Auf dieser gemeindeeigenen Wiesenfläche an der Abbiegung der Bundesstraße 294 in die Straße Aue könnte eine Wassertretanlage gebaut werden. Aber nicht in diesem Jahr. Foto: Herzog

Ein Outdoor-Fitnesspark oder eine Wassertretanlage wird in diesem Jahr nicht umgesetzt. Aufgehoben sind die von Leader geförderten Kleinprojekte deshalb nicht, sondern nur aufgeschoben.

In der Januar-Sitzung hatte der Gemeinderat über verschiedene Kleinprojekte zur Steigerung der Attraktivität der Gemeinde im Rahmen des Leader-Regionalbudgets diskutiert. Nun sollte in der neuesten Ratssitzung eine Entscheidung fallen, da die Frist für eine Projektanmeldung sich näherte.

 

Wie Bürgermeister Bernd Heinzelmann informierte, könne eine Wassertretanlage mit Armbecken nicht wie gedacht am Kinzigufer im Bereich Heilig Garten installiert werden. Zum einen würde sie zu höheren als den förderfähigen Kosten führen, zum anderen lehne das Umweltschutzamt eine Bebauung am Gewässerrandstreifen ab. Die Verwaltung schlage deshalb einen Standort auf dem gemeindeeigenen Grundstück bei der Abbiegung der Bundesstraße 294 in die Aue vor.

Der Betrieb der Anlage sei gesetzlich nur mit Frischwasserzufuhr möglich, berichtete der Bürgermeister. Der Gemeinde liege ein Angebot von 16 400 Euro vor. Da noch Kosten für Beton und Bepflanzung mit Hecken hinzukämen, summierten sich die Gesamtkosten auf circa 19 700 Euro. „Beachtet werden müssen die Folgekosten für regelmäßige Reinigung, kontinuierlicher Frischwasser-Zulauf und Neubefüllung der Becken von bis zu 3500 Euro jährlich. Darin sind Ausgaben für Reinigungsmittel, Personal- und Wartungskosten nicht enthalten“, zählte Heinzelmann auf.

Von der Bevölkerung sei der Wunsch nach einer Outdoor-Fitnessanlage an die Verwaltung herangetragen worden mit dem Ziel, ein generationsübergreifendes Bewegungsangebot zu schaffen. Auf der Suche nach einem geeigneten Grundstück sei man auf eine 200 Quadratmeter große nicht genutzte Wiesenfläche in der Rothaldenstraße gestoßen. Um unterschiedliche Zielgruppen zu erreichen, sei die Beschaffung von acht verschiedenen Fitnessgeräten erforderlich. Das günstigste Angebot habe die Firma Kübler Sport mit 16 300 Euro unterbreitet. Mit 2500 Euro für Fundamente müsse mit Gesamtkosten von 18 888 Euro gerechnet werden.

Sicht des Bürgermeisters

„Aus Sicht der Verwaltung weise ich angesichts der angespannten Haushaltslage darauf hin, dass trotz der Fördermittel die Gemeinde stets einen Eigenanteil und Folgekosten zu stemmen hat. Und von der Wassertretanlage bin ich noch nicht überzeugt“, verriet der Bürgermeister seine Sichtweise. Rat Werner Kaufmann urteilte, die Wassertretanlage sei für ihn abgehakt und der Standort für die Outdoor-Fitnessanlage zu weit von der Dorfmitte weg. „Wir sollten dieses Jahr auf die Umsetzung eines Projekts verzichten. Selbst wenn wir heute noch eine zündende Idee haben, ist die Zeit für die Projekteinreichung zu knapp“, so Kaufmann. Michael Rempp sah es ähnlich und riet davon ab, etwas übers Knie zu brechen. Allgemein sei er kein Fan von einem Fitnesspark. Dass die Wassertretanlage in Heilig-Garten nicht funktioniere, bedauere er. Katrin Kilgus berichtete von so einem Angebot der Stadt Schiltach und warnte vor den Folgekosten, da im Sommer die Anlage wöchentlich gereinigt werden müsse. Stefan Maier argumentierte, die Gemeinde werde immer auf Zuschüsse angewiesen sein. Von Leader habe es auch schon einen zweiten Projektaufruf in einem Jahr gegeben. So eine Wassertretanlage sollte irgendwo in der Umgebung angesehen und im Hinterkopf behalten werden. Er favorisiere ein Projekt, bei dem Eigenleistung erbracht werden könne.

Einstimmig beschloss das Ratsgremium, in diesem Jahr auf die Umsetzung eines Leader-Projekts zu verzichten und im Falle eines zweiten Aufrufs erneut darüber zu beraten.