Inge Hormel, Abteilungsleiterin für den Forstbetrieb im Landkreis Calw, und Revierförster Thomas Katz sprachen vor dem Rohrdorfer Gemeinderat über Nutzung und Entwicklung der kommunalen Waldstücke. Der Klimawandel, auch hier ein großes Thema. Eine Baumart leidet besonders unter Trockenheit und Hitze.
Inge Hormel von der Abteilung für Forstwirtschaft beim Landratsamt Calw zeigte sich zufrieden mit dem vergangenen Waldjahr: Nach dem heißen und trockenen Wetter habe das regenreiche Jahr 2024 eine dringend nötige Erfrischung gebracht. „Die Bäume hat es gefreut, die Förster hat es meistens gefreut“, sagte sie, „Wald und Grundwasser tat es auf jeden Fall sehr gut.“
Auch wenn sie die Verschnaufpause gerne sehe, die Folgen des Klimawandels seien weiterhin deutlich zu spüren. „Zwölf von zwölf Monaten 2024 waren im Mittel zu warm.“ Das wärmste Jahr seit Beginn der Wetteraufzeichnungen. Acht von zwölf Monaten lag das Mittel schon bei mehr als zwei Grad Celsius, im Februar habe die Temperatur im Vergleich langjähriger Mittel sogar sechs Grad Celsius höher gelegen.
Was bedeutet dieser Anstieg für das Ökosystem Wald? Zunächst sei der Anteil an zufälligen Nutzungen – dem außerplanmäßigen Holzeinschlag – gestiegen, so Hormel. Thomas Katz, Revierförster in Haiterbach und Rohrdorf, wurde hier konkreter: „Tanne und Fichte könnten uns irgendwann verloren gehen.“ Sie seien die klaren Verlierer des Klimawandels. Lichtangepasste Arten wie die Eiche, Kiefer oder Spitzahorn hingegen die Gewinner. Vermehrt werde bei Neupflanzungen auf die hitzebeständige Douglasie gesetzt. Sein Ausblick: Der Laubholzanteil wird zugunsten der Mischbestände weiter steigen.
Borkenkäfer so früh wie
Einer der größten Profiteure der Erwärmung bleibt aus forstlicher Sicht immer noch ein vielgefürchteter Schädling, der Borkenkäfer. Der Buchdrucker, spezialisiert auf Fichten, fliege eigentlich erst ab Pfingsten, erklärte Katz.
Im vergangenen Jahr seien die ersten Populationen bereits zu Ostern geschlüpft. „Bei kühlem Wetter brauchen die Larven zwölf Wochen, um sich zu entwickeln, bei warmen hingegen nur sechs.“ Für 2025 wünsche er sich daher einen regenreichen, kühlen Frühling.
Rohrdorfer Wald ist gut aufgestellt
Erfreuliche Neuigkeiten brachte Katz zum Zustand des Rohrdorfer Waldgebietes. Fast der komplette Wald sei natürlich verjüngt, Neupflanzungen wurden nur auf sehr geringer Fläche vorgenommen, so der Förster. Die Bestände über den jungen Bäumen, teils 80- bis 100-jährig.
„Rohrdorf ist eines der besten Reviere in diesem Bereich.“ Einzig mit den Jägern brauche es eine genaue Zusammenarbeit. Zu viel Rotwild stelle eine Gefahr für die Verjüngung dar. Die Tiere würden die kleinen Sämlinge einfach fressen.
Positive Entwicklung beim Holzpreis
2024 betrug der Holzeinschlag 630 Festmeter, eingeplant waren 590 Festmeter. Beim planmäßigen Einschlag konnte zwar eingespart werden, außerplanmäßig mussten aber 390 Festmeter gefällt werden – 60 Prozent mehr als eingeplant. Grund dafür, so Katz, seien die längere Dürreperiode und der Borkenkäferbefall gewesen.
Für 2025 plane Katz ebenfalls mit 590 Festmetern, außerplanmäßig davon nur 90. Als Grund hierfür nannte er die Tannendürre. Die Gemeinde verspricht sich hohe Erträge beim Holzverkauf – knapp 40 000 Euro für das laufende Jahr – angekurbelt durch die stabilen Holzpreise. Es ließe sich mit mindestens 100 Euro den Festmeter rechnen, sagte Katz.
Der Bau mit Holz boomt, darin waren sich auch die Gemeinderätinnen und Räte in Rohrdorf einig. Für Katz auch der einzig richtige Weg, um dem Klimawandel entgegenzutreten. „Wenn wir das schaffen wollen, müssen wir den Beton irgendwann ersetzen.“