Um diverse Fragen rund um Bauen und Grundbesitz ging es im Schliengener Gemeinderat. Für Bauwillige gibt es eine Info-Veranstaltung zum Thema „Bau-Turbo“.
Welche Perspektiven eröffnet der „Bau-Turbo“, den die Bundesregierung Ende Oktober 2025 beschlossen hat, für die Gemeinde Schliengen?
Das Thema Erleichterungen und schnellere Genehmigungsverfahren bei Bauvorhaben, die Wohnraum schaffen, ist sowohl für Kommunen als auch für Privatleute mit Bauabsichten interessant.
Deswegen gibt es am 28. April eine hierzu öffentliche Informationsveranstaltung, wie Bürgermeister Christian Renkert in der jüngsten Sitzung des Gemeinderats bekannt gab.
Als Referent eingeladen ist der Stadtplaner Christian Sammel vom Freiburger Büro FSP Stadtplanung, der in Schliengen langjährig Planungsprojekte begleitet hat und mit den Besonderheiten der Kommune vertraut ist.
Ein Waldgrundstück wird angekauft
Den Ankauf eines Waldgrundstücks hat der Gemeinderat in nichtöffentlicher Sitzung beschlossen, wie Renkert berichtete. Es handelt sich um das Flurstück eines privaten Verkäufers, im Bergwald gelegen. Die Fläche sei gut zu bewirtschaften und werde dem kommunalen Haushalt Einnahmen bescheren, sagte Renkert im Gepräch mit unserer Zeitung. Bewirtschaftung und Vermarktung übernimmt die „Forstbetriebsgemeinschaft im Dreiländereck“, die seit Januar 2026 aus der Fusion der beiden Forstbetriebsgemeinschaften Dreiländereck und Kleines Wiesental hervorgegangen ist. Sie vertritt die Interessen von 4000 Mitgliedern, darunter 22 Städte und Gemeinden.
Wie sieht der Sachstand zum künftigen Gewerbegebiet „Neumattäcker“ aus? Darum ging es unter anderem bei den Anfragen aus dem Gemeinderat. Für die Erschließungsarbeiten, die laut Renkert im Herbst beginnen sollen, sind im laufenden Haushaltsjahr 945 000 Euro eingeplant.
Erschließungsarbeiten starten im Herbst
Der Haushaltsplan geht dabei von Erlösen aus Grundstücksverkäufen in Höhe von 950 000 Euro aus.
Derzeit arbeite man noch an der Vergrämung der im Baugebiet lebenden Eidechsen, die mit Hilfe von Zäunen und Alternativ-Biotopen aus der Fläche vertrieben werden sollen, sagte Renkert. Die Eidechse sei eine geschützte Art, präzisierte Renkert den Grund für diesen Aufwand. Man werde sich nach der langen Verfahrensdauer auch nochmals mit den Interessenten in Verbindung setzen und daraufhin die Zuschnitte der Grundstücke festlegen. Dass sich am Westrand von Schliengen etwas tut, könne man auch daran sehen, dass die Obstanlage inzwischen gerodet ist.
Begrünung muss auf Flachdach sein
Den Befreiungsantrag von der Begrünungspflicht eines Flachdachs über einem Carport in Liel lehnte der Gemeinderat bei einer Gegenstimme und einer Enthaltung ab. Der Punkt musste vom gesamten Gremium beraten und beschlossen werden, weil ihn der Bauausschuss nach einem Fehler in der Tagesordnung irrtümlicherweise positiv beschieden hatte.
Deswegen gehe die Angelegenheit an die nächsthöhere Verwaltungsinstanz, in diesem Fall an den Gemeinderat, erläuterte der Bürgermeister. Der Antragsteller hatte argumentiert, dass er auf dem Flachdach eine PV-Anlage installieren wolle, dies aber im Zusammenhang mit einer Begrünung statisch nicht möglich sei.