. Für einen ausgeglichenen Haushalt müsste an dieser Stelle eigentlich mindestens eine Null stehen – dies schaffen jedoch die wenigsten Kommunen.

Im Finanzhaushalt ergibt sich ein Zahlungsmittelüberschuss in Höhe von rund 226.000 Euro. Die Einzahlungen aus Investitionstätigkeiten betragen 4.860.600 Euro, während die geplanten Auszahlungen bei rund 6.094.600 liegen. Um die geplanten Investitionen finanzieren zu können, ist neben der Rückholung des Darlehens aus dem Eigenbetrieb Wasserversorgung auch die Aufnahme eines Investitionskredits in Höhe von 1,2 Millionen Euro geplant.

Liquiden Mittel erhöhen sich

Durch die Einarbeitung der beschlossenen Änderungen der jüngsten Sitzung wird der Finanzierungsmittelbestand zum Ende des Haushaltsjahres 2026 voraussichtlich rund 46.000 Euro betragen und die liquiden Mittel erhöhen sich von rund 242.000 Euro (Dezember 2025) auf rund 288.000 Euro (Dezember 2026). Diese ermöglichte Änderung entspricht der gesetzlich vorgeschriebenen Mindestliquidität und macht den Haushalt 2026 erst genehmigungsfähig.

Stadtrat Heiko Gerstenberger nutzte abschließend noch die Gelegenheit, um zu betonen: „Unser Problem, wie in vielen anderen Kommunen, sind auch die Gewerbeeinnahmen. Ja, wir müssen sparen – aber nicht im Bereich des Gewerbes. Dort müssen wir investieren.“ Seine Wortmeldung nahm die Diskussion der vergangenen Sitzung auf, in der das Investieren in das Gewerbegebiet Birkenweg um ein Jahr verschoben wurde.

Eigenbetrieb Wasserversorgung

Die Erträge für den Eigenbetrieb Wasserversorgung betragen im Jahr 2026 insgesamt 757.800 Euro – ebenso wie die Aufwendungen. Der Erfolgsplan schließt somit voraussichtlich weder mit einem Jahresüberschuss noch mit einem -fehlbetrag ab. „Unsere Bürger zahlen weder zu viel noch zu wenig“, kommentierte Seid.

Die Erlöse aus dem Wasserverkauf belaufen sich auf 701.500 Euro und die Wasserverbrauchsgebühr liegt in der Stauseestadt bei 2,80 Euro netto je Kubikmeter. Die Aufwendungen für den Fremdwasserbezug vom Zweckverband Wasserversorgung Hohenberggruppe sind mit 270.000 Euro veranschlagt.

Für die Unterhaltung der Leitungen sind 100.000 Euro vorgesehen. Außerdem wird in die Wasserleitungen Hochbergstraße, Katzenbol und Pfarrscheuerareal investiert sowie Eisenbahnstraße, B27 und Schweizer Straße. Zudem wird der Hochbehälter Palmbühl saniert und umgebaut. Für die Ultrafiltrationsanlage sind 71.500 Euro eingeplant.