Die Gemeinde Schenkenzell plant in absehbarer Zukunft, im Bereich Winterhalde ein Wohngebiet zu erschließen. Foto: Herzog

Das Entwicklungskonzept der Gemeinde Schenkenzell wurde aktualisiert und soll künftig alle fünf Jahre angepasst werden.

Vielen Einwohnern dürfte das schon im Jahre 2014 aufgestellte Entwicklungskonzept bisher nicht bekannt gewesen sein.

 

Doch mit der Veröffentlichung auf der Gemeindehomepage soll dies nun einem breiten Publikum zugänglich gemacht werden, wie Bürgermeister Bernd Heinzelmann in der Sitzung des Gemeinderats bekanntgab. Das Papier gebe einen umfassenden Überblick zu wichtigen Bereichen des Gemeindelebens und diene als zentrales Leitbild mit dem Ziel einer lebens- und liebenswerten Kommune.

Wesentliche Elemente seien das Wohnen in einem familiären Umfeld, die Sicherung der Grundversorgung und die Weiterentwicklung des naturnahen Tourismus im mittleren Schwarzwald. Ebenso sollen die Unternehmensstandorte gestärkt und die Ansiedlung kleinerer Handwerksbetriebe und Dienstleister ermöglicht werden. Nicht zuletzt soll die Dorfgemeinschaft gefördert und die Täler offengehalten werden, schilderte der Bürgermeister.

Randlage erschwert die Zusammenarbeit

Die Randlage im Kreis Rottweil hemme in vielen Bereichen die Zusammenarbeit und erschwere die Wohn- und Arbeitsbedingungen. Schenkenzell habe sich frühzeitig dem Fremdenverkehr zugewandt, da die Ansiedlung von Industriebetrieben durch die enge Tallage erschwert sei. Dieser Geschäftszweig habe vielen gastronomischen Familienbetrieben und Privatvermietern in den 60er und 70er- Jahren ein gutes Einkommen ermöglicht. Der Tourismus spiele weiterhin eine wichtige Rolle, ein Anziehungspunkt und Wallfahrtsort sei das Kloster Wittichen.

Herausforderungen für eine Wohngemeinde

Inzwischen Wohngemeinde geworden, müsse die Kommune die Abwanderung mindern und jungen Menschen geeignete Alternativen zur Stadt bieten. Hierfür seien in der Vergangenheit viele kleine Schritte unternommen worden, betonte Heinzelmann. Nach 1999 sei die Gemeinde 2015 mit dem Sanierungsgebiet „Heilig-Garten“ zum zweiten Mal in ein Landesförderprogramm aufgenommen worden. Bisher seien 16 private und fünf kommunale Maßnahmen umgesetzt worden. Die Bevölkerungszahl habe sich in den vergangenen Jahrzehnten durch den Zustrom von Aussiedlern und Flüchtlingen sowie Wegzügen positiv und negativ entwickelt.

Grundversorgung und Bauflächen

Aktuell liege sie bei rund 1800. „Seit 2001 haben wir im Ortsteil Kaltbrunn einen Rückgang der Bevölkerung um ein Drittel. Trotzdem haben wir in Schenkenzell noch eine gute Grundversorgung“, wies der Bürgermeister auf mehrere im Ort vorhandene Geschäfte, Büros und Finanzdienstleister sowie ausreichend Parkplätze hin. Auch in der ärztlichen Versorgung und dem Angebot von Betreuungsplätzen mit zwei Kindergärten sei die Gemeinde gut aufgestellt. Die Gemeinde versuche über flächensparendes Bauen bereits erschlossener privater Bauplätze die Aktivierung umzusetzen. Allerdings seien solche Grundstücke schwierig zu bekommen, bedauerte Heinzelmann. Dennoch werde versucht, durch eine kostenlose Bauplatzbörse auf der Gemeindehomepage Bauplätze, Häuser und Wohnungen direkt an Interessenten zu vermitteln.

Blick in die Zukunft: neue Wohngebiete

Eine künftige Herausforderung werde sein, die durch den Tod der älteren Generationen freiwerdenden Gebäude wieder einer Käuferschicht zuzuführen. Drei noch verfügbare Bauplätze gebe es in Kaltbrunn und eine Weiterentwicklung gemeindeeigener Flächen im Bereich Spannstatt sei angedacht. „Unabhängig davon planen wir ein Wohnbaugebiet im Bereich „Winterhalde“, das sonnige Flächen bietet. Entsprechend der Nachfrage ist eine Umsetzung in zwei Abschnitten vorgesehen“, blickte der Rathauschef voraus. Die Winterhalde war bereits unter Heinzelmanns Vorgänger Thomas Schenk vor rund zehn Jahren als Wohngebiet „Burgblick“ im Gespräch, wurde aber vom Regierungspräsidium Freiburg nicht genehmigt.