Eine kurze erste Sitzung hätte es werden können für die neuen Nusplinger Gemeinderäte – wäre da nicht etwas gewaltig schief gelaufen.
Die Spaichinger Firma LR Solarstrom hat für 62 408 Euro den Zuschlag zum Bau der Photovoltaikanlage auf den Dächern von Bauhof und Kläranlage erhalten – bei drei Gegenstimmen.
Dieselben Räte hatten zuvor dafür gestimmt, die Ausschreibung aufzuheben, weil bei derselben etwas schief gelaufen war: Ein potenzieller Bieter aus dem Ort hatte die Unterlagen, die per E-Mail verschickt und deren Versand dokumentiert worden ist, nicht erhalten.
Dieser hatte sich zuvor aber bereits ins Zeug gelegt, Berechnungen angestellt und sie dem Gemeinderat präsentiert. Was Gemeinderat Hans Hager vor allem störte: „In der Ausschreibung steht, dass sich Firmen, die kein Angebot abgeben, sich dennoch kurz zurückmelden sollen.“
„Man hätte früher nachhaken sollen“
Wenn der Einheimische das nicht getan habe, hätte man früher nachhaken sollen – und nicht zwei Stunden vor Abgabefrist mit dessen Frau telefonieren.
Peter Reiser befürchtete, mit der Aufhebung der Ausschreibung einen Präzedenzfall zu schaffen – und betonte, die Gemeinde habe noch viele weitere Dächer, die mit PV bestückt werden sollen.
„Dumm gelaufen – bei der nächsten Ausschreibung machen wir es besser.“ Auch die große Diskrepanz zwischen den beiden einzigen Angeboten – das zweite lautet auf 86 905 Euro – hinterließ Fragen bei den Räten.
Planer Karl Hermle aus Gosheim betonte allerdings, dass die preisgünstigere Firma als leistungsfähig bekannt sei und zu diesem Preis liefern könne.