Punkt eins der Tagesordnung spiegelte gewissermaßen die Bandbreite der Kommunalpolitik wider: Der Gemeinderat begutachtete das Ergebnis seines 2,6-Millionen-Euro-Projekts – und diskutierte zugleich kontrovers über einen Mülleimer.
Die Aufregung dürfte bei so manchem in Hinblick auf die Wahl am Sonntag allmählich steigen – vier Tage vorher mussten sich die Ratsmitglieder aber zunächst noch einmal auf den kommunalpolitischen Alltag zurückbesinnen.
Für einen erhöhten Puls sorgte bei der Gemeinderatssitzung am Mittwoch vor allem der Aufstieg vom Rathaus hoch zur neu errichteten Aussichtsplatz an der Kreuzung von Schloßberg- und Staigstraße. Bürgermeister Thomas Haas wollte diese mit dem Gremium ebenso besichtigen wie die beiden Straßen, für deren Sanierung und Ausbau die Stadt eine beachtliche Summe Geld ausgegeben hat. Er bezeichnete die Baumaßnahme als eines der beiden größten Projekte der vergangenen zwei Jahre, gemeinsam mit der Bachstraße 4.
Wie Stadtbaumeister Roland Grießhaber erklärte, wurde insgesamt etwa eine halber Kilometer Straße saniert, inklusive Arbeiten im Untergrund und an 14 Stützbauwerken. Die Kosten für das Projekt summieren sich laut Grießhaber voraussichtlich auf 2,65 Millionen Euro und liegen damit im Rahmen. Auch die Terminpläne seien exakt eingehalten worden.
Aussichtsplattform erhält neue Sitzbank
Der Besuch vor Ort diente aber nicht nur dazu, das Großprojekt zu bewundern – Bürgermeister Haas brachte dem Gemeinderat auch zwei Themen mit, über die das Gremium noch vor Ort abstimmte: Sitzgelegenheit und Mülleimer an der neuen Aussichtsplattform.
Dort hat die Stadt bereits übergangsweise zwei Bänke hingestellt, die nun durch ein fest angebrachtes Exemplar abgelöst werden sollen. Nach kurzer Diskussion, ob eine oder zwei Sitzbänke errichtet werden sollten, schlug Haas vor, einen Entwurf für eine einzelne, dafür längere Bank erstellen zu lassen, den er dann präsentieren werde, was das Gremium befürwortete.
Kontroverse Diskussion um Mülleimer
Etwas kontroverser diskutierten die Räte über das Aufstellen eines Mülleimers an der Aussichtsplattform. Aktuell gibt es dort noch keinen. Und nach Ansicht von Michael Buzzi kann das auch so bleiben: Ein Mülleimer sei die „falsche Erziehung“, sagte er. „Die ‚falsche Erziehung‘ liegt dann da unten“, äußerte Inge Wolber-Berthold ihre Vermutung, dass der Müll im Hang unterhalb der Plattform zurückgelassen wird.
Bürgermeister Haas machte daraufhin den Vorschlag, es ein Jahr lang ohne Mülleimer zu versuchen. „Dann brauch ich nirgends einen Mülleimer“, erwiderte Wolber-Berthold.
Sabine Bösel sprach sich dafür aus, einen Mülleimer mit Aschenbecher wie an der Stadtbrücke aufzustellen, was der Bürgermeister zur Abstimmung stellte. Eine Mehrheit befürwortete die Idee.