Im Schliengener Gemeinderat wurden die Grundzüge des Haushalts 2026 vorgestellt. Wenn die Rücklagen aufgebraucht sind, geht es an die Substanz.
Der Haushaltsentwurf 2025 ist zwar noch nicht in den Gemeinderat eingebracht, dennoch stellte der neue Rechnungsamtsleiter Johannes Sattler die Grundzüge des Haushaltsplans in der jüngsten Ratssitzung vor. Er erntete dabei viel Anerkennung seitens des Gremiums für die verständliche und deutliche Darstellung der Haushaltssituation.
Hintergrund ist, dass wegen der langen Vakanz in der Position des Rechnungsamtsleiters auch die Jahresabschlüsse seit 2018 ausstehen. Die Ratsmitglieder sind daher froh, dass der immer wieder kritisierte „Blindflug“ zu Ende ist.
Die Ausgangslage sei dürftig, weil keine Übergabe vorgenommen wurde und einige Einstellungen in der Software von SAP nicht vorgenommen wurden, stellte der Kämmerer fest. Die Vorplanung erstrecke sich nach einem Haushaltsstrukturgespräch unter anderem auf die geplanten Investitionen und die FAG-Berechnung.
Nach der Mittelanmeldung der Einrichtungen wie beispielsweise Kindergärten, Schulen, Bauhof und Ortsverwaltungen sei der Gemeinderat am Zuge, Ziele und Schwerpunkte zu definieren. Dies werde für die kommenden Jahre noch wichtiger, unterstrich Sattler. Aktuell sei es so, dass hier und da etwas gemacht werde.
Sattler gab eine Übersicht über den aktuellen Stand des Haushaltsentwurfs 2026. Darin geht er von einem Jahresfehlbetrag in Höhe von rund einer Million Euro aus. Darin seien aber noch nicht alle Mittelanmeldungen enthalten und auch die Steigerung der Personalkosten noch nicht eingerechnet. Dann könnte sich das Minus sogar auf anderthalb bis zwei Millionen Euro belaufen. Sattler verweist auf Themen, die nicht geschoben werden können, wie beispielsweise das Wasserleitungsnetz oder den Bauhof.
Deckung über Rücklagen
Der Rechnungsamtsleiter geht davon aus, dass die Deckung des Haushalts über die Entnahme aus der Rücklage finanziert wird. Allerdings seien die Rücklagen aus den vergangenen Jahren in zehn Jahren vermutlich aufgebraucht.
Die Instandhaltung der Infrastruktur, insbesondere der Immobilien, werde die Gemeinde künftig finanziell stark belasten. „Die Infrastruktur wird uns finanziell wehtun“, unterstrich Sattler.
Der Kämmerer geht für das nächste Jahr von Einnahmen in Höhe von 13 Millionen Euro aus Steuern und Zuweisungen aus. Demgegenüber stünden Ausgaben in Höhe von ebenfalls rund 13 Millionen, darunter Umlagen in Höhe von 5,7 Millionen Euro, Gehältern in Höhe von fünf Millionen Euro sowie 2,2 Millionen Euro für Instandhaltung und Abschreibung.
Einige Maßnahmen zur Entlastung seien bereits umgesetzt. Dennoch sei eine langfristige Kostenreduzierung und Erhöhung der Einnahmen erforderlich.
Investitionen
Größte Investition sei die Erweiterung der Grundschule in Mauchen für insgesamt rund 4,7 Millionen Euro, wovon 1,5 Millionen im Haushalt 2026 wirksam werden. Weitere 600 000 Euro sind für die Modernisierung des Bauhofs und 100 000 Euro für Ausrüstung der Feuerwehr vorgesehen.
Gemeinderat Matthias Bundschuh (Freie Wähler) erkundigte sich nach den ausstehenden Jahresabschlüssen. „Wir haben Gespräche geführt, ob wir Leistungen vergeben.“ Letztlich sei es aber besser die Jahresabschlüsse selbst zu machen, erklärte Sattler. Daher sei eine zusätzliche Stelle für das Rechnungsamt ausgeschrieben worden. Er gehe davon aus, dass der Jahresabschluss 2018 Ende Januar vorliegen werde und bald darauf der Abschluss 2019 folge, sagte der Kämmerer. Bisher habe er zwar nichts für den Jahresabschluss machen können, erklärte er. Die gute Nachricht sei aber, dass alle Daten bereits ins Programm eingegeben seien.
Zeitplan
Nach der Kurzvorstellung im Gemeinderat stehe als nächstes das Haushaltsgespräch mit den Amtsleitern an. Parallel dazu werden die Daten der Steuerschätzung sowie die Hebesätze der Kreisumlage in den Plan eingerechnet. Am 20. November soll dann der Haushaltsentwurf offiziell in den Gemeinderat eingebracht werden und am 27. November soll ein Haushaltsgespräch mit Ortschafts- und Gemeinderäten stattfinden, erklärt Sattler. Die Verabschiedung des Haushaltsplans ist in der Sitzung am 11. Dezember vorgesehen.
„Die Zahlen hätten uns schon vor Jahren vorgelegt werden sollen“, stellte der Mauchener Ortsvorsteher Hartmut Sommerhalter fest und bedankte sich beim neuen Kämmerer für die geleistete Arbeit.