Welche Heizung ist die richtige? Die Frage, die viele Immobilienbesitzer beschäftigt, treibt nun auch den Schenkenzeller Rat um. Bei der Diskussion um das Heizungskonzept für das Haus des Gastes wurde deutlich, wie kompliziert das Thema mittlerweile ist.
Der 40 Jahre alte Kessel der Gastherme im Haus des Gastes in der Landstraße 2 ist stellenweise undicht, so dass immer wieder Heizwasser aus den verrosteten Schweißnähten austritt. Daher soll eine neue Heizung her – nur welche? Über diese Frage diskutierte der Gemeinderat in seiner jüngsten Sitzung.
Denn aufgrund der rechtlichen Vorgaben könne nicht einfach eine beliebige Heizung eingebaut werden, erklärte Bürgermeister Bernd Heinzelmann. Und so listete die Verwaltung dem Gremium alle möglichen Varianten auf, mit denen der Heizenergiebedarf von insgesamt 100 000 Kilowattstunden (kWh) erreicht wird und die gesetzlichen Bestimmungen eingehalten werden.
Wärmepumpe unpassend, Gasheizung nicht ratsam
Eine Wärmepumpe passe allerdings nicht zum Gebäude, und eine Gasheizung sei wegen der unsicheren Gesetzeslage nicht zu empfehlen, erläuterte Heinzelmann weiter. Aus Sicht der Verwaltung kommt daher eigentlich nur eine Pelletheizung infrage – die jedoch mit einer Brauchwasserwärmepumpe, Solarthermie oder einem PV-Heizstab zur Brauchwassererwärmung ergänzt werden muss, um den gesetzlich erforderlichen Anteil an regenerativer Energie sicherzustellen.
Der Gemeinderat diskutierte anschließend über die verschiedenen Varianten unter Berücksichtigung der Betriebs- und Investitionskosten, die sich jeweils um ein paar Hundert beziehungsweise Tausend Euro unterscheiden, sowie der in Aussicht gestellten Fördermittel.
Als das Gremium in der Frage nicht wirklich weiter kam, meldete sich Werner Kaufmann (CDU) zu Wort. Er fühle sich bei dem Heizungsthema als „absoluter Laie“, gab Kaufmann zu. Es sei zu kompliziert geworden, auch von der Gesetzeslage. „Da gibt es Energieberater“, so sein Vorschlag. Heinzelmann zeigte sich skeptisch. Er bezweifle, dass ein Energieberater neue Erkenntnisse hervorbringe. „Ich tue mich schwer, jemanden extra zu bezahlen“, meinte Heinzelmann.
Energieberater wird in Sitzung eingeladen
Das Gremium einigte sich jedoch darauf, die Entscheidung zu vertagen und zunächst noch einen Energieberater in eine Sitzung einzuladen. „Ich bin skeptisch, aber schauen wir mal, was rauskommt“, so Heinzelmanns Schlusswort. Nachträglich sollen dann auch noch die Mieter im Gebäude in die Entscheidung mit einbezogen werden.
Gebäude bekommt Aufzug
Schon lange Thema
Den Gemeinderat beschäftigte in seiner jüngsten Sitzung auch der Einbau eines Aufzugs im Haus des Gastes in der Landstraße 2. Das Thema sei bereits vor gut einem Jahrzehnt im Rat zur Sprache gekommen, sagte Bürgermeister Bernd Heinzelmann. Mit der Aufnahme des Gebäudes in das Landessanierungsprogramm könne nun die Umsetzung angegangen werden.
Zwei Varianten
Die Verwaltung schlug zwei Varianten für einen Personenaufzug vor: Die eine ist dabei mit Gesamtkosten von 82 000 Euro rund 16 000 Euro günstiger als die andere, ist dafür laut Verwaltung jedoch „nicht so komfortabel“, und es sei mit Fehlbedienungen zu rechnen. „Das rechtfertigt den Preisunterschied niemals“, meinte Werner Kaufmann, der sich für die teurere Variante aussprach. Diesem Vorschlag folgte das Gremium anschließend einstimmig