Die Raumcontainer als provisorische Klassenzimmer sollen in Mauchen bald Geschichte sein.
Nach jahrelanger Planung hat der Gemeinderat grünes Licht für die Erweiterung der Grundschule Mauchen gegeben. Der mit knapp fünf Millionen Euro veranschlagte Neu- und Umbau soll in den nächsten beiden Jahren realisiert werden.
Die Planungen gehen bereits auf das Jahr 2019 zurück. Auf Grundlage des vom Regierungspräsidium Freiburg damals genehmigten Schulbedarfsplans soll der Ausbau neuen Anforderungen der Schulpädagogik genügen, darunter auch eine Ganztagsbetreuung ermöglichen.
Gleichzeitig sollte der Um- und Anbau so flexibel gestaltet werden, dass er den sich ändernden Bedürfnissen der Ortsgemeinschaft nicht im Weg steht. Der Ortschaftsrat war deshalb in die Planung eingebunden, und Ortsvorsteher Hartmut Sommerhalter (SPD) sowie Stefan Müller (FW) dankten in der Sitzung der Verwaltung und Bauamtsleiter Andreas Kiesewetter dafür, dass viele Anregungen aufgenommen wurden. Insbesondere, dass der Dorfmittelpunkt erhalten bleibe, liege Mauchen am Herzen. Sommerhalter hob auch auf die Ganztagsbetreuung ab. Eine Bedarfsplanung unter den Eltern solle aber helfen, klarer zu sehen, was räumlich benötigt wird.
Die Planung
Auf der Südseite des Schulhauses soll ein zweigeschossiger Neubau entstehen, wofür Teile des angrenzenden Bolzplatzes und des Spielfelds geopfert werden müssen. Im Obergeschoss, wo auch die Anbindung an das Bestandsgebäude geplant ist, entstehen zwei Klassenzimmer, ein Gruppenraum, ein Lehrerzimmer, ein Arbeitsraum, WC-Anlagen und ein Putzraum. Im Untergeschoss sind Betreuungsraum, ein Raum für Sozialpädagogen, Lager- und Technikräume sowie sanitäre Anlagen für Lehrer vorgesehen. Mit einem Aufzug wird der Neubau barrierefrei innen erschlossen. Eine künftige Anbindung an den Bestandsbau ist zudem im Untergeschoss vorgesehen.
Gut 3,7 Millionen Euro für den Neubau
Die Neubaukosten belaufen sich aktuell auf gut 3,7 Millionen Euro. Für weitere 270 000 Euro soll das Bestandsgebäude ausgebaut werden. So wird es unter anderem einen zweiten Umkleideraum für den Schulsport geben.
Während der Spielplatz während der Bauzeit verkleinert weiter nutzbar sein soll, bleibt der Bolzplatz in dieser Zeit unbenutzbar und soll anschließend verkleinert wiederhergestellt werden. Allerdings wird der gesamte Außenbereich neu überplant – unter anderem, um barrierefreie Zugängen zu ermöglichen, den Schulhof zu erweitern, Fahrradständer und Sitzgelegenheiten zu gestalten und vieles mehr. Kostenpunkt aktuell: gut 500 000 Euro.
Die Wärmeversorgung der Gebäude soll über eine hybride Lösung bewerkstelligt werden, bestehend aus der jetzigen Öl-Heizanlage, ergänzt durch eine Wärmepumpe. Diese soll auch zur Kühlung der Klassenräume dienen. Eine Photovoltaikanlage auf dem Dach des Neubaus soll vorwiegend dem Betrieb der Wärmepumpe dienen. Der Neubau erhält zudem eine Lüftungsanlage.
Die Finanzierung
Rund 4,8 Millionen Euro sind derzeit für alle Maßnahmen veranschlagt. Zur Finanzierung sind davon in diesem Jahr 500 000 Euro eingeplant, weitere 1,5 Millionen jeweils für die beiden nächsten Jahre. Drei Millionen Euro könnten aus zwei Bausparverträgen abgerufen werden, erläuterte Bürgermeister Christian Renkert. Gut eine Million Euro an Förderung erwartet die Gemeinde aus dem Investitionsprogramm Ganztagsbetreuung, weitere 40 000 Euro für das hybride Heizsystem. Die verbleibenden rund 690 000 Euro muss die Kommune selbst finanzieren, notfalls über Darlehen.
Die Diskussion und das Votum
An den Kosten
entspann für den Schul-Erweiterungsbau entspann sich die meiste Diskussion. Thomas Sattler (FW) erinnerte daran, dass die ersten Planungen vor sechs Jahren noch von 2,5 Millionen Euro an Kosten ausgegangen wären und fragte nach Einsparpotenzialen, etwa bei den Außenanlagen. Auch Timo Hemmer (FW) beklagte, dass viel Geld „für effektiv zwei neue Klassenzimmer“ fließe. „Eigentlich haben wir die Kohle nicht“, sagte er. Dem stimmte Karl-Ernst Seemann (FW) zu, er tue sich schwer mit dem Projekt, obschon er Investitionen in Bildung befürworte. Andreas Schlageter (SPD) hob in Eigenschaft als Schulleiter die pädagogische Bedeutung des Projekts hervor und verwies darauf, dass Schliengen eine Zuzugsgemeinde sei. Die neuen Klassenräume würden längerfristig benötigt und die Ganztagsbetreuung würde „überall kommen“. „Wir müssen die Schule bauen“, forderte auch Ottmar Sprich (SPD). Es sei zudem müßig, darüber zu diskutieren, was 2019 besprochen wurde, fand Heidi Schwarz-Schindler (Grüne). „Wir müssen jetzt endlich eine Entscheidung treffen“, forderte sie. Letztlich gab es eine deutliche Mehrheit mit 13 Ja-Stimmen, einem negativen Votum und drei Enthaltungen.