Die Verwaltung brachte für den Haushaltsplan 2026 viele Vorschläge, doch das Gremium kürzte rigoros.
Die Lage ist ernst. Das Schömberger Gremium setzte sich am Mittwochabend mit dem Haushaltsplan 2026 auseinander. Der Entwurf bereitete vor allem Stadtkämmerer Marcel Seid Bauchschmerzen. Die Finanzen der Stauseestadt unterschreiten nämlich insbesondere im Ergebnishaushalt die Mindestliquidität deutlich.
Der Entwurf weist im Ergebnishaushalt ordentliche Erträge von rund 14.900.000 Euro und ordentliche Aufwendungen von rund 15.700.000 Euro auf, was ein ordentliches Ergebnis von rund minus 830.000 Euro ergibt. Im Finanzhaushalt stehen Einzahlungen aus laufender Verwaltungstätigkeit von rund 14.250.000 Euro. Dem gegenüber befinden sich entsprechende Auszahlungen von rund 14.290.000 Euro, was einem Zahlungsmittelbedarf von rund 42.000 Euro entspricht.
Vorschläge der Verwaltung
Anstatt einen Bauhof-Schlepper für 190.000 Euro neu zu beschaffen, wird der bestehende Fendt für 29.000 Euro repariert. Da die erste Anzahlung bereits im Dezember 2025 fällig wurde, konnte die Position Friedhof von 500.000 Euro auf 450.000 Euro reduziert werden. Ähnlich verhält es sich mit einer bereits im vergangenen Oktober getätigten Vergabe im Dezember, wodurch die Ortsmitte Schömberg mit 50.000 Euro anstatt 100.000 Euro gelistet ist.
Der neue Boden in der Sporthalle für rund 214.000 Euro wird jedenfalls nicht im Jahr 2026 umgesetzt – was glücklicherweise auf Verständnis sowohl bei den Handballern als auch bei der Schule trifft. Stattdessen wird das Institut für Sportsicherheit Leipzig für ein Konzept beauftragt (2000 Euro).
Das Pfarrscheuerareal wird teurer als erwartet, nämlich um zirka 34.000 Euro. Außerdem schlug die Verwaltung vor, das bisher gemietete Avant-Fahrzeug des Bauhofs für 68.000 Euro zu kaufen, da dies auf lange Sicht günstiger sei.
Frohe Kunde gab es bezüglich des Sondervermögens des Bundes, das nicht wie vermutet anteilig jährlich abgerufen werden muss, sondern Schömberg innerhalb der kommenden drei Jahre projektbezogen auf den Rathausneubau einplant, was mit schlappen 3 Millionen Euro ins Plus zu Buche schlägt.
Sparpotenzial der Top Ten
Unter den größten zehn Vorhaben fand sich ebenfalls viel Sparpotenzial. Das Baugebiet Lehenbrunnen II wurde einstimmig gestrichen (50.000 Euro Ergebnishaushalt und 110.000 Euro Finanzhaushalt). Ebenfalls ohne große Diskussionen werden die neuen Schließzylinder (30.000 Euro) nicht umgesetzt.
Meinungsverschiedenheiten gab es bezüglich des Gewerbegebiets Birkenweg. Man einigte sich schließlich darauf, die Fertigstellung des Bebauungsplans (50.000 Euro) zu verschieben. Eine Umsetzung wird 2027 angepeilt. Außerdem wurde die allgemein gehaltene Position „unterjährige Bebauungspläne“ auf 200.000 Euro erhöht.
Rat hat andere Ansichten
Danach starteten die Diskussionen. Während die Verwaltung die Renovierung des Schörzinger Bürgerhauses streichen wollte, setzte sich Ortsvorsteher Tommy Geiger für die Reduzierung des Betrags um die Hälfte ein (40.000 Euro).
Die Verwaltung wollte ebenfalls den neuen Sonnenschutz an der Grundschule Schörzingen (380.000 Euro) streichen, Geiger überzeugte jedoch von der Notwendigkeit. Ebenfalls infrage gestellt wurde ein Terrassendach am Kindergarten, das Gremium will das Vorhaben aber noch 2026 umsetzen.
Die Räte warteten mit jeder Menge eigener Ideen auf. Vor allem die Anschaffungen des Bauhofs wurden unter die Lupe genommen. Etwa das Mulchgerät (60.000 Euro) kam von der Liste sowie ein Sortiergreifer (3000 Euro). Auch der Vorschlag der Verwaltung, den Avant käuflich zu erwerben, wurde abgelehnt zugunsten einer Mietverlängerung um ein Jahr.
Investitionen zu prüfen
Ratsmitglied Nagel wagte sich vor und stellte außerdem die beantragten Mittel für die Freiwillige Feuerwehr infrage. Hier versuchte Sprenger die Reißleine zu ziehen, immerhin gehe es um Sicherheit und es wurde bereits um 25 Prozent gekürzt. Angesichts der möglichen Alarmierung über das Handy werden jedoch auch hier Posten überprüft.
Der Haushaltsplan 2026 wird entsprechend der Diskussion überarbeitet und dem Gemeinderat in einer kommenden Sitzung zum Beschluss vorgelegt.