Das Gebiet Hartsteige in Nusplingen sorgt seit dem Hangrutsch 2015 immer wieder für Diskussionen. Foto: Katja Weiger-Schick

Bisher hatte das Landratsamt die Messungen im Hangrutschgebiet Hartsteige in Nusplingen übernommen. Damit ist nun Schluss – zum Ärger einiger Gemeinderäte.

Wie Bürgermeister Jörg Alisch in der jüngsten Sitzung am Donnerstag bekanntgab, hat der Gemeinderat im Oktober in einer nicht öffentlichen Sitzung beschlossen, die Messungen im Hangrutschgebiet Hartsteige für die nächsten drei Jahre weiterzuführen.

 

Bereits im vergangenen Jahr hatte das Landratsamt der Gemeinde mitgeteilt, dass es die Messungen und Auswertungen nach nun zehn Jahren nicht weiter fortführt. Die Zuständigkeit liege rechtlich bei der Gemeinde, hieß es damals. Das Landratsamt habe die bisherigen Messungen weitgehend freiwillig als Unterstützung geleistet, sei dazu jedoch rechtlich nicht verpflichtet. In einem Gespräch habe Landrat Günther-Martin Pauli damals zugesichert, dass der Kreis die Kosten für die monatlichen Messungen für das Jahr 2025 nicht in Rechnung stellt.

Gemeinderäte fühlen sich alleine gelassen

Künftig will die Gemeinde Nusplingen die Messungen drei oder vier Mal im Jahr vornehmen lassen. Konkrete Kosten seien jedoch nicht im Voraus zu erfahren, so Bürgermeister Alisch unzufrieden. Es sei ihm nicht möglich gewesen, ein konkretes Angebot von Fachleuten zu erhalten – von etwa 850 Euro pro Messung sei die Rede gewesen.

Gemeinderat Michael Schlude kritisierte das Landratsamt: „Da fühlt man sich veräppelt – wir können diese Messungen doch nicht bis zum Sankt-Nimmerleins-Tag machen.“ Sein Ratskollege Peter Reiser war gleicher Meinung: „Da brauchen wir doch Experten – wir werden hier vom Landratsamt nach elf Jahren völlig allein gelassen.“