Der Gemeinderat befasste sich mit der Personalentwicklung.(Symbolbild) Foto: Sebastian Gollnow/dpa

Der Gemeinderat befasste sich jüngst mit der Personalentwicklung in Schömberg.

Die Gesamtsituation hat uns aufgefordert, uns zu fragen: Wie ist unser Personalkörper aufgestellt? Man sieht, dass wir moderat unterwegs sind“, lautete eingangs die Einschätzung von Bürgermeister Karl-Josef Sprenger. „Wir waren die ganzen 18 Jahre sehr vorsichtig, was das Schaffen neuer Stellen anging.“

 

Immer wieder kommt die Personalentwicklung der Stadt Schömberg in den Sitzungen des Gemeinderats zur Sprache, zuletzt insbesondere im Kontext der Haushaltsberatungen. Dabei hatte Gemeinderat Heiko Gerstenberger etwa gefordert, dass jede weitere Personalangelegenheit dem Gremium vorgelegt werden solle.

Hauptamtsleiter Joachim Heppler legte in der jüngsten Sitzung die Entwicklung der Zahlen seit 2009 vor, auch im Vergleich zu anderen Kommunen. Der Fokus des Berichts liegt vor allem auf den drei Hauptbeschäftigungsbereichen Bauhof, Kindergarten und Verwaltung.

Soll-Zahlen berücksichtigt

„Die Aufstellung berücksichtigt die Soll-Zahlen“, erklärte Heppler vorab. Soll heißen: Die vorgelegten Zahlen entsprechen dem vom Gemeinderat genehmigten Stellenumfang. Wenn eine Stelle vorübergehend nicht besetzt war, etwa bei Kündigungsfällen ohne direkte Nachfolge, spiegeln das die Zahlen nicht wider. Außerdem wird die Zahl der Vollzeitäquivalente genannt. Demnach ergeben beispielsweise zwei 50-Prozent-Kräfte eine volle Stelle, ebenso wie 30 und 70 Prozent.

Innerhalb der analysierten 18 Jahre ist die Anzahl der Beschäftigten in allen drei Bereichen gestiegen. Der städtische Bauhof inklusive Hausmeister wurde von 9 auf 12,8 Stellen erweitert, im Kindergarten sind es inzwischen 21,2 anstatt ursprünglich 7 Stellen und die Verwaltung beschäftigt mittlerweile 12,8 Stellen, ehemals 9,5.

Bauhof hat zugelegt

Der Bauhof hat insbesondere im Bereich der Hausmeister zugelegt. Der Bedarf wird mit der Betreuung der neuen Sporthalle, des neuen Feuerwehrgerätehauses sowie der vier zusätzlichen Flüchtlingsunterkünfte begründet. Zudem brauche es mehr Bauhofmitarbeiter zur Pflege der generell betreuten Flächen, vorrangig wegen neuer Baugebiete. Überdies beobachtet die Stadt, dass sich immer weniger Bürger an der Grünflächenpflege beteiligen.

Für den Kindergarten wurde generell der gesetzliche Mindestpersonalschlüssel immer wieder angehoben. Zudem wurden die Schömberger Einrichtungen um mehrere Gruppen erweitert, darunter eine Krippengruppe. Auch der Waldkindergarten wurde neu eingerichtet. Im Dezember 2009 waren es übrigens noch 130 betreute Kinder, während es aktuell 200 sind. „Die Kinderzahl hat sich nicht wie die der Betreuer verdreifacht, aber es sind heute auch andere Anforderungen“, kommentierte Heppler.

In Sachen Verwaltung wurde die Stelle des Stadtbaumeisters nicht neu besetzt, sondern wird von Bauamtsverwalterin Sabine Neumann in Kooperation mit einem externen Büro abgedeckt. Dafür haben sich einige neue Stellen ergeben. Neuerdings gibt es einen IT-Administrator, der vor allem für die Technik sowie die Digitalisierung verantwortlich ist. Auch der Gemeindevollzugsdienst ist eine Position, die es früher nicht gab. Andere Bereiche wurden um die ein oder andere Teilzeitstelle ergänzt.

Zahlen hinterfragt

In ihrer Stellungnahme führt die Stadt den erhöhten personellen Bedarf auf grundsätzlich steigende Personalkosten zurück. Diese Entwicklung zeige sich in jeder Gemeinde. Zudem seien die Arbeitsabläufe bürokratischer und komplexer. Das Gremium zeigte sich interessiert an der Übersicht der Zahlen, hinterfragte diese jedoch.

So merkte Stadtrat Daniel Saffrin an, dass etwa die Wasserversorgung extern vergeben wurde und somit Aufgaben weggefallen seien. Stadtrat Heiko Gerstenberger empfand es als schwierig, sich an den Vollzeitstellen zu orientieren, und würde die Gesamtkosten als hilfreich erachten.

Der Beschluss fiel letztlich einstimmig aus. Demnach setzt die Stadt ihren „Kurs einer restriktiven Personalbewirtschaftung“ fort. Alle frei werdenden Stellen werden vor einer Wiederbesetzung 2026 im Gemeinderat auf den Prüfstand gestellt. Zum Schluss gab es noch Lob für das Personal vom Schultes: „Es ist in der Tat so: Ohne dieses Top-Team wäre das alles nicht möglich.“