Beim gemeindeeigenen Gebäude Heilig-Garten 4 wird in diesem Jahr die Elektroinstallation erneuert. Dafür müssen die Mieter auf die Dauer eines Monats ausziehen. Foto: Herzog

Bei der schrittweisen Modernisierung des Wohngebäudes Heilig Garten 4 steht jetzt die Erneuerung der Elektrotechnik an. Mehr gibt der Haushalt derzeit nicht her.

Nachdem in einem ersten Schritt die Heizungsanlage erneuert, die Nachtspeicheröfen auf eine Pelletsheizung umgestellt und Bäder renoviert wurden, stehen nun die Dachsanierung und Erneuerung der elektrotechnischen Anlagen an. Dabei wird es gegenüber dem Haushaltsansatz jedoch zu Mehrkosten kommen, wie Bürgermeister Bernd Heinzelmann aufgrund aktualisierter Kostenberechnung in der Sitzung des Gemeinderats bekannt gab.

 

Für die beabsichtigten Baumaßnahmen sei es erforderlich, dass die drei Wohnungen für die Dauer von je einem Monat vollständig geräumt sind und der Strom abgeschaltet wird. Die Bewohner könnten in dieser Zeit im Gebäude Roßbergerhof im Ortsteil Kaltbrunn untergebracht werden. Gespräche mit ihnen habe es bereits gegeben.

„Sobald die Ausschreibung für die Arbeiten an ein Fachunternehmen beauftragt ist und ein Ausführungstermin feststeht, werden die Bewohner von uns benachrichtigt“, schilderte der Bürgermeister.

Die vorhandene Elektroinstallation sei für den Betrieb der neuen Heizungsanlage nicht ausreichend dimensioniert und nur durch den Einbau eines Sicherungsautomaten möglich. Daher müsse noch dieses Jahr zwingend eine elektrotechnische Sanierung erfolgen.

Kosten für Sanierung

Nach aktueller Kostenberechnung würden die Ausgaben 93.000 Euro betragen. In den Kosten enthalten seien neben den Elektroarbeiten auch Maler- und Gipserarbeiten, Beratung, Anpassungen im Küchenbereich und Umzugskosten.

Abzüglich einer Förderung von 36 Prozent verbleibe ein Eigenanteil der Gemeinde von rund 60.000 Euro, rechnete Heinzelmann vor. Eine Dachsanierung sei ebenfalls sinnvoll, könne aber durch die angespannte finanzielle Haushaltslage der Gemeinde durchaus ins nächste Jahr verschoben werden.

Da das Gebäude im Sanierungsgebiet liege und die Dauer bis Ende 2028 gesichert sei, bestünde hinsichtlich der Förderung keine Eile.

Für die Dachsanierung könne aus drei Varianten gewählt werden, die sich im organisatorischen Aufwand und in der Höhe möglicher Fördermittel unterschieden. Die Kosten des Eigenanteils der Kommune bewegten sich zwischen 55.000 Euro und 50.000 Euro.

„Wenn wir beide Maßnahmen umsetzen, beträgt unser Eigenanteil bis zu 115.000 Euro. Im Haushalt sind knapp 88000 Euro veranschlagt. Somit hätten wir eine Kostenüberschreitung von rund 27.000 Euro“, sprach sich Heinzelmann dafür aus, zwar beide Maßnahmen auszuschreiben, den Ausführungszeitraum für die Dachsanierung aber ins nächste Jahr zu verlegen.

Bei letzterer Maßnahme müsse noch die gesetzliche Verpflichtung der Installation einer PV-Anlage berücksichtig werden, wodurch mit zusätzlichen Kosten von 23.000 Euro zu rechnen sei.

Räte befürworten Vorschlag

Mehrere Räte befürworteten die Vorgehensweise der Verwaltung. Stefan Maier riet davon ab, auf die vorgesehene Verlängerung des Dachvorsprungs zu verzichten. Es gäbe genügend Beispiele, dass Fassaden ohne deutlich schneller verwitterten. Werner Kaufmann erkundigte sich angesichts der bevorstehenden Ausquartierung der Mieter, wie es um die Beschaffenheit der sanitären Leitungen aussähe. Nach Auskunft des Bürgermeisters sind die Heizungsleitungen erneuert worden und bei der von verschiedenen Firmen erfolgten Badsanierungen habe es keine Meldungen über schlechte Leitungszustände gegeben. Katrin Kilgus empfahl, vorsorglich bei diesen Betrieben nachzufragen. Dies sicherte Heinzelmann zu. Einstimmig beschloss das Ratsgremium, die Elektroarbeiten und Dachsanierung auszuschreiben und letztere Maßnahme erst in 2027 umzusetzen.