Die Schüttesäge produziert im Jahr Strom für etwa 50 Dreipersonenhaushalte. Foto: Matthias Dorn

In einem Vor-Ort-Termin nahm der Schiltacher Gemeinderat die historische „Schüttesäge“ in Augenschein.

Die erstmals 1491 urkundlich erwähnte Säge wurde vom Kraftwerksbetreiber Thomas Kipp im Auftrag der Stadt über viele Jahre umfassend saniert. Erstmalig hatte Kipp beim Stadtfest 1980 die Säge besichtigt, im Jahr 2000 nahm Kipp sich dann liebevoll gemeinsam mit seiner Familie dem Technikdenkmal „mit 2000 Schrauben“ an.

 

Der Umgang mit der antiquierten Technik verlange einen langen Atem, der Ersatz neuralgischer Teile wie die historischen Gleitlager oder die Transmissionsriemen wurden erst in den vergangenen Jahren angegangen.

Gehörige Stromproduktion

Seit der Wiederinbetriebnahme zum Mühlentag 2003 liefert die Anlage ununterbrochen an 365 Tagen im Jahr Strom aus Wasserkraft für etwa 50 Dreipersonenhaushalte. Mit seinem Durchmesser von 6,30 Metern und einer Breite von 1,95 Meter fasziniert das mit widerstandsfähigem Robinienholz beschaufelte Wasserrad die Besucher auch außerhalb der Öffnungszeiten des gleichnamigen Schüttesägen-Museums.

Im Gegensatz zur Wasserkraft gewonnen aus Turbinen, kommt das Wasserrad mit einer deutlich geringeren Mindestwassermenge aus, um Strom produzieren zu können. Diesem Umstand ist es zu verdanken, dass die Schüttesäge auch nach der Ökologisierung 2007 weiterhin wirtschaftlich betrieben werden kann.

Bürgermeister Thomas Haas sparte nicht am Lob für seinen Kraftwerksbetreiber: „Wenn sich was dreht muss eigentlich immer etwas repariert werden“. Die Schiltacher Schüttesäge aus dem 15. Jahrhundert sei für die Stadt Schiltach damit mit dem Freiburger Münster vergleichbar, dem ja die Münsterbauhütte als beständige Baustellenmannschaft zugeordnet sei. Diesen Job würde die Familie Kipp jetzt seit nahezu einem Vierteljahrhundert mit großem Engagement nachkommen.