Der frühere Hartplatz in Bochingen gleicht heute einem Acker. Die Spielvereinigung hat einen umfassenden Plan für die Sportanlage entwickelt.
„Der aktuelle Hartplatz ist für keine Art von Sport mehr verwendbar“, stellte Florian Schlotter, Geschäftsführer der SpVgg Bochingen, am Dienstagabend im Oberndorfer Gemeinderat klar.
Der Platz bestehe nur noch aus Dreck und Steinen. Die Spielvereinigung sehe daher dringenden Handlungsbedarf, um den Trainings- und Spielbetrieb unter zeitgemäßen Bedingungen sicherzustellen.
Schlotter präsentierte dem Gremium ein umfassendes Konzept für die Errichtung eines Kunstrasenplatzes am Brühlbach.
Zwischen dem Volleyballfeld und dem bestehenden Sportplatz liegt die Fläche, die an Spieltagen lediglich zum Aufwärmen dient. Auch die Gutenbergschule nutzt den Bereich unter der Woche während des Unterrichts und in den Pausen.
Eine neue Weitsprunggrube
Auf der nach Bearbeitung der Böschung in der nordöstlichen Ecke rund 44 mal 29 Meter großen Fläche soll nun ein moderner Kunstrasenplatz entstehen, der zusätzlich als Anlaufstrecke für die angrenzende Sprunggrube dienen wird. Diese wird im Zuge der Baumaßnahmen ebenfalls erneuert – inklusive Anlaufbahn und Böschungsabtragung.
Wer darf den Platz benutzen?
Zum Gesamtkonzept gehören außerdem ein umlaufender gepflasterter Weg, befestigte Flächen für Tore sowie ein Fangzaun in Richtung Spielfeld mit sechs Metern Höhe und in Richtung Volleyballplatz mit zwei Metern Höhe. Auch die Anschaffung eines Pflegegeräts ist geplant, um die dauerhafte Bespielbarkeit zu gewährleisten. Der Kunstrasen wird wegen der umlaufenden Wege nicht die vollständige Fläche ausfüllen.
Die Nutzung des Platzes soll nicht nur der Spielvereinigung vorbehalten bleiben: Neben der Kooperation mit der Gutenbergschule soll der neue Platz auch dem Freizeitsport und der gesamten Bevölkerung offenstehen.
Die genaue Nutzung wird durch die Spielvereinigung in Absprache mit der Stadt geregelt. Die Spielgemeinschaft selbst möchte diesen Platz dann als Trainingsstätte und Aufwärmplatz an Spieltagen nutzen.
212 000 Euro Gesamtkosten
Die Gesamtkosten des Projekts beziffert die Spielvereinigung auf rund 212 000 Euro. Durch Förderprogramme des Württembergischen Landessportbunds (WLSB) und des EU-Programms LEADER, das den ländlichen Raum in seiner Entwicklung unterstützt, hofft die Spielvereinigung auf weitere finanzielle Unterstützung.
Aus dem Fördertopf des WLSB wäre ein Zuschuss in Höhe von maximal 40 000 Euro möglich. Auch der Ortschaftsrat Bochingen hatte sich im Vorfeld bereits für das Projekt ausgesprochen und wird es mit rund 30 000 Euro aus den Erlösen des Biergartenfests unterstützen.
Bereits im September möchte die Spielvereinigung mit dem Bau beginnen, um Baukostensteigerungen zu vermeiden. Die Mitglieder am Ratstisch waren sich durchweg einig, dass man ein solches Projekt unterstützen müsse, wobei Ruth Hunds (SPD) betonte, man müsse dann aber auch künftig die Projekte anderer Vereine gleichermaßen fördern. Mit dem einstimmigen Votum des Gemeinderats steht dem Projekt, wenn alle Förderungsanträge bewilligt sind, nichts mehr im Wege.