Diverse Kostenübersichten bekam der Obernheimer Gemeinderat präsentiert. Vor allem die Jugendarbeit wird sukzessive teurer.
Offene Jugendarbeit, Kläranlage und mehr. Die Gemeinde Obernheim muss für ihre reichhaltigen Aufgaben gewaltige Summen im jährlichen Haushalt veranschlagen. Hierüber, also über die tatsächlich auflaufenden Kosten, wurde nun dem Gemeinderat berichtet. Konkret ging es um zwei Punkte: die laufenden Kosten für die offene Jugendarbeit und die Kostenbeteiligung am Klärwerk in Unterdigisheim.
Die Jugend- und die Schulsozialarbeit wird gemeinsam mit der Stadt Meßstetten organisiert im Rahmen von interkommunaler Zusammenarbeit, wie es in der Sitzungsvorlage heißt. In Summe liefen Kosten für die Jugendarbeit von 156.105 Euro auf im vergangenen Jahr – eine deutliche Steigerung, wenn man noch auf 2023 blickt, als es „nur“ 135.857 Euro waren.
Der Zuschuss des Landkreises bleibt allerdings seit Jahren gleich bei rund 26.500 Euro. Schlussendlich bleibt für das vergangene Jahr ein Nettoaufwand von 107.967 Euro übrig. Auf die Gemeinde Obernheim entfallen davon 12,5 Prozent, so ist die Abrechnung mit der Stadt Meßstetten vereinbart. Unterm Strich muss die Gemeinde also 13.495 Euro bezahlen. Somit liegt man zwar noch im Rahmen des Haushaltsplans von 15.000 Euro, doch auch die Gemeinde bemängelt, dass der Landkreiszuschuss „trotz gestiegener Aufwendungen unverändert bleibt“.
Deutliche Steigerung
Bei der Schulsozialarbeit ein ähnliches Bild. Zum September 2023 hatte man in Obernheim den Stellenumfang auf 20 Prozent erhöht, also auf etwa acht Stunden die Woche. Das Problem an diesem geringen Stellenumfang: Der KVJS (Kommunalverband für Jugend und Soziales Baden-Württemberg), der für die Förderung solcher Stellen zuständig ist, gewährt für die vier kleinen Grundschulen in Obernheim, Nusplingen, Hartheim und Oberdigisheim keinen Zuschuss.
„Eine Förderung ist erst ab einem Stellenumfang von 50 Prozent möglich“, heißt es dazu in der Sitzungsvorlage. Eine findige Idee von Gemeinderat Jürgen Moser half da auch nicht. Er regte an, einfach die vier Grundschulen doch im Stellenumfang zusammenzufassen. „Das haben wir probiert, geht aber nicht. Der KVJS gibt keinen Cent, die bleiben da hartnäckig“, erklärte Hauptamtsleiterin Tatjana Weiger.
Auch der Aufwand für die Schulsozialarbeit steigt weiter an. Im Jahr 2025 musste die Gemeinde 18.955 Euro berappen, deutlich mehr als noch 2023, als es 12.299 Euro waren – doch zur Erinnerung: Damals hatte man die Erhöhung der Quote auf 20 Prozent ja erst ab September eingeführt, profitierte also ein Dreivierteljahr von einem niedrigeren Stellenumfang.
21 Prozent entfallen an Gemeinde
Ebenfalls mit Meßstetten zusammen wird die Abwasserbeseitigung organisiert. In Summe fallen für Personalaufwendungen und Betrieb 689.020 Euro für die Kommunen an. Aufgeteilt werden die Kosten nach tatsächlich angefallenem Abwasser. Etwas mehr als 21 Prozent entfallen dadurch auf die Gemeinde Obernheim, was unterm Strich 146.881 Euro ausmacht. Für behandeltes Abwasser im Umfang von mehr als 53.000 Kubikmeter könne man sich nicht beklagen, befand Hauptamtsleiterin Weiger: „Wir sind noch gut bedient bei diesen Kosten und es ist allemal besser, als wenn wir es selbst machen müssten.“ Durch etwaige Vorauszahlungen müssen jetzt nur noch etwa 2000 Euro nachgezahlt werden in Richtung Meßstetten.
Was Weiger auch noch erklärte, war der Posten Betriebs- und Unterhaltungsaufwand, da hier teils Kosten „in besonderer Höhe angefallen sind“. Größere Kostenblöcke waren etwa die Reparatur einer Schlammleitung für 13.000 Euro, Reifen für Fahrzeuge (2500 Euro), Kosten für Spülarbeiten oder die Klärschlammverwertung Albstadt (124.000 Euro), was am Ende alles die Gesamtkosten in die Höhe treibt.
Des Weiteren hat man sich ein Notstromaggregat beschafft, das einschließlich Planung mit rund 183.000 Euro zu Buche geschlagen hat. Der Gemeinderat stimmte am Ende aber beiden Abrechnungen einstimmig zu, so kann die Gemeinde die Zahlenwerke ad acta legen.