Im Rosenfelder Rathaus soll es weiter um Sachfragen vor Ort gehen, hoffen Miller, May und Bihr. Foto: Schnurr

Künftig sitzen zwei Vertreter der AfD statt einem im Rosenfelder Gemeinderat. Doch sowohl Bürgermeister Thomas Miller als auch die Sprecher der beiden Fraktionen nehmen dies gelassen hin.

Lange Zeit gab es im Gemeinderat keine Parteilisten wie in benachbarten Städten, etwa Geislingen, Schömberg oder Balingen. Einträchtig debattierten die Unabhängige Wählergemeinschaft (UWG) und die Freien Wähler (FW) mit der Verwaltung über Rosenfelder Themen. Das Gesprächsklima blieb fast immer harmonisch, man diskutierte meist sachorientiert.

 

2019 kandidierte die AfD auch für den Rosenfelder Gemeinderat. Erik Wille erhielt die meisten Stimmen und zog in das Gremium ein. Bei der Wahl am 9. Juni dieses Jahres errang auch Heike Pieper einen Sitz im Gemeinderat, Wille wurde erneut gewählt. Der AfD-Stimmenanteil in Rosenfeld wuchs auf fast das Doppelte.

Probleme mit den beiden Repräsentanten dieser in Teilen rechtsextremistischen Partei fürchtet Bürgermeister Thomas Miller nicht: „Beide sind gewählte Mitglieder des Gemeinderats. Sie haben Sitz und Stimme im Gemeinderat. In den Gremien werden die Themen, die die Stadt Rosenfeld betreffen, beraten und beschlossen.“ Seine Erwartung ist: „Wir gehen jetzt davon aus, dass es bei der sachbezogenen Diskussion bleibt.“

Konstruktiv diskutieren

Ähnlich äußert sich UWG-Sprecher Klaus May: „Bei allen Gemeinderatsmitgliedern gehe ich davon aus, dass die Vertretung der Bürger und die Schaffung einer zukunftsfähigen Stadt die Ziele sind.“ Hier könne man konstruktiv diskutieren, um den bestmöglichen Weg zu finden.

May sagt weiter: „Kreis-, Landes- oder Bundespolitik tangieren uns, müssen wir zur Kenntnis nehmen, brauchen aber die Sinnhaftigkeit nicht im Gemeinderat Rosenfeld bewerten.“

Gabi Bihr, die Listensprecherin der Freien Wähler, verweist auf die bisher von Sachlichkeit geprägten Diskussionen und die berufliche Expertise, die alle Mitglieder des Gemeinderats einbringen könnten, besonders bei technischen Fragen. Auch sie setzt darauf, dass es bei dem bisherigen Stil im Rosenfelder Rat bleibt.