Bürgermeister Thomas Miller legte den Rosenfelder Gemeinderatsmitgliedern die Haushaltslage schonungslos dar. Foto: Sebastian Buck

In der ersten Sitzung des Rosenfelder Gemeinderates im Jahr 2026 wird der Haushaltsentwurf eingebracht. Der sieht nicht wirklich rosig aus.

Mit einem Defizit, sinkender Liquidität und gleichzeitig hohen Investitionen steht die Stadt Rosenfeld im Haushaltsjahr 2026 vor finanziell anspruchsvollen Rahmenbedingungen. Der nun in den Gemeinderat eingebrachte Haushaltsentwurf zeigt, dass trotz stabiler Einnahmebasis die Ausgaben die Erträge deutlich übersteigen.

 

Bürgermeister Thomas Miller bringt es schonungslos auf den Punkt: „Alles ist tiefrot, wir müssen schauen, wo wir sparen können.“ Hier, ergänzt der Rosenfelder Rathauschef, sei er auch für Vorschläge aus der Mitte des Gremiums offen. Die Gemeinderäte haben nun Zeit, sich das Zahlenwerk im Detail zu Gemüte zu führen.

Bei der Einbringung sieht das folgendermaßen aus: Im Ergebnishaushalt rechnet die Stadt mit ordentlichen Erträgen von rund 24,96 Millionen Euro, denen Aufwendungen in Höhe von etwa 27,76 Millionen Euro gegenüberstehen. Daraus ergibt sich ein Ergebnis von minus 2,79 Millionen Euro.

Auch im Finanzhaushalt bleibt die Lage angespannt: Der Zahlungsmittelbedarf aus dem Ergebnishaushalt liegt bei rund 1,44 Millionen Euro, hinzu kommt ein Finanzierungsmittelbedarf aus der Investitionstätigkeit von etwa 3,76 Millionen Euro. Insgesamt verringert sich der Finanzierungsmittelbestand im Jahr 2026 damit um rund 2,7 Millionen Euro.

Steuern nicht erhöht

Grundlage der Planung sind die Orientierungsdaten des Haushaltserlasses 2026, die Ergebnisse der Steuerschätzung vom November 2025 sowie zugrunde liegende Erfahrungswerte. Steuererhöhungen sind im Entwurf nicht vorgesehen – die Hebesätze für die Grundsteuer A, B und die Gewerbesteuer bleiben unangetastet. Gleichwohl weist die Verwaltung auf Risiken hin, insbesondere bei den Gewerbesteuereinnahmen sowie bei Umlagen im kommunalen Finanzausgleich. Das eine geht nämlich zurück, das andere steigt.

Im Detail sieht das dann so aus: Die Erträge aus der Gewerbesteuer sinken im Vergleich zum Vorjahr um rund eine Million Euro. Gleichzeitig steigen die Personalaufwendungen um mehr als 720.000 Euro. Auch der Unterhalt von Grundstücken und Gebäuden schlägt mit einem Plus von rund 480.000 Euro zu Buche. Besonders belastend wirkt zudem der Abmangel bei den kirchlichen Kindergärten, der für 2026 mit etwa 810.000 Euro veranschlagt ist. Und es dauert, blickt man auf die mittelfristige Finanzplanung, noch eine ganze Weile, bis die Zahlen nicht mehr rot sind. Erst im Jahr 2029 ist wieder mit einem Überschuss von gut einer Million Euro zu rechnen.

Rats- und Bürgerhäuser

Inhaltlich setzt die Stadt im Ergebnishaushalt dennoch klare Schwerpunkte. Vorgesehen sind unter anderem Unterhaltungsmaßnahmen an mehreren Bürgerhäusern und Rathäusern in den Teilorten, Investitionen in Feuerwehrgerätehäuser sowie zusätzliche Ausgaben für Schulen und Kindertageseinrichtungen. Allein für das Straßensanierungsprogramm sind 270.000 Euro eingeplant. Auch Maßnahmen wie ein zusätzliches Klassenzimmer an der Grundschule Heiligenzimmern oder Sanierungen an Turnhallen und Spielplätzen finden sich im Plan.

Noch umfangreicher fällt das Investitionsprogramm aus: Insgesamt stehen Einzahlungen von rund 3,01 Millionen Euro Auszahlungen von etwa 6,78 Millionen Euro gegenüber. Der Schwerpunkt liegt klar bei Baumaßnahmen, die mit 5,55 Millionen Euro den größten Posten bilden. Zu den wichtigsten Projekten zählen Investitionen in die Abwasserinfrastruktur, darunter die Anbindung der Kläranlage Rosenfeld an ein Pumpwerk (1,6 Millionen Euro) sowie der Bau eines Retentionsbodenfilters. Auch die Erweiterung der Eilers-Kita, Investitionen in Gewerbegebiete, Straßensanierungen und Maßnahmen an Friedhöfen und Backhäusern sind vorgesehen, wie aus der umfangreichen Präsentation der Verwaltung zu entnehmen ist.

2,5 Millionen neuer Kredite geplant

Um die geplanten Investitionen finanzieren zu können, sieht der Haushaltsentwurf eine Kreditaufnahme in Höhe von 2,5 Millionen Euro vor. Die Verwaltung begründet diesen Schritt mit der anhaltend sinkenden Liquidität bei gleichzeitig hohem Investitionsbedarf. Miller dazu: „Wir kommen um einen Kredit nicht herum.“

Zudem sind Verpflichtungsermächtigungen in Höhe von insgesamt 2,05 Millionen Euro eingeplant, die vor allem größere Projekte in den kommenden Jahren absichern sollen – etwa der Radweg Leidringen-Rotenzimmern oder der Umbau der Kläranlage zum Pumpwerk.

Auch die Eigenbetriebe bleiben weiter im Minusbereich. Für die Wasserversorgung wird 2026 ein Jahresverlust von knapp 29.000 Euro erwartet, beim Sofienbad liegt der geplante Fehlbetrag sogar bei 184.000 Euro. Beide Betriebe belasten damit weiterhin den städtischen Gesamthaushalt.

Bis 2029 im Negativen

Der mittelfristige Finanzplan zeigt zwar eine leichte Entspannung ab 2027, dennoch bleibt der Ergebnishaushalt bis 2029 durchgehend negativ. Der Haushaltsentwurf macht damit deutlich, dass Rosenfeld in den kommenden Jahren vor der Herausforderung steht, Investitionen, Pflichtaufgaben und finanzielle Leistungsfähigkeit dauerhaft auszutarieren.

Zwar lasse der Haushalt durchaus Wünsche offen, so Bürgermeister Thomas Miller, doch gottlob habe man in den vergangenen Jahren „nicht übergeigelt“ und daher noch etwas Spielraum. Jetzt liegt es am Gemeinderat, das Zahlenwerk genau unter die Lupe zu nehmen.